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Weniger ist manchmal mehr

Ereignisreich und anregend. Aber auch anstrengend und ermüdend. Der September war von zwei Power-Veranstaltungen geprägt, die gegensätzliche Gefühle zeitgleich auszulösen vermochten: der GSA-Convention und der Zukunft Personal.

Die Convention der German Speakers Association: Ereignisreich ist beinahe eine zu schwache Beschreibung. Was den nahezu 300 Besuchern zwei Tage lang Anfang September in Salzburg geboten wurde, konnte sich sehen lassen. Körpersprache-Guru Samy Molcho trat auf. Es nahmen zwei Berühmtheiten live on stage ihre Ehrung für ihr Lebenswerk entgegen. Es redeten zahlreiche internationale Top-Speaker, es waren selbst im Publikum bekannte Trainer wie Loveseller Hans-Uwe Köhler, es wurde ein Nachwuchs-Speaker geehrt, der nächste Präsident gewählt ...

Anstrengend ist eine beinahe zu schwache Beschreibung. In Salzburg brauchte man trainiertes Sitzfleisch, Power-Ohren und viel freie Gehirnkapazität. Ein Vortrag jagte den nächsten, selbst beim Mittag- und Abendessen wurde die Bühnenperformance nicht gestoppt. Die Kleiderordnung war ebenso vorgegeben, wie die Zeit, wann man sich ins Abenddress werfen oder wie lange man beim XXL-Networking seinem Gegenüber Aufmerksamkeit schenken soll ... Namen prominenter Redner wechselten sich ab mit Namen von Leuten, die man noch nie gehört hatte. Alle aber wollten angehört werden, und man wollte sie anhören, weil sie als vorbildlich gelten, weil man von ihnen lernen kann, wie man erfolgreich ist oder wird im Speaker-Business. Nach zwei Tagen dröhnte der Kopf, man vermochte kaum zu erinnern, wer wie gut war, warum welcher Auftritt wie auf einen gewirkt hatte. Zeit zur Reflexion, zum Gedankenaustausch mit dem Nachbarn, zum Setzenlassen – die hätte man sich als mündiger Kongressbesucher selbst schaffen müssen. Vorbeigerauscht. Eine Ekstase des Aufnehmens. Was bleibt? Ein Blick auf die Reisekostenabrechung beweist: Man war dabei, und irgendwie war es spektakulär …

Zwei Tage später, die Messe Zukunft Personal. Ereignisreich: Es wurden Preise vergeben, zum Beispiel der Personalwirtschaftspreis und der Employability-Award, es sprachen Berühmheiten wie der Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger, der Verhaltensbiologe Felix von Cube, der Kulturforscher Fons Trompenaars, der Ex-Minister Wolfgang Clement. Es gab ein internationales Forum und eine Networking-Lounge, es gab Foren zu virulenten Themen wie Zeitarbeit, Coaching, Videoüberwachung, Pflegegesetz – alle mit prominenter Besetzung. Anstrengend: Alles fand gleichzeitig statt, aber man konnte sich nicht teilen. Forum hier, Public Interviewing da, Preisverleihung wieder hier. Man hetzte hin und her. Meistens vorbei an den Ausstellern. Von denen gab es dieses Jahr 512, fast 100 mehr als im Vorjahr. Doch die waren angesichts des tobenden Rahmenprogramms schon fast Nebensache.

Das Fazit: Weniger wäre mehr gewesen. Um ein Highlight erkennen zu können, muss es sich von der Masse absetzen dürfen. Wenn indes alles strahlt, ist man vor allen Dingen eins: geblendet.

Autor(en): (Nicole Bußmann)


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