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Kollegiale Coachingkonferenz: Beraten nach Drehbuch

Erfahrungsaustausch und Beratung bei Problemen im Berufsalltag – dafür steht die KCK Kollegiale Coachingkonferenz. Ihre Besonderheit gegenüber anderen Formen der Kollegialen Beratung: Die Verwirklichung systemisch-lösungsorientierter Coachingprinzipien durch einen sehr detaillierten Leitfaden.

Sie kommen mitunter aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Zur KCK Kollegialen Coachingkonferenz treffen sich z.B. Gruppen, die aus einem Bürgermeister, einem Firmenchef, einem Hauptabteilungsleiter und mehreren Projektmanagern zusammengesetzt sind. In einem Prozess der gegenseitigen Beratung erarbeiten die Teilnehmer eigenverantwortlich – ohne Hilfe durch einen externen Experten – Lösungen für konkrete Probleme aus ihrem Führungsalltag. 'Indem sie sich untereinander coachen und dabei bestimmten Grundsätzen folgen, schulen die Teilnehmer zudem ihre kommunikativen Fähigkeiten', nennt Dr. Elke Berninger-Schäfer den zweiten Nutzen der KCK. Die Methode, eine Form der Kollegialen Beratung unter Führungskräften, wurde an der Führungsakademie des Landes Baden-Württemberg von ihr und Akademieleiter Thomas Berg entwickelt.

Das Besondere an ihrer Methode sieht Berninger-Schäfer vor allem darin, dass sie konsequent die ethischen Grundlagen systemisch-lösungsorientierten Coachings verwirklicht. So halten sich die Teilnehmer in ihren Gesprächsrunden an Coachingprinzipien wie 'Anerkennung der Subjektivität von Erleben/Verhalten', 'Akzeptanz der Selbststeuerung/Selbstverantwortung von Klienten' und 'Orientierung an Potenzialentfaltung'. Ganz wichtig, so Berninger-Schäfer: 'Die Entscheidungshoheit des Beratenen wird immer gewahrt. Die Gruppe wählt keine Themen aus oder macht Vorschläge, die nicht auf sein Ziel abgestimmt sind.'

Das 'Drehbuch' als zentrales Element der KCK

Die Vorgehensweise: Bevor sich eine Gruppe zum ersten Mal zur KCK trifft, absolvieren die Teilnehmer eine zweitägige Schulung. Hier werden sie in die relevanten Beratungsprinzipien eingeführt und lernen den Leitfaden für den Ablauf ihrer Gruppensitzungen kennen. Dieser ähnelt einem detaillierten Drehbuch und beschreibt auch die Methoden für jede Phase des Prozesses:

1. Situationsanalyse: Im Sinne des systemischen Ansatzes ergründen Coachee und Interviewer zunächst die Wechselbeziehungen zwischen dem Klienten und den übrigen Personen innerhalb seines Unternehmens. Ziel ist es, das Anliegen und den Ist-Zustand zu klären (10 Minuten).

2. Es folgt eine Beraterrunde von Moderator und Gruppe, in der schriftlich die Fakten über den Fall zusammengetragen werden (15 Minuten).

3. In der Phase Zielfindung und Ressourcenklärung legt der Klient seine Coaching-Ziele fest und prüft eigene Lösungsansätze. Hier kommt die lösungsorientierte 'Wunderfrage' zum Einsatz: Was wäre, wenn der Coachee durch Zauberkraft sein Ziel bereits erreicht hätte? Mit dieser Visionsarbeit kann der Coachee erkennen, ob seine Lösung im Arbeitsalltag wirklich erfolgreich sein kann (15 Minuten).

4. Im Brainstorming zu Lösungsvorschlägen sammeln die Gruppenmitglieder weitere Lösungsmöglichkeiten für den Coachee (15 Minuten).

5. Es folgt die Entscheidungsfindung, bei der der Klient Lösungen auswählt und erste Schritte zur Veränderung plant (10 Minuten).

6. Die Runde endet mit einem Sharing, bei dem alle Teilnehmer ihre Rolle verlassen und in einem 'Blitzlicht' Rückmeldung geben (10 Minuten).

Autor(en): (Monika Schaake)

Kontakt zu Elke Berninger-Schäfer:
berninger-schaefer@t-online.de
Weitere Infos zur Methode ...


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