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In Deutschlands Unternehmen setzt sich der Jugendwahn fort. Die meisten Firmen sehen den drohenden Fachkräftemangel zwar auf sich zurollen. Doch der Gefahr begegnen sie, indem sie den Kopf in den Sand stecken. Nur wenige stellen sich auf den Demografiewandel ein. managerSeminare hat den Berliner Kongress „Demographie-Werkstatt Deutschland“ besucht und von dort viele betrübliche und einige ermutigende Eindrücke mitgebracht.
Dass Deutschland vor einem Alters-Boom steht und Schulen schließen, weil Kinder fehlen, gehört längst zum Allgemeinwissen. TV-Serien bebildern die Zukunft des greisen Landes, Themen wie der Rückgang der Bevölkerung und das verlängerte Arbeitsleben sind inzwischen so verbreitet, dass sie nicht nur in Expertenzirkeln verhandelt werden, sondern auch auf den Titelseiten der Tageszeitungen auftauchen.
Das Nachdenken über Demografie ist also in der Öffentlichkeit angekommen - bei den Unternehmen aber nur bedingt. Eine Befragung von 350 Firmenvertretern anlässlich des Berliner Kongresses „Demographie-Werkstatt Deutschland“ im März 2007 durch das Demografie Netzwerk ddn und die Inititative Neue Qualität der Arbeit (Inqua) ergab zwar: Immerhin 45 Prozent der Befragten halten den Umbruch in der Bevölkerung für ein sehr wichtiges Thema.
Doch einige Indizien lassen darauf schließen, dass die Praxis anders aussieht: Dass es mehr Ältere und weniger Jüngere auf dem Arbeitsmarkt gibt, scheint viele Personalabteilungen kalt zu lassen. „In der Rekrutierung tobt nach wie vor der Jugendwahn“, sagt Roland Kutschenko, Vorsitzender des Demografie Netzwerks ddn und Personalleiter des Pharma-Unternehmens Lilly aus Bad Homburg.
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