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Personalberater: Licht am Ende des Tunnels

Nach dem Höhenflug 2008 folgte der Absturz: Der Umsatz der Personalberatungsbranche ist 2009 um 26,2 Prozent gesunken. Damit verzeichnete die Branche das höchste Umsatzminus seit zehn Jahren. Nach dem Sinkflug sehen sich die Personalberater 2010 aber wieder im Aufwind.

Trotz schlechter Zahlen – auf dem Branchentreffen der Personalberater am 5. Mai 2010 war von langen Gesichtern keine Spur. Auf dem Petersberg bei Bonn lag vielmehr Optimismus in der Luft. Denn obgleich die Branche die Krise im zurückliegenden Geschäftsjahr stark zu spüren bekommen hat, blickt sie optimistisch auf 2010. Bestätigt wird dieses Stimmungsbild von der Marktstudie 'Personalberatung in Deutschland', die der Bundesverband der Unternehmensberater (BDU) jährlich durchführt und deren Ergebnisse er auf dem Personalberatertag Anfang Mai vorgestellt hat. In diesem Jahr hatten sich 180 Personalberatungsgesellschaften an der Umfrage beteiligt. 'Der Umsatzrückgang ist letztlich nicht so kräftig ausgefallen, wie zwischenzeitlich erwartet', ordnete Wolfgang Lichius die Studienergebnisse ein. 'Dennoch schließt die Personalberatungsbranche 2009 mit dem höchsten Umsatzminus seit zehn Jahren ab', erklärte der Vorsitzende des Fachverbands Personalberatung im BDU. Insgesamt belaufen sich die Umsatzeinbußen auf exakt 26,2 Prozent. 140 Personalberatungsunternehmen mussten infolge des krisenbedingten Nachfragerückgangs Insolvenz anmelden.

Talfahrt nach Höhenflug

'An den großen Auf und Abs des Personalberatungsmarktes sieht man, wie konjunkturabhängig unsere Dienstleistung ist', erklärte Lichius mit Blick auf die Umsatzentwicklung der Branche in den vergangenen Jahren. Denn diese zeigt: Dem tiefen Einbruch 2009 war ein Höhenflug vorangegangen. Fünf Jahre lang stieg der Jahresumsatz der Headhunter kontinuierlich von 750 Millionen Euro (2003) auf einen Spitzenwert von 1,49 Milliarden Euro im Jahr 2008. 2009 brach der Branchenumsatz nun auf 1,1 Milliarden Euro ein. Dass man zwischenzeitlich mit noch schlimmeren Einbußen gerechnet hatte, offenbaren die Werte des Geschäftsklimaindex für Personalberatungen, den der BDU alle zwei Monate misst. Im Februar 2009 erreichte die Stimmung mit einem Indexwert von minus 29, 1 ihren Tiefstand. Erst Ende 2009 verbesserte sich die Stimmung allmählich. Im März 2010 gaben drei Viertel der Befragten an, wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Sie rechnen im laufenden Jahr mit leicht steigenden Umsätzen.

Auftragsrückgang im Kerngeschäft

Herbe Auftragsrückgänge mussten die Personalberater vor allem in ihrem Kerngeschäft, der Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften,  verkraften: Viele Unternehmen verhängten krisenbedingt Einstellungsstopps, vertagten oder strichen gar Personalentscheidungen. Der Anteil am Gesamtmarktumsatz dieses Beratungsfeldes sank von 88,4 Prozent auf 83 Prozent. Insbesondere die großen Personalberatungsfirmen setzten daher, neben dem  klassischen Such- und Auswahl- Geschäft, verstärkt auf ergänzende Dienstleistungen. Am erfolgreichsten waren sie damit in den Bereichen Managementdiagnostik und Outplacement. Die Anteile am Gesamtumsatz konnten in beiden Beratungssegmenten gesteigert werden.

Kleine Firmen am stärksten getroffen

Am härtesten hat es 2009 die kleineren Personalberatungsfirmen mit einem Jahresumsatz unter 100.000 Euro getroffen. Ihr durchschnittlicher Umsatzrückgang lag bei 40 Prozent. Bei den großen Beratungsfirmen (mehr als fünf Millionen Euro Umsatz) sank der Umsatz um 23 Prozent. Die Gründe hierfür liegen vermutlich in der unterschiedlichen Klientenstruktur: Während die größeren Personalberatungen in der Regel häufiger mit der Besetzung von Top-Management-Positionen beauftragt werden, erhalten die kleineren Personalberatungen eher Suchaufträge für das Mittelmanagement. Gerade in diesem Bereich nahm die Bereitschaft zu Personaleinstellungen im Krisenjahr jedoch rapide ab. Mit Einsparungen bei den Personalkosten reagierten in erster Linie die Branchenriesen: 40 Prozent der großen Personalberatungen haben sowohl Berater- als auch Verwaltungsstellen gestrichen. Insgesamt sank die Zahl der Personalberater um 8,5 Prozent auf knapp 5000 (2008: 5.420). 'In Anbetracht der hohen Umsatzeinbußen halte ich die Zahl der Stellenstreichungen noch für vergleichsweise klein', kommentierte Lichius das Studienergebnis. Viele Beratungsunternehmen hätten sich eher bemüht, Personal zu halten und die Kapazitäten für eine schnellere Auftragsbearbeitung zu nutzen.

Direktsuche gefragt wie nie

Ein weiteres Studienergebnis: 2009 wurde die Direktsuche besonders stark nachgefragt. So wurden 56 Prozent der Suchaufträge über die unmittelbare Ansprache infrage kommender Kandidaten abgewickelt. Das bedeutet eine Steigerung um rund 13 Prozent. Laut Lichius beförderten zwei Tendenzen diesen Trend: Viele Unternehmen waren bei Einstellungen sehr wählerisch und wünschten sich passgenaue Kandidaten. Andererseits war die Bereitschaft von Arbeitnehmern zum Arbeitgeberwechsel sehr gering. Daher sei die Direktsuche oft die einzig erfolgbringende Suchmethode gewesen. Neben der reinen Direktsuche hat aber auch die Kandidatensuche via Internet an Bedeutung gewonnen: Durch die Kombination von direkter und online-gestützter Suche konnten 16 Prozent der Stellen besetzt werden. Die Kandidatenansprache mittels Printanzeigen funktionierte hingegen weniger gut: Ihr Anteil sank auf 6,5 Prozent am Gesamtmarkt. Dass sich dieser Trend künftig verstärken wird, davon geht die Mehrzahl der Personalberater aus: 85 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass soziale Netzwerke wie Xing und Facebook wichtiger für die Personalsuche werden.

Personalberatung in Zeiten des Web 2.0

Dem Thema soziale Netzwerke und den Veränderungen, die mit ihrem rasanten Wachstum für Gesellschaft und Wirtschaft einhergehen, widmete sich auch ein Großteil der Beiträge des Kongressprogramms. Dass sich die Geister der Branche an diesem Thema momentan noch scheiden, offenbarte sich in der Podiumsdiskussion 'Führungskräftesuche 2.0': Über Internetplattformen wie Facebook und Xing ließen sich zwar Führungskräfte für das untere und mittlere Management rekrutieren, jedoch keine Top-Manager, merkte Karl Hecken, Senior Berater der Finaki GmbH, auf dem Podium an. Wenn es darum ginge, Präsenz im Netz zu zeigen, seien Vertreter der oberen Führungsebenen ohnehin eher reserviert. 'Ich habe jedenfalls noch kein Xing-Profil von einem Vorstandschef gesehen', ergänzte Hecken. Diese Sicht teilte Jan Kirchner nicht: 'Mir sind Kandidaten, die keine Spuren im Netz hinterlassen haben, eher suspekt.' Der Geschäftsführer der atenta Personalberatung ist sich sicher: Die sozialen Netzwerke und damit auch deren Fähigkeiten werden weiter wachsen. Über kurz oder lang werde daher ein offener und transparenter Umgang mit Facebook, Twitter und Co. auch für die Führungseliten selbstverständlich, urteilte Kirchner.

Zumindest die Erkenntnis, dass zukünftig kein Weg an den Social Networks vorbei führt, scheint sich innerhalb der Profession langsam zu festigen. Denn auch wenn der Aufschwung wieder eingesetzt hat: Der Erfolg der Branche wird künftig auch davon abhängen, wie gut man sich auf die Veränderungen des Marktes einstellen kann.

Autor(en): (Nina Peters)


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