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Was leistet Weiterbildung? Diese Frage brennt derzeit sehr vielen Personalentwicklern und Privatpersonen auf den Nägeln. Um Antworten zu finden, machen sie sich auf den Weg zu den Fachveranstaltungen der Branche. Die Folge: Die Messe 'Personal' war in diesem Jahr so gut besucht wie niemals zuvor in ihrer Geschichte; die Leistungsschau 'Weiterbildung' erhöhte ihren Zulauf deutlich; die Petersberger Trainertage waren bereits Wochen vorher ausgebucht. Für Personalentwickler, Trainer und Berater ist dieser Ansturm ein großes Geschenk. Immerhin zeigt er deutlich, dass Weiterbildung eben nicht als verzichtbares Luxusgut wahrgenommen wird – sondern als Erfolg versprechende Strategie, der Krise zu trotzen.

Was leistet Weiterbildung? Die Antworten wollen die Anbieter auf den Messen und Konferenzen liefern – und tun sich damit oftmals schwer. Ein Beispiel lieferte die 'Aktionsfläche Training' auf der Messe 'Personal': Das Programm des zweiten Veranstaltungstages begann mit Etikette-Trainerinnen, die im Rollenspiel Tischsitten vermittelten. Weiter ging es mit einer Rhetorik-Trainerin: Sie offerierte als 'Spielregel bei schwierigen Gesprächssituationen' eine Konversationspause, wenn die Kommunizierenden die Contenance zu verlieren drohen. Beim nächsten Programmpunkt lieferte eine Trainerin Allgemeinplätze über gute Atmung und schlechte Körperhaltung. Mehr Tiefe mutet man dem Publikum an diesem Morgen nicht zu.

Ein zweites Beispiel generierte die Coaching-Convention in Köln: Coaching für alle begreifbar machen – das wollte der Veranstalter und setzte deshalb bereits im zweiten Jahr auf Live-Beratungen. Bei der Premiere 2008 war man noch besonnen: Ein Coach beriet eine Stunde lang einen Coachee, das Publikum verfolgte den Prozess still, die Türen der Sitzungsräume blieben während dieser Zeit geschlossen, Fotos wurden nur nach vorheriger Absprache gemacht.
 
Von solcher Konzentration war ein Jahr später nicht mehr viel übrig. Schneller, größer, weiter, war offenbar die Devise. Während der Live-Coachings turnte ein Filmteam um den Ratsuchenden, Zuschauer teilten im laufenden Beratungsgespräch ihre Beobachtungen mit, und fast alle Coachs hetzten in ihrer Vortragszeit durch zwei bis drei Klientengespräche. Die Folge: Im 20-Minuten-Takt wurden unterschiedliche Themen angerissen. Mehr Geduld traute man dem Publikum an diesem Tag offenbar nicht zu.

Vermitteln solche Präsentationen ein realistisches Bild von Weiterbildung? Bestimmt nicht. Weiterbildung darf vielleicht noch den Unterhaltungswert einer Talkshow haben, ganz sicher aber sollte sie den Informationswert einer Frauenzeitschrift übersteigen. Weiterbildung ist manchmal langwierig, anstrengend und fordernd. Und ein bisschen von diesen Mühen dürfen Weiterbildner, die ihre Arbeit präsentieren, auch ihrem Publikum abverlangen. Denn nur dann können sie diesem einen Eindruck davon vermitteln, was Weiterbildung leisten kann.

Autor(en): (Corinna Moser)


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