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Rezension: Weiterbildung in der zweiten Lebenshälfte

Einer der führenden deutschen Gerontologen stellt mit diesem Sammelband den aktuellen Wissensstand aus Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaft zur Weiterbildung älterer Menschen vor. Wie es sich für ein wissenschaftliches Werk gehört, steht am Anfang seine Begründung. Dort verweist Herausgeber Andreas Kruse darauf, dass der Fachkräftemangel in vielen Branchen jetzt schon deutlich macht: Das Potenzial der jüngeren Arbeitnehmer alleine reicht nicht mehr aus. Deshalb rücken Ältere immer mehr in den Fokus der betrieblichen und außerbetrieblichen Bildung.

Den Bildungsanbietern kommt dabei nach Meinung Kruses die Aufgabe zu, das negative Stereotyp des „Alten Eisens“ zu überwinden. Um dem Vorurteil, Ältere seien weniger leistungsfähig, bildungswillig und innovativ, zu begegnen, reichten statistische Ergebnisse alleine aber nicht aus, betont er. Darüber hinaus müssten auch neue Bilder von Alter und Altwerden differenziert werden.

Hinweise, wie das funktionieren kann, liefert zum Beispiel ein sehr spannender Beitrag über eine Befragung ehemaliger Kriegsteilnehmer der UdSSR. Dort wird in eindrucksvoller Weise deutlich, wie die Rolle der Älteren als Wissensbewahrer und Lenker gesellschaftlicher Entwicklungen aussehen kann. Für Weiterbildner besonders interessant sein dürfte der Beitrag, in dem erklärt wird, warum informelles Lernen für ältere Menschen effizienter als die 'normale' hochstrukturierte Wissensvermittlung ist. Argumentatives Futter für die Fortbildung Älterer liefert wiederum eine Auswertung von mehrjährigen Trainingskursen an der Universität in Madrid zum 'optimalen Altern'. Das Ergebnis in aller Kürze: In einer Gesellschaft des sozialen und kulturellen Wandels besteht sowohl die Bildungsfähigkeit als auch die Bildungsnotwendigkeit über die gesamte Lebensspanne.

Eher überraschend ist hingegen der in einem weiteren Beitrag präsentierte Befund, dass in kleinen und mittleren Unternehmen die Weiterbildung älterer Arbeitskräfte stärker gefördert wird als in Großunternehmen. Als Quintessenz aus den Beiträgen steht unter anderem: Es muss verstärkt auf Bildungscoaching für Ältere gesetzt werden – auch, um die passenden Lernangebote für den gelungenen Übergang in die Nacherwerbsphase zu finden.

TA-Fazit: Eine fundierte wissenschaftliche Grundlage zur Weiterbildung Älterer.

Hubert Kuhn

Andreas Kruse (Hrsg.): Weiterbildung in der zweiten Lebenshälfte, 248 S., brosch., W. Bertelsmann, Bielefeld 2008, 26,90 Euro



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