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Neue versus alte Business School: Die ESMT kommt, das USW geht

In Berlin entsteht die neue Schule für Top-Manager: Ende Oktober 2002 wird die European School of Management and Technology (ESMT) eingeweiht, getragen von mehreren Dax-Unternehmen. Der Lehrbetrieb mit Manager-Kursen soll nach Informationen von Training aktuell im ersten Halbjahr 2003 beginnen - nicht, wie ursprünglich geplant, schon im November dieses Jahres.

Das USW wird für die ESMT geopfert
Die ambitionierte Gründung fordert ein Opfer: das Universitätsseminar der Wirtschaft (USW). Von offizieller Seite stellt sich die wenig erfreuliche Perspektive für die Management-Ausbildungsstätte auf Schloss Gracht in Erftstadt so dar: 'Das USW soll in die ESMT überführt werden', sagte Wulff Plinke gegenüber Training aktuell.
Mit dem ESMT verliert das USW seine Existenzgrundlage - denn die Träger der ESMT sind dieselben, die auch beim USW im Förderverein eine wichtige Rolle spielen. Diese 18 Unternehmen werden für die Berliner Gründung 100 Mio. Euro aufbringen, viel Geld in Zeiten unsicherer Gewinnprognosen in der Konzernwirtschaft. Eine Parallel-Struktur werden sich diese Unternehmen nicht leisten - das USW, das in kleinerem Format dasselbe tut wie die ESMT, verliert also seinen Daseinszweck. Personell ist diese Veränderung bereits vorbereitet: Wulff Plinke ist der operative Chef sowohl des neuen als auch des alten Gebildes. Der von der Humboldt-Universität, Berlin, beurlaubte Professor wird das USW in den nächsten 12 Monaten zurückfahren, um als Gründungsdekan das ESMT aufbauen zu können.

Träger des USW konnten sich nicht auf eine Zukunftsstrategie einigen
Vorbereitungen für diese Rochade laufen bereits seit einiger Zeit. Rückblick: Die Verantwortlichen aus den Trägervereinen des USW, Clemens Börsig (Deutsche Bank), Ihno Schneevoigt (Allianz) und Manfred Gentz (Daimler-Chrysler) begannen schon 1999, eine Manager-Schule neuer Form vorzubereiten. Als Hebel dafür sollte ein Gutachten von McKinsey dienen. Die Empfehlung der Berater: Das USW soll eine internationale Business School werden. Der feine Plan blieb jedoch in der Schublade: 'Innerhalb der Trägerschaft des USW war kein Konsens für die neue Zukunftsstrategie zu finden', beschreibt Marktkenner Karlheinz Schwuchow, Hochschullehrer in Bremen, die vertrackte Situation: Die 62 Unternehmen, die das USW tragen, konnten sich nicht einigen.
Das war der Anfang vom Ende. Den Treibern dieses Themas, darunter Plinke, Gentz und Börsig, war die Alternative schnell klar: Nur eine Neugründung kann leisten, was das Gutachten empfahl: eine Managerschule von internationalem Rang, die Teilnehmer aus ganz Europa anzieht.

Hinter den Kulissen wird seither das Aus des Betriebes auf Schloss Gracht in seiner bisherigen Form eingeleitet: Bereits bei seinem Amtsantritt 2001 sprach Plinke von einer nötigen 'Konsolidierung der deutschen Weiterbildungslandschaft'. Der Umsatz mit Seminaren ging schon 2001 zurück, wie aus Kreisen des USW zu hören ist. Statt aber das Steuer herumzureißen, unterbreitete Leiter Plinke dem für Gracht verantwortlichen Chefcontroller der Deutschen Bank Börsig seine Kürzungspläne. Zwei Kernpunkte des Programms: Mitarbeiter entlassen und die hauseigene Druckerei, die die Kursunterlagen herstellt, dicht machen. Einige Entlassungen wurden vollzogen, das Ende der Druckerei konnten erzürnte USW-Mitarbeiter noch einmal aufschieben, wie aus dem Umfeld des Schlosses zu erfahren war.

Seminarleiter ziehen nach Berlin
Der Seminaranbieter USW soll laut Plinke bis 2004 vom Markt verschwinden. Eine Steuerung von eigenständigen Weiterbildungsangeboten wird es also auf Schloss Gracht bald nicht mehr geben: Seminarleiter werden ihren Arbeitsort von Erftstadt nach Berlin verlegen. Mit deren Hilfe kann die dortige ESMT, wie jetzt geplant, ab 2003 Kurse anbieten - was sonst in der kurzen noch verbleibenden Zeit kaum möglich gewesen wäre. In absehbarer Zeit kommen Programme dann nur noch aus Berlin: An der ESMT soll nach und nach eine eigene Fakultät aufgebaut werden. Dafür will das neue Berliner Institut Professoren international anwerben, die am Ort lehren und forschen sollen. Für das USW in seiner bisherigen Form ist dann kein Platz mehr - was dem Wasserschloss bleibt, ist die Rolle als Seminarhotel.

Anm. der Red.: Ein ausführlichen Hintergrundbericht findet sich im nächsten managerSeminare.

Autor(en): (Axel Gloger)


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