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Lügen im Lebenslauf

Bewerbungsbetrug
Bild zum Beitrag Bewerbungsbetrug

So tabu wie der Bewerbungsbetrug öffentlich ist, so verbreitet ist er heimlich. Eine Studie ergab: Fast jede dritte Mappe auf den Tischen der Recruiter ist nicht ganz sauber. Der Fake reicht vom Erfinden angesehener Hobbys über die Kaschierung von Arbeitslosigkeit bis hin zu gefälschten Zeugnissen und gekauften Titeln. Wie reagieren Personaler hierauf?


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Der Mann sieht gut aus. Gepflegt bis in die Spitzen. Geschliffene Sprache, freundliches Lächeln. Ein Mann, der weiß, was er will, was er kann, was er wert ist. So einer muss kompetent sein. Denken die Herren in den Unternehmen, in denen er sich bewirbt. Erfreut stellen sie ihn ein. Als Kopilot. Als Leiter einer Unfallstation. Als Anwalt. Dass der überzeugende Kandidat weder Medizin studiert hat noch Jura, dass er außer mit Spielzeugfliegern nie zuvor Erfahrungen in der Luftfahrt sammeln konnte, merkt niemand. Und so beginnt die millionenschwere Karriere des Amerikaners Frank Abagnale.

Erfolgreich verfilmte Steven Spielberg die reale Geschichte des in den 60er Jahren meist gesuchten Hochstaplers der USA, der mit 17 Jahren begann, sich durch die Chefetagen der Wirtschaftswelt zu schummeln. Eindrucksvoll zeigte Leonardo di Caprio in „Catch Me If You Can“, wie leicht es sein kann, sich in vielen Berufen mit einem überzeugenden Auftreten ganz nach oben zu schlängeln. Bis dem Blender ein FBI-Agent auf die Schliche kommt.

Geschichten wie die des Frank Abagnale sind in den USA nicht nur ein Thema für die Kinomacher. Das Misstrauen gegenüber Bewerbern ist groß. Ein gründlicher Bewerbercheck gehört zur Routine vieler Unternehmen. Fast alle großen Companies beschäftigen Rechercheure, die den Angaben der Kandidaten nachgehen.

Der amerikanische Konzern ADP Employer Services beispielsweise hat 2005 drei Millionen Bewerbungen überprüft. Bei zehn Prozent gab es Unregelmäßigkeiten. Eine ähnliche Zahl spuckt der amerikanische Liars-Index aus, der gefälschte Bewerbungsunterlagen statistisch erfasst. Werte über elf Prozent sind die Regel. Dabei geht es nicht nur um harmlose Schönheitskorrekturen. Es wird knallhart betrogen. Zeugnisse werden gefälscht, Titel gekauft, Arbeitgeber erfunden.

Extras:

  • Mappen-Check: 13 Punkte, auf die Personalverantwortliche bei der Prüfung von Bewerbungsunterlagen achten sollten.
  • Bewerber-Check: Fünf Wege, um die Integrität eines Bewerbers zu prüfen.
  • Umfrage: Bei diesen Angaben wird im Lebenslauf am häufigsten nachgebessert, und so lassen sich Bewerbungsschummeleien am ehesten aufdecken - die Meinung der Leser von managerSeminare.
  • Interview: Lügenforscherin Jeannette Schmid über Unehrlichkeiten in Bewerbungsgesprächen und wie Personaler diese erkennen können.
  • Service: Hinweise auf ein Buch und einen Fachartikel über Bewerbungstricks und Bewerbungsbetrug sowie auf die Webseite einer auf Wirtschaftskriminalität und Bewerbungsbetrug spezialisierten Detektei und auf eine Webseite mit FAQs zum Lügen.

Anja Dilk

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