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Stell dir vor, es ist Krise ...

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) hat das in der Vergangenheit schon öfter getan: das Handeln der Personalmanager auf ihrem Jahreskongress durch Personen jenseits der eigenen Profession spiegeln lassen. Oft wurde das durch einen Vorstandsvorsitzenden geleistet, dieses Mal hatte man einen Journalisten der allgemeinen Wirtschaftspresse geladen. Ein Redakteur des  manager magazins war als 'advocatus diaboli' ins Plenum geholt worden, im September 2008 hatte er einen Artikel mit der Headline 'Kopf in den Sand' geschrieben und damit die Personalergilde bezichtigt, die Herausforderungen des War for Talents zwar erkannt, aber nicht gebannt zu haben. Sichtlich unwohl angesichts der Höhle des Löwen präsentierte der Journalist seine pointierten Thesen: 'Stell dir vor, es herrscht War for Talents, und keiner geht hin. Stell dir vor, HR ist so wichtig wie nie zuvor, und keiner merkts. Stell dir vor, unsere Mitarbeiter sind wichtig, aber wir behandeln sie nicht gut …'

Den Beobachtungen des Journalisten schloss sich eine Diskussionsrunde an. Freilich eine, die den Namen nicht verdiente. Günther Fleig, Ex-Personalvorstand der Daimler AG und scheidender DGFP-Vorstand, nutzte das Plenum – wie er selbst freimütig einräumte – zum Co-Referat. Während seiner DGFP-Zeit wirkte Fleig eher ruhig, er kommentierte stets sachlich, nie falsch oder daneben, aber auch nicht auffällig, nie sonderlich streitbar. Auch bei seinem Statement verlor Fleig nicht die Contenance. Aber dass er länger redete als vermutlich eingeplant war, zeugte davon, dass ihm das Vorgetragene nicht gefiel. 'Das geht mir zu weit', sagte der Ex-Vorstand und widersprach nahezu jeder Aussage des Journalisten. Fleig kommentierte die Thesen mit Bezug auf die aktuelle Wirtschaftskrise. Seine Kernaussagen: Ein Abtauchen der Personalfunktion würden derzeit weder die Unternehmensleitungen noch die Führungskräfte erlauben. Und die Planungshorizonte der Personaler würden weiter reichen, als sie mit den jeweiligen Planzahlen über die Tische der Vorstände wandern.

Die Frage, wer nun eigentlich recht hatte – der Journalist, dessen Vortrag mit der Unterzeile 'Wie sieht die Realität in der HR-Welt wirklich aus?' betitelt war, oder der Ex-Vorstand, der zumindest das Business eines Dax-Konzerns kennt –, blieb unbeantwortet. Dennoch wurde damit im Plenum die Thematik angesprochen, die die eigentliche Klammer des diesjährigen DGFP-Kongresses bildete: den kurzfristigen Erfordernissen durch die Krise zu begegnen, ohne die langfristigen Anforderungen zu vergessen bzw. zu übersehen. Stell dir vor, es ist Krise und die Personalmanager sind durch den War for Talents so beschäftigt, dass sie nicht reagieren können ... Die Kongressorganisatoren haben die Herausforderung mit dem Programm abzubilden versucht: Sie haben die Krisenthematik aufgenommen, aber dennoch nicht die Dauerthemen wie Employer Branding und Talentmanagement gestrichen. Eine Antwort kann man daher sicher geben: Ganz so leicht lässt sich die HR-Funktion nicht vorführen. Schon gar nicht in der Krise.

Autor(en): (Nicole Bußmann)


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