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Rezension: Alles, was in mir steckt

Wer gerne mit Texten arbeitet und ungewöhnliche Methoden für Coaching und Training sucht, kann sich durch dieses Buch anregen lassen. Ungewöhnlich deswegen, weil hier vor allem durch kreatives Schreiben Wachstum und Erkenntnis erzeugt werden sollen. Kurz und prägnant vergleichen die beiden Autorinnen ihr 'Schreibwirk-Modell' mit einem künstlerischen Produktionsprozess. Dabei zitieren sie sehr knapp verschiedene Autoren der Kreativitätsforschung, um zu einer systematischen Kreativitätstheorie zu kommen.

Anschaulich beschreiben sie, wie in der ersten Phase der Inkubation eine Selbstanalyse durchgeführt wird. Praktisch wird zu einem Begriff, zum Beispiel 'berufliche Belastung', individuelles Material zu persönlichen Auswirkungen und Bewältigungsstrategien gesammelt. In diesem Schreibprozess werden beide Gehirnhälften aktiviert, zur Selbstanalyse kommen Problem- und Systemanalyse hinzu.

Anschließend wählt man einen Begriff dieser Sammlung in der Illuminationsphase aus und nutzt die Kreativität der Gruppe: Jeder schreibt zu einem fremden Problem die eigenen Assoziationen auf. Wenn anschließend alle Texte vorgelesen werden und man eine fremde Interpretation zum eigenen Thema hört, können neue Einsichten und Erkenntnisse entstehen. In der Elaborationsphase werden diese ausgearbeitet und die Umsetzung geplant.

Knapp und dabei durchaus informativ stellen die Autorinnen Ansätze der Kreativitätsforschung und Psychotherapie vor, die mit Schreiben als Methode arbeiten. So können zum Beispiel auch traumatische Erlebnisse durch kontinuierliches Schreiben besser verarbeitet werden. Für Schreibblockaden empfehlen die Autorinnen, selbst pädagogisch und psychologisch ausgebildet, den inneren Kritiker und Ermutiger in einen schriftlichen Dialog treten zu lassen.

Da sie den inhaltlichen Kern treffen, ist es verzeihlich, dass sie das Konzept der inneren Antreiber der Themenzentrierten Interaktion (TZI) zuordnen statt der Transaktionsanalyse. Für den Praxistest ihrer Methoden nutzten die Autorinnen fünf dreistündige Workshops mit leitenden Mitarbeitern der Kinder- und Jugendarbeit, deren Ziel  es war, ihre Resilienz gegenüber beruflichen Belastungen zu erhöhen. Anschaulich und nachvollziehbar sind die Übungen, mit kreativem Schreiben zu höherer Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion und innerer Kraft zu kommen.

Wie die einzelnen Übungen genau durchzuführen sind, findet man im abschließenden Methodenteil. Es sind Schreibübungen, die allein oder als Partnerübung gemacht werden können. Interessante weiterführende Tipps finden sich schließlich bei den kommentierten Literaturempfehlungen.

TA-Fazit: Ein interessantes und anregendes Buch zu kreativem Schreiben als beraterischer Methode.

(Hubert Kuhn)

Haußmann, Renate und Rechenberg-Winter, Petra: Alles, was in mir steckt. 158 S., Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 2013, 19,99 Euro.


Link: Weitere Informationen zum vorgestellten Buch finden Sie hier ...


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