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Rezension: Im Dickicht der Organisation

Dieses Buch wendet sich an erfahrene Berater, die sich mit aktuellen Fragen ihrer Profession auseinandersetzen wollen. Dafür schöpfen die Autoren aus mehreren Jahrzehnten eigener Erfahrung als Supervisor sowie aus ihren Leitungsfunktionen in unterschiedlichen Supervisionsverbänden. Auch wenn im Buch überwiegend von Supervision gesprochen wird, sind die Themen und Fragestellungen auch für die meisten Coachs interessant. Zentrale Frage dabei ist, wie komplexe Aufträge die Beratungsrolle verändern. Die Autoren wollen offensiv ihre Praxis thematisieren und sich nicht den etablierten Standards der Supervision beugen.

In ihrem Fokus stehen vor allem der Umgang mit Macht und ethische Fragen. In einer nachvollziehbaren Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung zeigen die Autoren, dass die gesellschaftliche Komplexität zunimmt, der ökonomische Druck steigt und dies zu einem höheren Beratungsbedarf des Managements führt. Prägnant und beeindruckend wird anhand der Geschichte der Supervision aus der Sphäre der helfenden Berufe und der damit meist verbundenen hohen Ambivalenz gegenüber Macht beschrieben, welche Klippen und Gefahren der Gang ins Zentrum der Macht für viele Berater bergen kann.

Beispiele aus sozialen und profitorientierten Organisationen zeigen, wie vielfältig und komplex sich Anfragen oft gestalten. So will die führende Gesellschafterin ein Coaching für ihren von Burnout bedrohten Mitgesellschafter, wobei sich dann im ersten Gespräch mit den beiden zeigt, dass noch andere Leitungspersonen involviert sind und dann auch in die Beratung einbezogen werden. Diese sogenannte Nachfrageanalyse – anstatt den Auftrag Einzel-Coaching zu übernehmen – gelingt nur, wenn der Berater sich unabhängig von ökonomischen und narzisstischen Verführungen machen und dem Management ein attraktives Gegenüber darstellen kann. Klar und erhellend werden sowohl die materiellen als auch die subjektiven Faktoren wie die eigene Sozialisation gegenüber Mächtigen sowie Abhängigkeit oder Autonomie innerhalb der professionellen Community analysiert.

Die Person des Beraters rückt ins Zentrum: Wie können angesichts der Komplexität immer wieder angemessene Lösungen gefunden werden, die die professionellen Standards vielleicht überschreiten? Welche Möglichkeiten und Risiken birgt ein 'Haus-Supervisor', der unterschiedliche Personen berät, vergleichbar dem früheren 'Haus-Arzt'? Was sollte so jemand an Kompetenzen mitbringen? Wie gestaltet er die formellen und mit der Zeit entstehenden  informellen Kontakte? Wann werden Beratungen abgebrochen, weil ethische Mindeststandards an einen verantwortlichen Umgang unterschritten werden? Dazu geben die Autoren lebendige und (selbst)reflektierte Antworten.

TA-Fazit: Ein spannendes Buch und eine Anregung, professionelle Beratung weiterzuentwickeln!

(Hubert Kuhn)

Rudolf Hetzel, Wolfgang Weigand: Im Dickicht der Organisation. 324 S., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, 29,95 Euro



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