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Brettspiel: Vielseitiges Tool für kreative Trainer

Das Angebot: 'Stadtspieler' ist als Pilotprojekt des Programms 'Nationale Stadtentwicklungspolitik' im Juni 2009 erschienen. Doch neben Architekten und Stadtplanern will der Anbieter Ludilux weitere 'Spielerschichten' erobern: Für Trainer, Moderatoren und Multiplikatoren soll 'Stadtspieler' besonders bei der Begleitung von Prozessen in interdisziplinären Kontexten ein unterstützendes Tool sein. In einem beigefügten Methodenbuch werden konkrete Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Settings detailliert beschrieben. Mitspielen können vier bis sechs Personen im Alter von zehn bis 99 Jahren. Die Spieldauer ist auf 90 Minuten angesetzt.

Der TA-Check: Die Spielvorbereitungen gehen sich zunächst etwas hölzern an: Die Angaben in der Spielanleitung erscheinen mir auf den ersten Blick recht unkonkret, was wohl den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Spiels geschuldet ist. Erwartungen weckt hingegen die hochwertige Spielausstattung: Für jeden Spieler gibt es eine etwa DIN-A-5 große Spielerkarte, auf der er die Materialien für die Spielaktionen abstellt: buntes Knetwachs, Halmamännchen, ein Stadtplanerpreis aus Kupfer, Themenkarten und Meisterspielerwahlpunkte.

Zunächst bestimmen wir einen Vorspieler und einen Spielbeobachter. Der Vorspieler soll zusätzlich zu seiner Mitspielerrolle die Spielanleitung vorlesen, in der beschrieben ist, was die Spieler in den insgesamt acht Spielschritten tun sollen. Der unparteiische Spielbeobachter hat die Aufgabe, Erkenntnisse und Lösungen schriftlich festzuhalten. Diese Rolle übernehme ich.

Los geht es mit dem ersten Spielschritt: Der Vorspieler verteilt vier Szenariokarten auf dem Spielfeld, die die Ausgangsbedingungen der jeweiligen Stadtviertel beschreiben. Etwa: 'In der Neustadt hat eine Bewohnerinitiative bei der Stadtverwaltung erreicht, dass das Gelände der ehemaligen Marmeladenfabrik als ein Ort für alternative Projekte erhalten bleibt.' Im zweiten Spielschritt sollen die Spieler aus einem ihrer vier Knetstücke ein Bauwerk formen, es in einem Stadtviertel platzieren und erklären, warum dieses Gebäude ihrer Meinung nach dorthin gehört. Meine Mitspieler kneten fleißig. Neben der Marmeladenfabrik entsteht zum Beispiel eine Skaterbahn, um die Neustadt mit einem weiteren alternativen Projekt zu bereichern, wie der Erbauer erklärt.

Nach einem etwas schleppenden Spielstart kommen meine Mitspieler in Fahrt. Sie können in drei verschiedene Rollen schlüpfen: Als Stadtentwickler beschreiben sie das Baugeschehen, als Bewohner besuchen sie neu entstandene Gebäude in der Stadt und als Investoren bauen sie weitere Knet-Gebäude. Als Spielbeobachterin halte ich fest, welche Ideen sich hinter den teilweise abstrakt anmutenden Bauwerken verbergen. Die gläserne Stadtverwaltung zum Beispiel soll aussagen: In unserer Stadt gibt es keinen Filz. Es scheint, als hätten die Mitspieler den Grundgedanken des Spiels verinnerlicht: über das Übliche hinausdenken.

Am Ende wird noch der Meisterspieler gekürt. In unserem Fall die Erbauerin eines historischen Erlebniszentrums, das die meisten Mitspieler-Besuche verbuchen konnte.

Der TA-Eindruck: Der Praxistest zeigt: 'Stadtspieler' bringt Menschen miteinander ins Gespräch und fördert kreatives Denken. Die unterschiedlichen 'Bebauungsstrategien' offenbaren Arbeitsstrategien und Interessen der Mitspieler. Trainern, die das Spiel anwenden wollen, sei geraten, sich vorab ausführlich mit Spielanleitung und Methodenbuch auseinanderzusetzen.

Das TA-Fazit: Wenn dem Spiel ein konkretes Anliegen zugrunde liegt, können sich nützliche Erkenntnisse und Spielspaß entwickeln.

Stadtspieler. Ludilux, Hamburg 2009, 59 Euro.

Autor(en): (Nina Peters)


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