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Eine Entwicklung, die unserer Ära wie kaum eine andere ihren Stempel aufdrückt, ist die der Internationalisierung. An einem Wirtschaftszweig allerdings ist sie bislang relativ spurlos vorüber gegangen: Deutschlands Weiterbildungsanbieter machen es sich nach wie vor am liebsten hinterm heimischen Ofen bequem. Dabei zeigen die Erfahrungen von Bildungsexport-Pionieren, dass sich der Schritt ins Ausland lohnt.
Sabine Gummersbach-Majoroh mag die Bezeichnung “Bildungsträger” nicht. “Weil da das Wort ‘träge’ drin steckt”, so die Leiterin der Arbeitsstelle iMove des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Die Aversion nimmt man ihr gern ab. iMove nämlich hat es sich zum Ziel gesetzt, Deutschlands Weiterbildner von den Vorteilen eines Engagements im Ausland zu überzeugen und ihnen den Schritt über die Landesgrenzen zu erleichtern, machte dabei aber die Erfahrung, dass dies keine leichte Aufgabe ist: Deutsche Trainer sind bis dato alles andere als rührig, wenn es darum geht, ihre Dienstleistung zu exportieren. Gerade mal 16 Prozent der hiesigen Anbieter sind im Ausland aktiv, hat eine Studie des BMBF-Forschungsprojekts “weiterbildung worldwide” ergeben.
Aus Sicht von iMove ist das nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern ein echtes Manko, das Deutschlands Weiterbildner ins Abseits bringen kann. Vor allem gegenüber ausländischen, vorwiegend angelsächsischen Anbietern, die solche Zurückhaltung nicht kennen und am hiesigen Markt längst Fuß gefasst haben: Statt beim Trainer nebenan kann ein Weiterbildungswilliger heutzutage seinen Web-IT-Kurs z.B. ohne Weiteres bei einer US-amerikanischen Online-University buchen. “Die Konkurrenz wird dadurch größer”, warnt Gummersbach-Majoroh deutsche Anbieter.
Doch nicht nur die zunehmende Präsenz US-amerikanischer Anbieter auf den Bildungsmärkten der Welt sollte bei Deutschlands Trainern die Alarmglocken schrillen lassen. “Es liegt auf der Hand, dass sich die Weiterbildungsszene schon deshalb auf die Globalisierung einstellen muss, weil auch ihre Kunden immer internationaler werden”, ist Gummersbach-Majoroh überzeugt und präzisiert: “Deutschland ist eine erfolgreiche Exportnation, und wer so erfolgreich exportiert, sollte auch die Software zur Ware mitliefern.” Schließlich seien viele Exportprodukte heute erklärungsbedürftig, die Notwendigkeit begleitender fachlicher Trainings liege also auf der Hand.
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