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Messe Personal verzeichnet Rekordergebnis

Zum ersten Mal fand die Messe Personal in München statt und legte am neuen Standort gleich ein Rekordergebnis hin: 4.316 Tickets zählte der Veranstalter. Trotz dieses Superlativs waren nicht alle Aussteller mit der Verkaufsschau zufrieden: Viele Weiterbildner beklagten ihre abgelegenen Standplätze und zu wenig Laufpublikum.

'Der HR-Anbietermarkt zeigt sich in der Krise stabil', freute sich Alexander Petsch, Geschäftsführer der spring Messe Management GmbH. Den Beweis für diese These lieferte ihm die diesjährige Messe 'Personal', für die er als Veranstalter 4.316 Fachbesucher verbuchen konnte – ein Rekordergebnis in der zehnjährigen Geschichte der Messe. 249 Aussteller hatten sich vom 25. bis 26. März 2009 in vier Messehallen des Münchner Veranstaltungscenters M,O,C eingefunden – die Ausstellungsfläche war damit um ein Fünftel größer als bei der Vorjahresveranstaltung in Stuttgart.

'Als die Fachmesse 2005 das erste Mal unter unserer Leitung stattfand, starteten wir mit 1.642 Fachbesuchern und 100 Ausstellern', blickt Projektleiterin Tina Engelhardt zurück. 'Jetzt haben wir trotz schwieriger Zeiten einen Rekord erreicht. Deshalb sind wir sehr zufrieden.'

Große Nachfrage nach HR-Software

Sehr zufrieden waren auch manche Aussteller der Branche – allerdings längst nicht alle. Denn: 'Die Nachfrage hat sich verschoben, es sind definitiv andere Themen wichtig als in der Boom-Zeit', hat Alexander Petsch beobachtet. Ganz oben auf der Wunschliste steht für viele Unternehmen derzeit die Prozessoptimierung in der Personalarbeit. Das wollen die Firmen auf zwei Wegen erreichen: zum einen durch Outsourcing von Personaldienstleistungen wie etwa die Ausgliederung der Entgeltabrechnungen an einen Dienstleister. Großes Sparpotenzial sehen viele Firmen zum anderen in effektiver HR-IT. Publikumsmagneten waren auf der Messe entsprechend etwa die Anbieter digitaler Personalakten. Ebenfalls gefragt: technische Unterstützung beim Bewerbermanagement. Die sucht vor allem der Mittelstand, wie eine Diskussion zeigte. Denn der wird derzeit von 'Bewerbern überrannt', wie es eine Personalleiterin formulierte.

Während sich die Absolventen vor der Finanzkrise vor allem bei den bekannten DAX-Unternehmen um ein Engagement bemühten, setzen sie nun offenbar auf inhabergeführte Arbeitgeber, denen sie mehr unternehmerische Verantwortung zutrauen. Über das Interesse freuen sich die Umworbenen – und sind dennoch manchmal überfordert: 'Nicht alle mittelständischen Unternehmen haben die IT-Infrastruktur, um die zahlreichen Bewerbungen zu bearbeiten', berichtete eine Beraterin.

Ein weiterer Anziehungspunkt für Messebesucher waren Recruiting-Themen. 'Das ist überraschend, denn im ersten Moment könnte man meinen, dass Rekrutierung angesichts vermehrten Stellenabbaus kein Problem ist', so Alexander Petsch. Doch seine Beobachtungen zeigen: 'Die Unternehmen haben große Probleme, im Mittel- und Top-Management Kandidaten zu rekrutieren, weil diese im Moment nicht wechselwillig sind.'

Massenrekrutierung verliert an Bedeutung

Wichtiger scheint es außerdem geworden zu sein, den idealen Mitarbeiter für eine neue Stelle zu finden, weil 'eine Fehlbesetzung in der Krise viel stärker zum Tragen kommt', wie Petsch berichtet. Kein Messe-Thema mehr waren Dienstleister und Tools zur Massenrekrutierung. Sie gehören zu den Verlierern der Nachfrageverschiebung. Investitionsbereit sind die Unternehmen nur noch, wenn es darum geht, eine passende Fach- oder Führungskraft zu finden.

Durchwachsen war die Messe-Einschätzung der Aussteller in Halle vier – der Weiterbildungshalle. 86 Unternehmen waren nach München gereist, um ihr Angebot zu präsentieren – 38 mehr als im Vorjahr. Doch trotz gestiegener Austellerzahlen war von lebhaftem Treiben, wie es rund um die großen Stände der IT-Firmen zu sehen war, nur wenig zu spüren. Beliebt waren die 'Aktionsflächen Training', auf denen Trainer Kostproben ihrer Arbeit geben konnten. Erst 2008 hatte der Veranstalter diese Präsentationsform ins Programm der Messe aufgenommen. Vom Publikum wurde die Idee – trotz durchwachsener Qualität der einzelnen Vorführungen – erneut gut angenommen, die Stühle waren hier oft bis auf den letzten Platz besetzt. Das zeigte: Interesse hatten die Besucher der 'Personal' sehr wohl an der Arbeit der Weiterbildner. Trotzdem waren nicht alle Aussteller zufrieden. 'Die Messehalle, in der sich unser Stand befand, war nicht so stark frequentiert wie erhofft', berichtet beispielsweise Annette Hagedorn von der FOM – Fachhochschule für Oekonomie & Management, München.

Wenig Laufpublikum an den Weiterbildungsständen

Ein Grund für die ausbleibenden Besuchermassen: die Positionierung der Weiterbildungsanbieter in der vierten und damit letzten Messe-Halle. Für manche Besucher war der Weg zur Weiterbildungsfläche offenbar zu weit. Das Ergebnis: 'Wir haben zwar gute Gespräche mit Kunden und Dozenten geführt, aber es kam nicht so viel Laufpublikum vorbei wie gewünscht', meint Hagedorn stellvertretend für andere Weiterbildner.

Dass die Vier-Hallen-Struktur für die Trainingsanbieter nicht ideal war, sieht auch Messe-Veranstalter Petsch ein. 'Eine kompaktere Darstellung des gesamten Angebots wäre besser gewesen für den Besucherfluss.' 2010 wird die Messe, die nun zwischen den Standorten München und Stuttgart wechselt, wieder in Baden-Württemberg stattfinden. Für das nächste Gastspiel in Bayern will der Veranstalter 'die Hallenaufteilung überdenken'. Auch ein neuer Veranstaltungsort wie etwa das Münchner Messegelände ist denkbar, meint Petsch.

Konkurrenz vor Ort durch zweite Weiterbildungsmesse

Am neuen Standort würde dann auch die Konkurrenz wegfallen, die die Leistungsschau in diesem Jahr noch hatte: Am zweiten Messetag der 'Personal' öffnete die zweitägige 'Messe Weiterbildung' ihre Türen – ebenfalls im M,O,C-Gelände, nur ein Stockwerk höher. Die Ausstellung, die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindet, wird von der Münchner IHK-Gesellschaft für Berufs- und Weiterbildung mbH verantwortet und richtet sich neben Privatpersonen auch an Unternehmen.

Auch diese Leistungsschau durfte sich über gestiegenes Interesse am Thema Weiterbildung freuen: 8.500 Besucher vermeldeten die Veranstalter – vor zwei Jahren war es noch 5.000. Ob es tatsächlich 8.500 Besucher waren, mag dahingestellt sein – schließlich ist die 'Messe Weiterbildung' für Besucher kostenlos. Somit ist es schwer, nachzuhalten, wie viele Bildungswillige durch die Halle streifen.

Klar ist indes: Beide Messen bieten regionalen Weiterbildungsanbietern eine Plattform und beide zeigen Angebote der betrieblichen Weiterbildung. Für den Besucher mag das Doppelangebot ein Vorteil gewesen sein – für die Aussteller war es das eher nicht.

Autor(en): (Corinna Moser)


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