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Faktorenfeldmethode: Kreative Lösungen durch 3-D-Bilder

Wir denken vernetzt, ganzheitlich und in Bildern. Da liegt es nahe, sich bei der Ideenfindung am menschlichen Gehirn zu orientieren: Der Mainzer Architekt, Systemanalytiker und Unternehmensberater Dr. Werner Preißing hat auf dieser  Grundlage eine Visualisierungsmethode entwickelt, bei der Ideen aus gezeichneten 3-D-Spindeln sprießen.

'Manche Fragestellungen haben so viele verschiedene Ebenen, dass zweidimensionale Darstellungen nicht ausreichen', ist Dr. Werner Preißing überzeugt. Mit seiner Faktorenfeldmethode entwickelte der Architekt und Unternehmensberater daher ein Skizzensystem, das die Visualisierung von Problemen in 3-D-Optik ermöglicht und sich dabei am vernetzten Denken in Bildern orientiert, wie es im Gehirn stattfindet. Der Unterschied zu anderen Ansätzen wie etwa dem Mind Mapping liegt laut Preißing darin, dass die Faktorenfeldmethode Fakten nicht nur logisch, in einem flächenhaften 'Schaltbild' strukturiert, sondern einen dynamischen Vorgang abbildet: 'Der Prozess der Ideenfindung wird mit visualisiert.'

Kennzeichen der Methode: Die Methode arbeitet mit festgelegten Symbolen wie dem Wissenswürfel und der Spindel (siehe Foto) – also z.T. (gedanklich) drehbaren Formen, die deutlich machen, dass man eine Fragestellung immer aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann. Die persönliche Einschätzung des Themas wird ebenso dargestellt wie die Fakten. Symbol hierfür ist die Wolke ('Ich-Wolke').

Einsatzgebiete: Anwendbar ist die Methode theoretisch in allen Organisationen; Preißing selbst setzt sie in der Beratung von Architektur- und Ingenieurbüros ein – hier z.B. in der Krisenberatung, der Nachfolgeplanung und der Mediation von zerstrittenen Geschäftspartnern. Auch Fragen zur Persönlichkeitsentwicklung wie 'Wo will ich in zehn Jahren stehen?' lassen sich mit ihr beantworten. Unterstützt wird die Suche nach dem Wesen bzw. der Essenz des vorliegenden Problems. Preißing dazu: 'Probleme lösen sich mitunter von selbst, wenn sie erstmal verstanden werden. Und zum Verständnis dient in hohem Maße die Visualisierung der elementaren Zusammenhänge.'
 
Einsatzbeispiel: Angenommen, ein Ingenieurbüro gerät in die Krise. In einem solchen Fall erstellt Preißing mit seinem Klienten auf einem DIN A4-Blatt das Faktorenfeld, eine Sammlung von Fakten rund um die drohende Pleite und die damit einhergehenden Probleme im Büro: der geplatzte Auftrag, die nicht gezahlten Gehälter etc. Nachdem beide das Blatt für einen Moment aus der Distanz betrachtet haben, ordnen sie die Begriffe thematisch. Dazu kreisen sie diejenigen Teilaspekte ein, die zusammengehören, und bilden operationale Felder wie Auftragsbeschaffung, Kontakte und Liquidität. Im letzten Schritt entsteht schließlich die zentrale Idee im Spindelmodell: Die operationalen Felder werden so auf einer gedachten Kreisebene gruppiert, dass sich die Lösung plötzlich aufdrängt: 'Die über die Kreisebene gemalte Ich-Wolke saugt die Lösung praktisch heraus', schildert Preißing, was passiert, sobald das Problem nur eingekreist und verstanden ist. 'Plötzlich wird klar, was zu tun ist.' Im vorliegenden Fall heißt das z.B.: Die Bank muss ruhig gestellt werden. Also hat die Vorbereitung des Bankgesprächs oberste Priorität.

Weitere Informationen: Erste Eindrücke liefert die Internetseite www.preissing-bfi.de (Link: Denkskizzen). Detailliert und mit vielen Zeichnungen beschrieben hat Werner Preißing seinen Ansatz im Buch „Visual Thinking. Probleme lösen mit der Faktorenfeldmethode“ (geb., 390 S., Haufe, München 2008, 78 Euro).

Autor(en): (Monika Schaake)

Zur Homepage von Werner Preißing ...


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