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Rezension: Beratung und Ethik

Zwei große, aber bisher weitgehend getrennte Themenfelder werden in diesem Buch miteinander verknüpft: Ethik als Lehre vom guten Leben und Beratung als helfender Beruf. Nachdem öffentlich derzeit viel über Ethik in der Medizin, der Politik oder der Wirtschaft diskutiert wird, soll diese Auseinandersetzung nun also auch in der Beratung von Menschen und Organisationen geführt werden.

Kein leichtes Unterfangen, aber lohnenswert, meinen Peter Heintel, Larissa Krainer und Martina Ukowitz, die Herausgeber des Buches 'Beratung und Ethik'. Denn so könne ein Beitrag zur Professionalisierung und Qualitätssicherung in der Beratung geleistet und damit auch die Legitimation beraterischen Handelns gestärkt werden.

Aus wissenschaftlicher wie praktischer Perspektive werden in insgesamt elf Beiträgen die zwei Richtungen des Themas untersucht: Beratungsethik und ethische Fragen in der Beratung. Die Ethik von Beratung hat viel zu tun mit Professionalität, also der Qualität von Beratung. Welche Methoden setze ich aufgrund welcher Theorie ein? Was verspreche ich dem Kunden? Oder: Wie gehe ich mit eigenen Fehlern in der Beratung um? Hier gilt es nach Meinung der Autoren, das eigene Handeln immer wieder zu hinterfragen, - und zwar dahingehend, ob es dem persönlichem Wertemuster entspricht. Gleichzeitig müssen aber auch die Werte und Normen selbst regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden.

Auf der Grundlage einer Befragung von Kollegen beschreibt Berater Alexander Exner 'ethische Fallen', die im Beratungsprozess lauern: etwa die Verlockung, sich kaufen zu lassen oder dem Kunden oder Kollegen gegenüber unehrlich zu sein. Ethische Zwickmühlen ergeben sich laut Untersuchung für die Berater auch dann, wenn sie Anweisungen von Vorgesetzten besseren Wissens folgen oder die eigene Handlungskompetenz überschreiten, um schneller ans Ziel des Beratungsprozesses zu kommen. Hier wird deutlich, dass man als Berater um diese Themen nicht herumkommt, sowohl in Profit- als auch in den oftmals als 'moralischer' eingestuften Nonprofit-Organisationen.

Kurt Buchinger, ein weiterer ausgewiesener Beratungsexperte, sieht in nahezu jedem Entscheidungsprozess eine ethische Fragestellung. Seiner Meinung nach müssen die unterschiedlichen Interessen und Logiken, die mit einer Frage verbunden sind - z.B. Mitarbeiter- oder Effizienzorientierung, Karriere oder Familie - als ethischer Wertekonflikt begriffen werden. Professionelle Beratung ist für Buchinger ein hervorragendes Mittel, solche Wertekonflikte in angemessener Tiefe und zum Klienten passend zu bearbeiten.

Fazit: Eine sehr interessante und anregende Auseinandersetzung zu einem wichtigen Thema.

Von Peter Heintel, Larissa Krainer und Martina Ukowitz (Hrsg.), 275 S., brosch., Leutner, Berlin 2006, ISBN 3-934391-29-X, 26,- Euro.

Autor(en): (Hubert R. Kuhn)


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