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WORLDDIDAC 96: Erfolg für deutsche Aussteller - Streit zwischen Messe und Verband

Die diesjährige WORLDDIDAC 96, internationale Messe für Lehrmittel, Aus- und Weiterbildung (8. bis 11. Mai 96), verzeichnete laut Messe Basel ein sehr positives Ergebnis: 465 Aussteller aus 30 Ländern und 40.000 Besucher. 'Die WORLDDIDAC wurde ihrem Anspruch, die internationalste Bildungsmesse zu sein, wieder voll gerecht', faßt Bernd Schuster, Kommunikationsleiter der Messe Basel zusammen. Besonders gut aufgenommen wurde vor allem die neue Gliederung der WORLDDIDAC in die Bereiche Grundausbildung/Schule und berufliche Aus- und Weiterbildung sowie der Schwerpunkt Multimedia.

'Die diesjährige WORLDDIDAC war eine sehr positive Messe, bei der wir als veranstaltender Verband Akzente setzen konnten', resümiert Beat Jost, Geschäftsführer des Worlddidac-Verbandes. Besonders freute sich Jost über die internationale Beteiligung wie beispielsweise Aussteller und eine Delegation aus Japan, der Sozialminister aus Bahrain, aber auch etliche französische und englische Aussteller. Als 'unglaublich enttäuschend' bezeichnete er jedoch die italienische Beteiligung. Dort habe man in diesem Jahr wohl 'einen ökonomischen Balken vor dem Kopf gehabt'. Insgesamt, so Jost, sei die Qualität besser als vor zwei Jahren gewesen. Bemängelt wurde lediglich, daß die Messe samstags stattfand. Deshalb soll die nächste Messe von Dienstag bis Freitag veranstaltet werden.

'Weniger Kontakte, dafür qualitativ hochwertiger'

Von einer durchweg positiven Resonanz berichten auch die deutschen Aussteller: 'Unsere Präsentation in Basel war insofern erfolgreich, als wir zahlreiche interessante Geschäftskontakte geknüpft haben', bestätigt Rainer Hartlep, Direktor des Clip-Multimedia-Centers der Deutschen Post Consult GmbH Berlin. Nach seiner Einschätzung ging es auf der Baseler Bildungsmesse weniger um konkrete Geschäftsabschlüsse. Die internationale Bildungsmesse sei hauptsächlich Kontaktbörse gewesen. Die Deutsche Post Consult präsentierte neben 59 anderen Multimedia-Unternehmen ihre interaktive Teachware mit dem Namen Clip (computerunterstützt lernen, informieren und präsentieren) in der 'Multimedia World of Training for Professional Qualification'. Das Themenspektrum dieses Messeschwerpunktes reichte vom Computer Based Training, über Telelearning, Training-on-demand bis hin zu Kommunikationsnetzwerken und interaktiven Trainingskonzepten.

Zu den deutschen Ausstellern, die interaktive Lernprogramme präsentierten, gehörten auch Virtual Management, Düsseldorf, die ihr betriebswirtschaftliches Planspiel 'Cabs' vorstellten. Das Software- und Weiterbildungshaus Prokoda aus Köln zeigte neben dem multimedialen Lernprogramm für Windows 'TutorWin' gleichzeitig ihr Seminarverwaltungsprogramm 'PlanIt'. Eine andere Software für den Seminarbetrieb stellte die Dr. Materna GmbH, Dortmund, vor. M.I.T., Friedrichsdorf, demonstrierten spezielle neue Programme zur Führungskräfteschulung wie zum Beispiel 'Einführung von ISO 9001', 'Entscheidungstechnik' oder 'Qualität in der Führung'.
Auch a.i.m., München, zeigte die neuesten CBT- und Multimedia-Entwicklungen. Highlight war hier eine (gemeinsam mit Prokoda) für Siemens erstellte multimediale Anwendung, die es den Siemens-Mitarbeitern ermöglicht, alles Wissenswerte über die eigenen Produkte und Unternehmensbereiche zu erfahren. Der Anwender begibt sich dabei in verschiedene Räume, in denen die verschiedenen Informationen abrufbar sind. Vorteil: Der Mitarbeiter weiß jederzeit über die Produkte Bescheid und kann sich informieren, womit sich die Mitarbeiter der Nachbarbereiche beschäftigen.

Um einige Auszeichnungen reicher konnte HQ Assessment & Training Solutions, Wiesbaden, den Messeort Basel verlassen. Das Unternehmen, das seit 1988 interaktive Lern- und Informationssysteme entwickelt, erhielt den silbernen WORLDDIDAC-Award 96 für das Programm 'Europarecht - eine Einführung' und zwei bronzene WORLDDIDAC-Awards für 'Service à la carte' und für das 'Bankfachlexikon'. Martin Heinemann, Vertriebsleiter bei HQ bewertet die WORLDDIDAC als 'beste Messe mit vernünftigem Konzept'. Es gebe zwar weniger Publikumsverkehr, dafür aber qualifiziertere Besucher. Ansonsten setze man im Messemarkt als multimedialer Anbieter auf die Learntec.

'Weniger Kontakte, aber bessere', stellt auch Martina Kocik von der Deutschen Telekom fest, die mit dem Bereich Ausbildung zum ersten Mal auf der WORLDDIDAC war. Bei der Telekom überlegt man gerade, ob man mit den hauseigenen Telekom-Trainings auf den offenen Seminarmarkt gehen soll. Dabei handelt es sich um klassische Seminare für 8 bis 10 Teilnehmer zu Themen wie 'Bürokommunikation, Führung, Betriebswirtschaft, Rede-, Vortrags- und Verhandlungstechnik.' Die Messe in Basel nutzte die Telekom, um das Interesse an den Seminaren abzuklopfen und erste Kontakte zu knüpfen.

Interessengemeinschaft soll die deutsche Weiterbildungsmesse schaffen

Gut aufgehoben fühlte sich auch Rudi Neuland, der wieder Produkte und Methoden aus dem Haus Neuland GmbH, Eichenzell, vorstellte. Besonders lobte er die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Messe Basel, deren Verantwortliche - im Gegensatz zu anderen bekannten Messegesellschaften - den persönlichen Kontakt mit den Ausstellern nicht scheuen. Neuland: 'Ich habe selten erlebt, daß man so kooperativ und hilfsbereit ist.' Nach wie vor unzufrieden zeigte sich Neuland hingegen mit den deutschen Weiterbildungsmessen. 'Bei uns gibt es in diesem Bereich nur die Segmente Q-Messe, Interschul und Didacta. Es gibt keine große deutsche Bildungsmesse, die vom Kindergarten bis zur Hochschule alles abdeckt.' Deshalb hat er sich überlegt, eine Interessengemeinschaft, bestehend aus den 50 wichtigsten Ausstellern, zu gründen, die eine eigene Messe auf die Beine stellen soll. 'Die Weiterbildungsmesse muß eine Pilgerfahrt werden', blickt Neuland in die Zukunft. Ihm schwebt eine ganz andere Art von Messe vor, bei der sich keine Stände aneinanderreihen, sondern vor allem Ideen und neue Gedanken ausgetauscht werden sollen. 'Alle wichtigen Verbände sollen daran beteiligt werden: 'BDVT, BDU, Institut der Deutschen Wirtschaft müssen integriert werden, damit die Messe europaweit wichtig wird.' Wenn sich kein Partner finden läßt, weiß Neuland einen einfachen Ausweg: 'Notfalls machen wir die Messe selbst. Wir brauchen nicht zwingend einen Verband dazu.'

Bald getrennte Wege für Messe Basel und Worlddidac-Verband?

Während im Vordergrund die WORLDDIDAC erfolgreich ablief, kriselte es im Hintergrund erheblich: Das jahrzehntelange partnerschaftliche Miteinander von Messe Basel und Worlddidac-Verband liegt derzeit auf Eis. Der Grund: Der Worlddidac-Verband ist mit dem Q-Verband und der Deutschen Messe AG eine Kooperation eingegangen, die ab 1997 ihre Messeaktivitäten im internationalen Bildungsmarkt zusammenführen soll. Dazu hat man laut Pressemitteilung 'einen Kooperationsvertrag unterzeichnet'. Dabei ist dem Worlddidac-Verband offensichtlich entgangen, daß mit der Messe Basel ein Exklusivvertrag besteht, der mit Unterzeichnung des weiteren Vertrages gebrochen wurde. Wie die Messe Basel berichtet, sei man zu keiner Zeit auf die Kooperation mit dem Q-Verband angesprochen worden, sondern habe sich plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt gesehen. Die derzeit laufenden Querelen gefährden jedoch nicht die nächste WORLDDIDAC. 'Fest steht, daß in Basel in zwei Jahren eine Weiterbildungsmesse stattfindet, die WORLDDIDAC heißen wird. Die Messe Basel behält sich für die Zukunft alle Optionen inklusive einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Verband offen,' erklärt Bernd Schuster, Messe Basel, der sich um die Zukunft der internationalen Weiterbildungsmesse in Basel keine Sorgen macht - auch ohne Worlddidac-Verband. 'Die Aussteller bewerteten die diesjährige Messe als die beste bisher und der Standort Basel wird von niemandem in Frage gestellt.'

Man sei tatsächlich in Schwierigkeiten mit der Messe Basel geraten, weil der Vertrag noch laufe, bestätigt Beat Jost, Geschäftsführer des Worlddidac-Verbandes. 'Fakt ist, daß wir im Moment vom vertraglichen Standpunkt keine Verträge eingehen können.' Damit ist der Kooperationsvertrag mit dem Q-Verband auch nicht gültig. Ganz sicher, so Jost, findet 1998 die WORLDDIDAC wieder mit dem Worlddidac-Verband statt. 'Uns gehört die Messe', erklärt Jost, der damit meint, daß die Messebezeichnung an den Verband gebunden ist. 'Der Vertrag mit der Messe Basel läuft bis Ende 98, den werden wir auch einhalten.' Und wenn man danach getrennte Wege gehen sollte, sieht Jost eine Möglichkeit darin, eine Weiterbildungsmesse zu veranstalten, die im Wechsel in verschiedenen Orten Europas stattfindet.

Autor(en): (eab)


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