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Trendanalyse 2008: Weiterbildung für Wenige

Die betriebliche Weiterbildung soll Wirkung in der Spitze entfalten, nicht in der Breite. Wie die große Trendanalyse zeigt, lösen individuelle und spezifische Maßnahmen das Gießkannenprinzip ab. Eine Folge: Die Nachfrage nach Coaching nimmt weiter zu.

Im Juli 2008 war die Weiterbildungswelt noch in Ordnung. Das zeigt die Aussage der Personalentwicklerin eines internationalen Mode-Labels: „Die Anfragen nach Schulungen werden mehr – und werden auch bewilligt.“ Mit ihrer positiven Einschätzung stand die HR-Managerin nicht allein, wie die Zahlen aus der jährlichen Trendanalyse der managerSeminare Verlags GmbH, erhoben unter 324 Trainern und 62 Unternehmen, belegen. Rund 29 Prozent (Vorjahr: 28 Prozent) der Betriebe erhöhten ihre Seminartage in 2007, bei 62 Prozent (Vorjahr: 57 Prozent) blieben sie unverändert, acht Prozent (Vorjahr: 15 Prozent) reduzierten sie.

Ob diese Entwicklung auch in naher Zukunft Bestand hat, darauf wettet zurzeit verständlicherweise niemand. Als sicher kann indes gelten: Durch die aktuelle Wirtschaftskrise wird das Weiterbildungsformat Seminar weiter an Boden verlieren. Dieser Trend der vergangenen Jahre zeigt sich erneut in den aktuellen Ergebnissen. Rund 29 Prozent der Unternehmen verzeichnen eine Verringerung des Anteils offener gegenüber firmeninternen Maßnahmen, lediglich knapp zwölf Prozent geben an, dass sich der Anteil offener Seminare erhöht hat.

Für die Trainer und Weiterbildungsanbieter ist das firmeninterne Geschäft längst Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Rund 73 Prozent ihrer Aufträge wickeln sie firmenintern ab, lediglich ein knappes Viertel der Weiterbildungsmaßnahmen bestreiten die Institute noch mit offenen Seminaren. Dieses Verhältnis von 3:1 erweist sich bereits seit einigen Jahren als äußerst stabil. So arbeiten 76 Prozent der Einzeltrainer überwiegend firmenintern, von diesen arbeitet fast jeder Zweite sogar ausschließlich firmenintern. Selbst bei den größeren und großen Weiterbildungsanbietern überwiegt inzwischen das firmeninterne Geschäft deutlich den Anteil des offenen Seminarangebots.

Organisations- statt Persönlichkeitsentwicklung

Stellt sich die Frage: Welche Themen und Inhalte bestimmen das Geschehen auf dem Weiterbildungsmarkt? Unter 20 Themenbereichen sollten die befragten Weiterbildungsanbieter und Unternehmen jeweils maximal fünf benennen, die momentan bzw. zukünftig die höchste Priorität genießen. Einig sind sich Weiterbildungsanbieter und Unternehmen in einem Punkt: Dem Thema Mitarbeiterführung gilt in Sachen aktueller Weiterbildungsbemühungen nach wie vor die höchste Aufmerksamkeit. Dahinter folgen bei den Weiterbildungsanbietern fast gleichauf die Themen Coaching, Teambildung/-führung, Organisationsentwicklung sowie Verkauf/Marketing.

Im Vergleich zum Vorjahr finden sich die Themen Persönlichkeitsentwicklung sowie Zeitmanagement nicht mehr unter den ersten fünf Plätzen. Während die Prozentwerte für das Thema Zeitmanagement gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich geringer ausfallen, ist der Rückgang bei der Persönlichkeitsentwicklung mit rund fünf Prozentpunkten deutlich höher. Die Unternehmen verorten ihre aktuellen Weiterbildungsschwerpunkte verstärkt in anderen Bereichen. Mit Projekt-/Prozessmanagement, Verkauf/Marketing, Sprachen/Interkulturelles Training sowie Organisationsentwicklung stehen diejenigen Themen im Mittelpunkt, die unmittelbar am Arbeitsalltag der Mitarbeiter bzw. an deren operativen Tätigkeiten und Arbeitsprozessen angesiedelt sind.

Starker Bedeutungszuwachs für Coaching

Auffällig ist: Nicht einmal jedes fünfte befragte Unternehmen zählte das Thema Coaching zum Zeitpunkt der Erhebung zu den fünf wichtigsten Weiterbildungsschwerpunkten, wenngleich die Prognose zukünftig auf einen starken Bedeutungszuwachs hindeutet. 'Das Thema Coaching wird zunehmend akzeptiert', stellt der befragte Personalverantwortliche einer Bank fest. Das sehen viele Weiterbildungsanbieter ähnlich, berichten von wachsendem Bedarf und einer stark steigenden Nachfrage.

Doch die Euphorie teilen nicht alle: Eine ausschließlich als Coach arbeitende Beraterin macht für die gestiegene Nachfrage nach Coaching vor allem die eigene Branche als treibende Kraft aus. 'Die Anzahl der Coachs nimmt zu, doch die Klienten werden nicht mehr', hat sie beobachtet. Ganz geheuer ist auch einem Trainerkollegen das in allen Facetten sprießende Marktangebot nicht; er zeigt sich sichtlich genervt vom 'Coaching mit Hunden, Pferden, Flöhen'. Weitgehend einig sind sich Unternehmen wie Trainer hingegen über den enormen zukünftigen Bedeutungszuwachs des Themas Stressmanagement/Gesundheit. Allerdings: Der dringende Handlungsbedarf ist schon seit Jahren erkannt, in konkreten Maßnahmen schlägt sich dies erst ansatzweise nieder. Im Zuge des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels tun Unternehmen indes gut daran, Gesundheit und Work-Life-Balance nicht mehr nur als Privatangelegenheit des Mitarbeiters zu begreifen, sondern als betriebliches Weiterbildungsthema mit einem schnell nachweisbaren Return on Investment.

Autor(en): (Jürgen Graf)

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