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Der E-Faktor im Training

Online-Seminare

Teledozent, Teletutor, Telecoach – E-Learning hat der Weiterbildungsbranche bereits einige neue Begriffe für die Trainertätigkeit beschert. Was aber bedeutet der Vormarsch von Computer und Web Based Trainings für die Trainer? managerSeminare zeigt, welche neuen Aufgaben auf sie zukommen.


Kein Zweifel: E-Learning ist in aller Munde. Doch wie sieht das Lernen mit der Maus in der Praxis überhaupt aus? Für den Trainer und Seminarleiter ändert sich einiges, wenn er seine Teilnehmer nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern nur noch als E-Mail-Adresse wahrnimmt. Seine Funktion als Dozent ist beim E-Learning nicht mehr gefragt. Denn der Hauptpfeiler des klassischen Trainings – die reine Wissensvermittlung – besteht beim E-Learning aus Selbststudium. Der Telecoach tritt erst bei der Anwendung des Gelernten in Erscheinung. Dann wird praktiziert, was Diplom-Psychologe Andreas Hohenstein, Geschäftsführer der Bonner Synergie Viva Digitale, als 'Meister-Gesellen-Prinzip' bezeichnet: Der Trainer gibt kleine Tipps zur Lösung einer Aufgabe oder bringt Teilnehmer mit ähnlichen Problemen zusammen.

Zur neuen Rolle des Trainers kommen auch neue Anforderungen an die Lerninhalte. Textbücher ins Internet zu stellen reicht nicht. Der oberste Grundsatz des Telecoaching lautet: Interaktivität. Beispielsweise können die Teilnehmer für die richtige Lösung einer Aufgabe mit virtuellen Goldstücken belohnt werden, die vom Bildschirm herabpurzeln. Binnen kurzer Zeit wird ein Wettbewerb innerhalb der Lerngruppe entbrennen, wer die meisten Goldstücke einsammeln kann. Allerdings nutzt alle Interaktivität nichts, wenn die Seminarteilnehmer nicht motiviert sind. Deshalb muss schon vor Seminarbeginn ein klarer Nutzen erkennbar sein. 'Bringen Sie den Teilnehmern die Vorteile des E-Learning nahe', fordert Andreas Hohenstein. Mögliche Argumente: Die Lernenden können ihr Tempo selbst bestimmen, lernen wann und wo sie wollen.

Doch alles gute Zureden ändert nichts daran, dass Online-Seminare momentan noch als minderwertig empfunden werden: Der Großteil der Belegschaft wird vor dem Bildschirm geschult, die Führungsebene erhält Präsenzseminare. Diese Zweiteilung ergibt sich fast zwangsläufig, denn der Computer ist besonders gut für die Wissensvermittlung rund um den Computer geeignet - für Verhaltenstrainings und Strategisches wird man aber auch weiterhin auf traditionelle Seminare setzen. Wer sich also als Trainer auf Führungskräfte spezialisiert hat, hat auch in nächster Zeit noch nicht viel mit dem E-Faktor zu tun. Lediglich bei der Vor- und Nachbereitung der Präsenzseminare werden CBTs und WBTs eingesetzt.

Extras:

  • Info-Kasten: Trainer erwerben Medienkompetenz im Selbstlernprogramm am Computer.
  • Info-Kasten: Wichtige e-Learning-Begriffe und was sie bedeuten.
  • Info-Kasten: Telelearning am Beispiel IBM.
  • Marktübersicht: 12 Ausbildungen zum Teletrainer: Inhalte, Dauer, Preise und Kontaktadressen.

Constantin Gillies, Jürgen Graf

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