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Lebenserfahrung, Menschenkenntnis und Methodenwissen allein machen noch keinen guten Coach, ist Bernd Birgmeier überzeugt. Seiner Meinung nach brauchen Coachs vor allem solides wissenschaftliches Know-how, um ihre Klienten zu verstehen, ihre Arbeit begründen und skeptisch gegenüber Moden und Trends bleiben zu können. Auf der Grundlage eines Forschungsprojekts mit Coaching-Experten diskutiert der Uni-Dozent, welches theoretische Know-how für die Coaching-Praxis wichtig ist.
In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Auf diese Frage gibt es keine einzelne Antwort, es gibt sie nur im Bündel: Wir leben in einer Risiko-, Erlebnis-, Multioptions-, Bürger-, Wissens-, Arbeits-, Medien-, Bildungs-, Verantwortungsgesellschaft oder auch in einer (post-)modernen, gespaltenen, dynamischen, flexiblen Gesellschaft. Jedenfalls ist jeder einzelne Bürger gefordert, sich in und zwischen diesen gesellschaftlichen Welten zu orientieren und nach seinem Platz zu suchen. Was sicher keine leicht zu lösende Aufgabe darstellt.
Höchstwahrscheinlich liegt gerade darin die Ursache für den aktuellen Boom der Beratung, die mittlerweile beinahe jeden Lebensbereich umschließt, vor allem aber an den lebensweltlichen und alltagsbezogenen Bruchstellen ansetzt. Heutzutage wird fast jeder in der ein oder anderen Form beraten, wir leben – auch noch – in einer Beratungsgesellschaft.
Coaching ist derzeit sicherlich die populärste Beratungsform, die in der äußerst dicht besiedelten Welt der personenbezogenen Beratungsdienstleistungen für viel Furore sorgt. Wirft man einen Blick auf die Geburtsstunde dieser Methode, so fällt auf, dass sie ganz und gar ein Kind der Praxis ist. Zwar steht sie modelltheoretisch betrachtet der Prozessberatung und der Supervision sehr nahe, hat aber keinen eindeutigen eigenen theoretischen Hintergrund.
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