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Das Blog


18. Februar 2013 | Von Nicole Bußmann

Learntec 2013: Digitale Relevanz statt digitale Demenz

„Digitale Medien machen uns dumm“ – seit Manfred Spitzers Buch „Digitale Demenz“ steht diese These im Raum. Die Messe Learntec, seit über 20 Jahren dem Thema computergestütztes Lernen verschrieben, wollte die Botschaft des Hirnforschers nicht unkommentiert lassen. Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Digitale Relevanz“ setzte sie einen Kontrapunkt.





Auch wenn die Veröffentlichung von Manfred Spitzer und die damit kolportierten Botschaften (“Digitale Medien machen dick, dumm und einsam”) den Learntec-Machern kaum gefallen haben können, boten sie doch eine Steilvorlage, um zu kontern. Und diese nutzte die Kongressmesse Ende Januar 2013 in Karlsruhe. Geladen waren Zukunftsforscher Gerhard de Haan von der Freien Universität Berlin und der Medienwissenschaftler Peter Vorderer von der Universität Mannheim, um die Frage zu klären, wie sich das Lernen der Zukunft sinnvoll gestalten lässt.

Die beiden Professoren plädierten für einen entspannten Umgang mit den digitalen Medien. Übermächtige Effekte seien weder im positiven noch im negativen Sinne zu erwarten. Zwar würden manche Kompetenzen an Bedeutung verlieren, etwa das deklarative Faktenwissen. Dafür aber würden die digitalen Medien neue Kompetenzen schulen, etwa die Fähigkeit zur Problemlösung und das Erkennen von Zusammenhängen. Digitale Medien, so zeigten sich die Wissenschaftler überzeugt, bieten in der Bildung einige Vorteile: So sei eine stärkere Individualisierung des Lernstoffs möglich, man könne Unsichtbares sichtbar machen und habe die Lernform der Simulation. Eine Fähigkeit wird nach Einschätzung der beiden Professoren in der Lernwelt der Zukunft jedoch stets wichtiger: die Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen. Sie wird zukunftsrelevant werden.

Insgesamt verlief die Diskussion ohne große Aufregung. Einer Fachmesse zum Thema Bildungstechnologie angemessen wurde sich differenziert mit dem Sujet auseinandergesetzt. Von einer Gegnerschaft zu Spitzer wollte Kongressbeirat Peter Henning daher auch nicht sprechen. „Das Thema ist für die Messe wichtig, weil Spitzer mit seinem Buch eine grundsätzliche Diskussion angestoßen hat. Der Erfolg von Spitzer belegt, dass es diesbezüglich in unserer Gesellschaft grundlegende Ängste und Bedenken gibt. Die müssen wir aufnehmen, diskutieren – und, wenn möglich, entkräften”, zeigte sich der Informatik-Professor überzeugt. Die Zuspitzung auf das Schlagwort “Digitale Relevanz” in Abgrenzung zur “Digitalen Relevanz” brachte dennoch Aufmerksamkeit und volle Stuhlreihen im Bildungsforum. Damit war der Learntec gelungen, was viele andere Bildungsmessen vermissen lassen: gesellschaftsrelevante Fragestellungen aufzugreifen und Position zu beziehen.


Kommentare (3) | Kategorie: Lernen & Lehren, _erlebt, _gefilmt

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Kommentare

  1. Peter H. Grunwald

    “Diskussion” klingt zwar gut, war aber von der Messeleitung nicht gewollt.
    Tatsächlich lief die Themenabarbeitung nach dem Schema diktatorischer Parteitage ab.
    Die Messe verkauft e-learning. Spitzer kritisiert e-learning.
    Also holt sich die Messe 2 Uni Mitarbeiter, die e-learning gut finden und lässt sie miteinander reden.
    Vos Auseinandesetzung mit dem Thema oder Diskussion keine Spur.

    Warum ich so kritisch kommentiere ?
    Als Befürworter Spitzers bin ich von der Messeleitung als Diskussionsredner ausgeladen worden.

  2. Prof. Dr. Peter A. Henning

    Dieser Kommentar entspricht an keiner Stelle der Wahrheit.

    1. Die “Messeleitung” hat mit der geschilderten Diskussionsveranstaltung gar nichts zu tun – sondern diese Diskussion war ein Bestandteil des LEARNTEC-Kongresses, für den das Kongresskomitee inhaltlich verantwortlich zeichnet.

    2. Inhalt der Diskussionsveranstaltung war nicht “e-learning”. Sondern die beiden Experten – bei denen es sich übrigens um international hervorragend ausgewiesene Wissenschaftler handelte, nicht um “Uni-Mitarbeiter” – haben sich mit der Wirkung digitaler Medien auf den Menschen befasst. Dabei wurden ihre Positionen durch die Moderatorin durchaus kritisch hinterfragt, ebenso gab es kritische Fragen aus dem Publikum. Aus der falschen inhaltlichen Charakterisierung durch den obigen Kommentar und der ebenso falschen Behauptung, es habe keine Diskussion gegeben, ergeben sich erhebliche Zweifel, dass der Kommentator überhaupt anwesend war.

    3. Dem Kongresskomitee lag weder zum Bewerbungstermin eine Vortragseinreichung des obigen Kommentators vor, noch hat dieser dem Kongresskomitee in irgend einer anderen Weise plausibel gemacht, dass er etwas zum Thema beitragen kann. Insofern wurde er weder von der Jury empfohlen, noch war er vom Kongresskomitee eingeladen – von “ausladen” kann also keine Spur sein: Ganz im Gegenteil wäre er herzlich eingeladen gewesen, sich ebenso wie eine Vielzahl anderer Messebesucher an der Diskussion zu beteiligen.

    Mit Interesse erwarten wir daher, dass der Verfasser des o.a. Kommentars sich ordnungsgemäß für einen Vortrag auf der LEARNTEC 2014 bewirbt. Seine Einreichung wird – wie alle anderen – von einer unabhängigen Jury (dem Kongressbeirat) geprüft.

    Prof. Dr. Peter A. Henning

  3. Nicole Bußmann

    Hallo Herr Grunwald, aus redaktioneller Sicht hätten wir ein Streitgespräch zwischen Manfred Spitzer und jemanden, der eine Gegenthese vertritt, spannend gefunden. Einstimmig verlief die Podiumsdiskussion wahrlich aber auch jetzt nicht: Die Besetzung des Podiums war daher gut gewählt.

    Aus bisheriger Erfahrung muss ich sagen, dass Manfred Spitzer eine Diskussion vor Fachpublikum offensichtlich scheut. Auf der Zukunft Personal trat er zwar auf, machte aber einen großen Bogen ums Thema E-Learning, er redete stattdessen ausschließlich über Kinder. Ein Interview mit uns platze aus Termingründen. Er versprach per Mail, einen Kommentar zum Thema E-Learning, hat die Abgabe immer wieder verschoben und letztlich gar nicht mehr geantwortet :-(

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