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Zukunft Personal: Promis, Preise und Premieren

Europas größte HR-Messe wächst weiter: Auch in diesem Jahr meldete die Zukunft Personal mehr Besucher, mehr Vorträge, mehr Veranstaltungen. Training aktuell fasst die Highlights der drei Veranstaltungstage zusammen.

Zuwachs – besonders bei den Weiterbildnern

Als Europas größte HR-Messe gilt die Zukunft Personal; und um diesen Nimbus zu zementieren, erwähnt der Veranstalter besonders gerne die Rekorde: 11.837 Besucher zählte die Mannheimer Spring Messe Management GmbH vom 12. bis 14. Oktober 2010 in Köln. Das sind rund 300 Besucher mehr als im Vorjahr – und 2009 lieferte auch schon einen Höchststand. Gewachsen sind laut Veranstalterangaben auch die Ausstellerzahlen: Auf die drei Themenhallen 'HR Software & Hardware', 'HR Services & Consulting' und 'Professional Training & Learning' verteilten sich in diesem Jahr 532 Stände, 27 mehr als im Vorjahr. Besonders unter den Weiterbildnern hat die Leistungsschau an Attraktivität gewonnen: 225 Aussteller, damit rund 20 mehr als 2010, fanden sich in der Halle 2.2. Die elfte 'Zukunft Personal' hatte also mehr Besucher und mehr Aussteller als jeder ihrer Vorgänger, doch von Platzmangel und Hektik war beim Branchentreffen nichts zu spüren. Ein Grund: Seit 2009 dauert die Messe einen Tag länger, die Besucher verteilen sich seitdem auf drei statt bisher zwei Tage. Am beliebtesten war in diesem Jahr der zweite Veranstaltungstag (ein Mittwoch), an dem die elektronischen Einlasskontrollen 4.556 Mal grünes Licht gaben. (com)

Preisverleihung ohne Preisträger

Es sollte ein Highlight der 'Zukunft Personal 2011' werden: die Verleihung des ersten 'Leonardo – European Corporate Learning Award'. Der von der Spring Messe ausgelobte und von einem zwölfköpfigen Gremium verliehene Preis soll fortan jährlich jemandem zuteil werden, der sich im Bereich Corporate Learning einen Namen gemacht hat. Umso erstaunlicher war die Wahl des ersten Preisträgers, der noch ohne Entscheidung der Jury, sondern als Ehrenpreisträger von Spring-Messe-Geschäftsführer Alexander Petsch und dem Fachbeirat der PLE benannt worden war: Jacques Delors, ehemaliger Präsident der EU-Kommission. Wegen gesundheitlicher Probleme hatte der 85-Jährige seine Reise nach Köln kurzfristig abgesagt, war aber per Videobotschaft in den Messehallen präsent. Als Mann der einfachen Botschaften präsentierte sich Delors dabei nicht: In französischer Sprache redete er rund 15 Minuten über die Bedeutung der Bildung in der globalisierten Gesellschaft. Einen großen Bogen schlug auch sein Laudator, Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der – neben einem Streifzug durch die europäische Geschichte – auch den Preisträger charakterisierte: 'Delors ist ein Visionär und Realist gleichermaßen', so Genscher. Besondere Erwähnung fand der ganzheitliche Bildungsansatz, den Delors als Vorsitzender der internationalen Bildungskommission der UNESCO, entwickelt hatte. Er basiert auf vier Pfeilern: learning to know, learning to do, learning to live together and learning to be. (com)

Frank Schirrmacher: Promi mit Alterspassion

Der Promi-Faktor zieht auch auf Fachmessen – erst recht dann, wenn die Messe ein schier unüberschaubares Programm aus 200 Redebeiträgen in acht Fachforen offeriert. FAZ-Chef Frank Schirrmacher war einer der bekanntesten Köpfe des Keynote-Programms; er schaffte es, das Plenum bis auf den letzten Platz zu füllen. Mit seinen Büchern 'Das Methusalem-Komplott' (2004) und 'Payback' (2009) hatte Schirrmacher für lebhafte Debatten gesorgt; auf der Zukunft Personal war er angetreten, um seine Thesen zum demographischen Wandel und zum Informationszeitalter erneut zu Gehör zu bringen. In den Messebesuchern sah Schirrmacher das ideale Publikum: 'Sie als Personaler werden von diesen beiden Phänomenen mit am stärksten betroffen sein', warnte der Mitherausgeber der FAZ. Eindringlich führte Schirrmacher aus, welche Folgen der Fachkräftemangel für die deutsche Wirtschaft haben werde und lieferte Lösungsansätze für die Unternehmen. An Beschäftigungskonzepten für ältere Arbeitnehmer führe etwa kein Weg vorbei, so eine Einschätzung. 'Ab 2020 werden wir in Deutschland eine Rentendebatte haben', ist Schirrmacher sicher. Doch die längere Beschäftigung deutscher Arbeitnehmer alleine reiche nicht aus: 'Wir können nur beten, dass qualifizierte Zuwanderung kommt.' Die Alterspyramide ist das Steckenpferd des Buchautors, wurde während seiner Keynote klar. Denn zum zweiten Teil seines Vortrags, der digitalen Revolution, wie Schirrmacher sie nennt, kam er erst spät – und wusste vorwiegend Pessimistisches zu berichten: 'Natürlich sind die digitalen Informationssysteme ein Segen – aber wir können diesen Segen nicht nutzen.' Stattdessen breite sich durch ständiges Surfen, E-Mail-Checken und Twittern ein Klima des unkonzentrierten und ziellosen Informationssammelns aus, dessen volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe ginge. Dass durch den PC nicht etwa Arbeitszeit gespart, sondern verschleudert werde, demonstrierte er mit einer US-amerikanischen Studie: 'Arbeitnehmer, die durch eine E-Mail gestört werden, brauchen im Schnitt 25 Minuten, bis sie konzentriert weiterarbeiten', zitierte Schirrmacher. (com)

Charles Jennings: Lernen im Kontext

Das Gegenprogramm zu den Thesen von Internet-Skeptiker Frank Schirrmacher lieferte der internationale Keynoter Charles Jennings, ehemals Chief Learning Officer der Nachrichtenagentur Reuters: Deutlich gelassener als FAZ-Chef Schirrmacher stellte der britische Lernexperte fest, was sich durch die Entwicklung des Internets in den vergangenen zwanzig Jahren verändert hat. Zwar ließ auch er in seinem äußerst dichten Vortrag keinen Zweifel daran, dass die digitale Revolution nachhaltige Auswirkungen auf die Art haben wird, wie wir lernen und Informationen verarbeiten. Eine Bedrohung für das Abendland erkannte der Lernexperte darin allerdings nicht. Nur konventionelle Weiterbildungsangebote sieht er in Gefahr. In unserer komplexen und sich ständig wandelnden Arbeitswelt nämlich lernen wir nur noch zehn Prozent von dem, was wir für unsere Arbeit brauchen, im Rahmen von Seminaren und Trainings. Für den Rest führte Jennings den Begriff 'contextual learning' ein – also Lernen am Arbeitsplatz und im Austausch mit anderen: 'Wir erwerben Wissen nicht mehr für den Fall, dass wir es brauchen, sondern genau dann, wenn wir es brauchen.' Für Weiterbildungsverantwortliche und Führungskräfte heißt dies, sie müssen für ihre Mitarbeiter möglichst viele Lerngelegenheiten schaffen: sei es durch interne Austauschplattformen, durch Coaching oder auch die Übertragung neuer Aufgaben. (lis)

Professional Learning Europe: Vielversprechender Beginn

Erstmals fand im Rahmen der Zukunft Personal der Kongress 'Professional Learning Europe' statt. In drei parallelen Sessions wurden hier zahlreiche Fragen rund ums technisch gestützte Lernen diskutiert – von Best-Practice-Beispielen aus dem klassischen E-Learning über den Einsatz von Planspielen bis hin zur Diskussion von 2.0-Techniken. Einsteiger-Themen dominierten, und die Sichtweise war konsequent PE-lastig, das Niveau der Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden war aber durchgehend anspruchsvoll. Die Resonanz bei Teilnehmern und Vortragenden war entsprechend gut, die Verknüpfung des Themas E-Learning mit einer Personalmesse wurde begrüßt. Lediglich einige organisatorische Schnitzer sorgten für Verstimmung: So gab es zahlreiche kurzfristige Änderungen im Vortragsprogramm, zudem war der Kongress räumlich recht abgelegen. Mit der PLE setzt Veranstalter Spring Messe seine Bemühungen um die E-Learning-Branche fort. Bereits im Vorjahr kamen viele Aussteller aus diesem Bereich, der aktuelle MMB-Trendmonitor sieht die Kölner Messe bereits auf Platz zwei der wichtigsten Branchen-Events. Damit macht sie zunehmend der Karlsruher Learntec als Leitmesse für E-Learning Konkurrenz. Nicht zufällig gehören zur wissenschaftlichen Leitung der PLE mit Uwe Beck und Winfried Sommer zwei Learntec-Begründer. (res)

Autor(en): (com/lis/res)


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