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Der Markenmacher: Oliver Gorus im Interview

Lothar Seiwert, Boris Grundl und Richard Gris, alias Axel Koch, der Autor der „Weiterbildungslüge“, haben eines gemein: Sie sind Kunden der Agentur Gorus, die Vertreter der Weiterbildungsszene in ihrer Markt-Positionierung unterstützt – z.B. bei der Verwirklichung ihrer Buchprojekte. Im Interview mit managerSeminare verrät Firmenchef Oliver Gorus, wie es seiner Agentur trotz der Flut von Neuerscheinungen immer wieder gelingt, Bücher erfolgreich zu platzieren.

Herr Gorus, auf der Buchmesse in Frankfurt wurden dieses Jahr wieder Myriaden von Managementratgebern, Karrierefibeln, Wirtschafts- und Selbsthilfebüchern präsentiert. Man hat den Eindruck, dass jedes Thema schon zigfach durchgenudelt worden ist. Wie schaffen Sie es noch, immer wieder neue Bücher an die Verlage zu bringen?
Oliver Gorus: Auf der Suche nach guten Fachbuch-, aber noch viel mehr nach Sachbuch- oder Ratgeberkonzepten, die sich an ein weit größeres Publikum wenden, fahnden wir nicht einfach nach einem neuen Thema oder einer neuen Themenkombination. Wir stellen die Persönlichkeit des Autors ins Zentrum, das ist unser Schlüssel zum Erfolg. In diesem Punkt gehen wir wohl anders vor als die meisten.

Was muss ein Autor denn für eine Persönlichkeit sein, damit er eine Chance auf Veröffentlichung hat?
Gorus: Wesentlich ist, dass er in seinem Kerngeschäft das Potenzial und den Willen zu einer Alleinstellung hat. Er sollte etwas zu sagen haben. Ein Expertenstatus oder ein gewisses Renommee können helfen. Das Produkt Buch ist aus unserer Sicht nicht nur ein Stück Text, sondern immer ein Konglomerat aus Autor plus Werk. Selbst wenn ein Thema schon sehr abgegrast ist, wie beispielsweise das Thema Führung, lässt sich dazu immer noch ein neues Buch auf den Markt bringen – sofern es konzeptionelle Alleinstellung besitzt und Autor plus Werk authentisch und originell sind. Deshalb konzentrieren wir uns nicht nur auf das Buch, sondern beraten unsere Klienten hinsichtlich ihrer Gesamtpositionierung in der Öffentlichkeit.

Wie viele Interessenten lehnen Sie ab?
Gorus: Die Ablehnungsquote liegt bei ca. 90 bis 95 Prozent. Wir selektieren sehr sorgfältig. Aber das ist es auch, was die Verlage von uns erwarten. Schließlich vertrauen die darauf, dass sie sich für das, was vom Agenten kommt, getrost Zeit nehmen können. Ein von uns eingereichtes Buchkonzept geht direkt an den Lektor und umschifft den Riesenstapel Manuskripte, durch den sich die Lektoratsassistenten wühlen müssen.

Haben Sie schon mal einen Autor abgelehnt, der nachher woanders einen großen Erfolg hingelegt hat?
Gorus: Na klar. Da geht es uns nicht anders als den Verlagen, die Harry Potter abgelehnt haben. Aber das ist völlig normal, im Verlags- wie auch Agenturalltag. Ich freue mich dann für die Leute. In ganz seltenen Fällen waren wir allerdings auch mal ganz froh, dass mit dem ein oder anderen keine Zusammenarbeit zustande gekommen ist ...

Spricht daraus Erfahrung mit schwierigen Kunden?
Gorus: Ja, durchaus. Aber wir machen gerade auch mit 'schwierigen' Kunden positive Erfahrungen. Unsere Klienten sind meistens ziemliche Individualisten; darunter sind bisweilen regelrechte Diven. Doch wir begrüßen das und haben gelernt, Ecken und Kanten bei Persönlichkeiten wertzuschätzen. Zumal wir selbst ziemlich individualistische Köpfe sind.

Spielt es eigentlich eine Rolle, ob jemand, den Sie als Buchautor betreuen, überhaupt schreiben kann?
Gorus: Für einen, der selbst schreibt, ist das eine wesentliche Voraussetzung. Für diejenigen, die zu wenig Zeit haben oder die die handwerklichen Fähigkeiten nur teilweise mitbringen, gibt es Lösungen: vom individuellen Schreibcoaching bis hin zum Ghostwriting. Bei letzterem delegiert der Autor nicht einfach das Manuskript, sondern ist stets involviert, während es entsteht. Er bleibt der Autor und konzentriert sich auf die Inhalte, während Profis ausformulieren und die Tasten drücken. Auch diese Art zu schreiben kann für den Autor sehr intensiv sein – geistig intensiv, nicht zeitintensiv.

Mit welchen Kunden macht Ihnen die Zusammenarbeit besonders viel Spaß?
Gorus: Mir persönlich macht es vor allem dann Spaß, wenn ich sehe, wie sich Klienten durch die Zusammenarbeit weiterentwickeln und über Jahre hinweg ihr Standing am Markt festigen. Das Medium Buch ist bloß ein Kanal dabei, einer neben vielen. Im Laufe der Zeit verändern sich oft auch Websites, Vorträge oder Medienarbeit, bis die Positionierung stimmig umgesetzt ist. Dabei unterstützen wir konzeptionell. Und ein erfolgreiches Gesamtergebnis macht dann natürlich Freude.

Klingt so, als könnte ein Klient ziemlich viel Geld bei Ihnen loswerden ...
Gorus: Im Laufe der Jahre buchen Klienten bei uns bisweilen mehrere Projekte hintereinander: Positionierung, Ghostwriting, Kommunikationskonzept, Websitekonzept, Vortragskonzept und wieder ein Ghostwriting usw. Da kann es durchaus mal sein, dass ein Klient im Laufe der Zeit mehr als 50.000 Euro investiert.

Also bei weitem mehr, als man mit einem oder auch mehreren Fachbüchern je einnehmen wird ...
Gorus: Das ist klar. Bei Fachbüchern ist eine Refinanzierung direkt über das Autorenhonorar kaum möglich. Bei Sachbüchern kommt es durchaus vor. Aber der Nutzen liegt schließlich nicht im Autorenhonorar, sondern darin, dass unsere Klienten zum Beispiel ihren Marktwert und ihre Bekanntheit deutlich erhöhen – was sich auch finanziell lohnt. Durch diese Effekte wird weit mehr wieder eingespielt, als investiert wurde.

Autor(en): (Sylvia Jumpertz)


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