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Rezension: Konflikt - Mediation und Transformation

Die beiden US-amerikanischen Autoren, die als Gründer der 'transformativen Mediation' gelten, wenden sich mit ihrem Buch an Mediatoren und alle anderen Personen, die in Konflikten vermittelnd eingreifen wollen. Das Werk wurde zwar bereits vor zehn Jahren erstmals auf Englisch veröffentlicht, die vorliegende erste deutschsprachige Ausgabe berücksichtigt jedoch auch spätere Entwicklungen des transformativen Ansatzes.

Die zentrale Idee der transformativen Herangehensweise an Konflikte ist es weniger, auf eine schnelle und kostengünstige Vereinbarung auf der Sachebene hinzuwirken, wie es zum Beispiel im weit verbreiteten Harvard-Modell der interessen-orientierten Konfliktlösung üblich ist. Bush und Folger sind vielmehr an der grundlegenden Veränderung des Konfliktverhaltens der Beteiligten interessiert.  Ausgangspunkt ihres Ansatzes ist ein relationales Welt- und Menschenbild, das Konflikte grundsätzlich als positive Phänomene betrachtet. Soziale Interaktion und die mit ihr unausweichlich verbundenen Störungen bieten die Chance, sich und das eigene Verhalten weiterzuentwickeln, meinen die Autoren. Die transformative Mediation stellt nun ihrer Ansicht nach eine ideale Möglichkeit dar, diese Selbstverantwortung und Selbstorganisation der am Konflikt beteiligten Personen zu fördern und damit schließlich auch tragfähige Lösungen des Ausgangskonflikts zu ermöglichen.
 
Methodisch stellt das Konzept die Bedeutung einer respektvollen Gesprächsatmosphäre in den Vordergrund. Erst diese sorgt dafür, dass tief liegende Überzeugungen der Konfliktpartner angesprochen und die Gefühlsäußerungen gefördert werden können. Im Gegensatz zu lösungsorientierten Ansätzen, bei denen die Mediatoren weit mehr dazu neigen, eigene Lösungswege einzubringen und durchzusetzen, setzt transformative Mediation dabei auf einen offenen Prozess.
Insgesamt gelingt es den Autoren sehr gut, ihr Modell darzulegen. Gut fürs Verständnis: Bush und Folger geben nicht nur theoretischen Input, sondern auch praxisorientierten Anschauungsunterricht: Leser können ihr methodisches Vorgehen am Beispiel einer vollständig protokollierten Mediation nachvollziehen.

TA-Fazit: Ein hervorragendes Buch über Mediation, das auch Supervisoren und Coachs zu empfehlen ist.

Hubert R. Kuhn

R. A. Baruch Bush/J. P. Folger: Konflikt - Mediation und Transformation, 281 S., kart., Wiley, Weinheim 2009, 39,90 Euro


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