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Frankfurter Buchmesse: Keine Experimente

Innovationen und Experimente will Direktor Juergen Boos auf der diesjährigen Buchmesse vorstellen. Doch nicht alle Verlage machen dabei mit: Im Bereich der Management-Literatur präsentieren die Lektoren vor allem Klassiker. Inhaltlich setzen sie auf die Themen Motivation und Krisenbewältigung.

'Diese Messe ist sicherlich die experimentierfreudigste, die es je gab', verspricht Messedirektor Juergen Boos im Vorfeld der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.  Auf der weltgrößten Leistungsschau der Verlage, die vom 14. bis 18. Oktober 2009 ihre Pforten öffnet, werden zahlreiche Innovationen der Branche präsentiert: Romane fürs Handy, Sachbücher für elektronische Lesegeräte und Spiele für Online-Communities. Weniger Spektakel bieten die Fachverlage, die Weiterbildungs- und Wirtschaftsliteratur anbieten. Dennoch haben sie große Erwartungen an die 61. Buchschau, denn das Interesse an ihren Publikationen ist derzeit groß. 'Das gesamte Segment der Weiterbildung wird sehr stark von den Kunden nachgefragt', berichtet etwa Ursula Rosengart, Geschäftsführerin des Gabal-Verlags. Der Offenbacher Verlag, der in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen feiert, baut auch in diesem Jahr in Frankfurt einen Stand auf und präsentiert seine Autoren in zahlreichen Foren. Das große Interesse an den Verlagsprodukten erklärt sich Rosengart so: 'Die Menschen wissen, dass sie sich selbst weiterbilden müssen, und Medien sind hier eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit.'

Neben der Weiterbildung hat ein weiteres Thema Konjunktur: der Arbeitsmarkt und seine Anforderungen an die Arbeitnehmer. Das Interesse der Leser geht dabei in zwei Richtungen. Auf Handlung setzt die eine Lesergruppe: 'Karriereratgeber und Bewerbungsbücher laufen derzeit überraschend gut', berichtet Dr. Annette C. Anton, Programmleiterin des Frankfurter Campus-Verlags. Weitere Renner: die sogenannten Traum-Job-Bücher. 'Viele Leute überlegen sich offensichtlich, wie eine Neuorientierung, ein Plan B in ihrem Berufsleben aussehen könnte', berichtet Anton.

Den perfekten Arbeitsplatz gibt es nicht

Die zweite Lesergruppe übt sich in der Rezession in Pragmatismus und greift etwa zum 'Frustjobkillerbuch'. 'Warum es egal ist, für wen Sie arbeiten' – so der Untertitel des Werkes – nimmt das lakonische Resümee der Autoren vorweg: Den perfekten Arbeitsplatz gibt es nicht, also mach‘ das Beste aus deinem derzeitigen Job. Mit diesem Ratschlag hat es das Frustjobkillerbuch zum Wirtschaftsbestseller des Campus-Verlags geschafft, wie die Programmleiterin berichtet. Im Sog des Verkaufserfolgs hat der Verlag nachgelegt: Im August 2009 erschien das zweite Werk des Autorenduos Volker Kitz und Manuel Tusch. Der Titel 'Ohne Chef ist auch keine Lösung' verleidet unglücklichen Arbeitnehmern das Lamentieren über einen unfähigen Boss und ruft zu mehr Empathie auf.

Top-Thema Motivation

Nach Orientierung suchen indes nicht nur die Angestellten; auch Führungskräfte brauchen Unterstützung – so eine Beobachtung der Verlage. 'Wir erwarten eine steigende Nachfrage nach Büchern, die Führungskräften Hilfestellung bieten, sowohl in der Frage ,Wie agiere ich in der Krise?’ als auch im Punkt ,Wie motiviere ich meine Mitarbeiter?’', so Dr. Oskar Mennel, Geschäftsführer des österreichischen Linde-Verlags. Bedienen will der Verlag den Bedarf u.a. mit einem Buch des ehemaligen Harvard-Professors Ram Charan. Der Titel: 'Jetzt richtig handeln – Der Krise trotzen – Strategien für alle Unternehmensbereiche.'

Zum Thema Mitarbeitermotivation – einem der wichtigsten Führungsbereiche in der Krise – bringt der Gabal Verlag, Offenbach, gleich zwei Neuerscheinungen heraus, die auf Steven Reiss setzen. Der Erfinder der 'Arbeit mit den 16 Lebensmotiven' erklärt erstmals in einem deutschen Buch seine Arbeit mit dem 'Reiss Profile'. Wie man dieses Profil in der Personalarbeit einsetzen kann, erläutert der Titel 'Motivorientiertes Führen: Führen auf Basis der 16 Lebensmotive nach Steven Reiss' von Frauke K. Ion und Markus Brand.

Bewährte Konzepte statt neuer Ideen

Bei den Grundlagenbüchern im Bereich Management wagen die Verlage indes wenig Neues. Hier scheint die Devise zu gelten: keine Experimente. 'In der Krise erleben wir eine Rückbesinnung auf die Klassiker, die praxiserprobte und bewährte Ansätze versprechen', berichtet Dr. Annette C. Anton. Die Longseller des Campus-Verlages von Reinhard K. Sprenger ('Mythos Motivation') und Fredmund Malik ('Führen, Leisten, Leben') bekommen im November 2009 illustre Gesellschaft: Der Campus-Verlag plant eine neue Edition des Klassikers „Management“ von Peter F. Drucker; zwei Bände mit 1.200 Seiten.

Auch der Offenbacher Gabal-Verlag setzt im Bereich Management-Buch lieber auf Klassiker statt auf Neuheiten: Als Messe-Highlight preist der Verlag unter anderem  die 13., neu bearbeitete Auflage des Titels 'Das 1x1 der Erfolgsstrategie' von Fredmund Malik, Lothar J. Seiwert und Kerstin Friedrich an. Neue Impulse für die Branche versprechen zwei Werke: Nils Pfläging, der in Deutschland die Beyond-Budgeting-Idee bekannt gemacht hat, spricht sich auch in seinem neuen Buch gegen allzu viel Steuerung aus. 'Die 12 neuen Gesetze der Führung' haben den herausfordernden Untertitel 'Warum Management verzichtbar ist' (Campus). Provokante Thesen liefert auch Roland Jäger: In 'Ausgekuschelt. Unbequeme Wahrheiten für den Chef' (orell füssli Verlag) führt der Coach aus, warum die 'Erziehungsarbeit' der Vorgesetzten mit der von Eltern zu vergleichen ist.

Beim Bewährten bleiben die Verlage in diesem Jahr auch, wenn es um die Darstellung ihrer Inhalte geht. Die Zeiten der Schnelllese-Literatur und der Light-Versionen sind endgültig vorbei, gefragt sind weiterhin Tiefgang und Zuverlässigkeit. 'Die Leser suchen fundierte Informationen', bestätigt Ingeborg Sachsenmeier den Trend, der sich bei der letztjährigen Buchmesse erstmals abzeichnete. Die Lektorin, die beim Weinheimer Beltz-Verlag den Bereich Weiterbildung betreut, setzt auch in diesem Jahr auf Methodenwissen und Theorievermittlung. Und das kommt an: Die Umsatzzahlen sind gut. 'Alle Welt redet von der Krise, aber bei uns findet sie nicht statt', so Sachsenmaier.

Autor(en): (Corinna Moser)


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