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20 Jahre Suggestopädie: Ein Verband macht Lust auf Lernen

Mit einem Jubiläumskongress feierte die Deutsche Gesellschaft für suggestopädisches Lehren und Lernen (DGSL) ihr 20-jähriges Bestehen. Die Veranstaltung bot nicht nur Gelegenheit für Rückblicke und Zukunftsperspektiven, sondern präsentierte ihren Besuchern auch ein reichhaltiges Buffet an suggestopädischen Methoden. Training aktuell hat vom Buffet gekostet.

Reichlich Wissens-Input und Denkanstöße versprach das Vorstandsteam der Deutschen Gesellschaft für suggestopädisches Lehren und Lernen e.V. (DGSL) den Besuchern ihres Jahreskongresses vom 3. bis 4. November 2007 in Bad Honnef. Und tatsächlich: Know-how und Inspiration tanken konnten die Kongressteilnehmer in rund 30 Vorträgen und Workshops, die der Verband unter dem Motto 'Spielend lernen mit Methodenvielfalt' zum LernLust-Kongress zusammengestellt hatte.

Eine erste Orientierung im dichten Veranstaltungsdschungel bot die Einteilung des Programms in vier Bereiche: Ein Schwerpunkt war den Zielgruppen Trainer und Personaler gewidmet, ein anderer sollte in erster Linie Pädagogen ansprechen. Der dritte Themenstrang stand - zumindest dem Namen nach - ganz im Zeichen der Suggestopädie. Und die vierte Veranstaltungsreihe vereinte all diejenigen Programmpunkte, die sich den anderen drei Reihen scheinbar nicht eindeutig zuordnen ließen. So konnten Besucher dieses Themenstrangs z.B. morgens von Hannah Meierhofer erfahren, wie sie musikalische Lernanker komponieren können. Mittags zeigte ihnen Axel Rachow, mit welchen Ideen man Visualisierungen in Seminaren aufpeppt. Und abends erläuterte Paola Paruschke, wie sich aus einer Verbindung von NLP, Kinesiologie, Hypnose und systemischer Lehre erfolgsrelevante emotionale Kompetenzen evaluieren lassen. Ebenso bunt präsentierten sich die übrigen Kongressreihen: Das Angebot reichte vom systemischen Coaching mit Spielfiguren über kreatives Schreiben im Sprachunterricht bis hin zu Interventionen für mehr Eigenverantwortung der Seminarteilnehmer.

Die Vielfalt der Veranstaltungen ist erklärtes Kongressprogramm

Das gehaltvolle und gut gemischte Themenbuffet empfand jedoch keiner der rund 170 Besucher als eine Qual der Wahl. Im Gegenteil: 'Die Teilnehmer waren mit Ablauf und Programm sehr zufrieden', sagt DGSL-Vorstandsmitglied Monika Schubach. So steht es zumindest schwarz auf weiß auf den Feedbackbögen, die während des Kongresses ausgefüllt wurden.

Die positive Resonanz der Besucher, die selbst noch nach dem Workshopmarathon die Kaffeepausen zum Ideenaustausch nutzten, lässt vermuten, dass der Kongress Teilnehmer anzog, die ihr Spektrum der Wissensvermittlung gezielt um eine Reihe alternativer Ansätze zu erweitern suchten - egal, ob Sonderschulpädagoge oder Managementtrainer.

Und genau diese Form der Bereicherung scheint die Suggestopädie leisten zu können. Denn die ganzheitliche Lehr- und Lernform, die vom bulgarischen Arzt und Psychologen Georgi Losanow entwickelt wurde, zeichnet sich durch eine Vielfalt an Methoden aus, mit denen Informationen vermittelt und aufgenommen werden. Kernelemente des Potpourris, aus dem sich jeder das passende aussuchen und nach seinem Geschmack gestalten kann, sind u.a. Musik, Spiele, Fantasiereisen, Lernposter und Übungen zum Aufbau des Energielevels - alles Elemente, die das Kongressprogramm zur Genüge bot.

'Einige Trainer nutzen in ihren Seminaren bereits spielerische Elemente, ohne zu wissen, dass diese dem Bereich der Suggestopädie zugerechnet werden', so Schubach zum Einsatz der Methoden. Und noch immer meinen Unwissende, Suggestopädie bedeutet, dass man unter dem Tisch liegt, Mozart hört und dabei Vokabeln lernt. 'Ganz abwegig ist der Gedanke nicht, aber Suggestopädie ist mehr als das', sagt Schubach. Mittlerweile gibt es jedoch auch Trainer und Pädagogen, die den Ansatz bewusst einsetzen, weiß das Vorstandmitglied zu berichten.

Die goldenen Zeiten sind passé

Zu verdanken ist das nicht zuletzt dem Engagement der DGSL, die 1987 gegründet wurde. Dank gebührt etwa den vier Ehrenmitgliedern Tony Stockwell, Bernd Sensenschmidt, Prof. Dr. Hardy Wagner und Roland Spinola. Die vier wurden auf der Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen der DGSL am Kongressvorabend für ihre Verdienste ausgezeichnet. Leider, so Schubach, sind die goldenen Zeiten der Vereinsarbeit passé. 'Kaum jemand will noch ehrenamtlich tätig sein', beschreibt die Pädagogin aus dem Allgäu die Situation innerhalb der Organisation. Den Grund für das schwindende Interesse meint Schubach zu kennen: 'Heutzutage bestimmt das Geld, was zu tun ist.'

Diesen Gedanken griff auch das Ehrenmitglied Spinola in seinem Plenumsvortrag 'Geld - Wurzel aller Übel?' auf, den er im Sinne der Suggestopädie mit Bildern, Geschichten und Grafiken würzte. Der Berater erläuterte, warum das herrschende System u.a. für Probleme wie leere Rentenkassen, wachsende Staatsverschuldung und steigende Steuern verantwortlich ist.

Sein Argument: Wirtschaftliches Handeln steht unter dem Zwang zur Rendite, obwohl dies unleugbar zu Lasten von Mensch und Natur geht etwa in Form von Arbeitslosigkeit und Klimawandel. Besonders eklatant, so Spinola, zeige sich der Zwang in der Zinswirtschaft: 95 Prozent der staatlichen Neuverschuldung dienten einzig und allein dazu, bestehende Zinslasten abzubauen.

Auch die DGSL unterliegt dem Rentabilitätszwang. Damit Geld in die Vereinskassen fließt, spielt man mit dem Gedanken, den Status der Gemeinnützigkeit aufzugeben, der verhindert, dass man wirtschaftlich agieren kann. 'Ohne Gemeinnützigkeit könnte die DGSL z.B. Seminare anbieten', so Schubach. Spinola indes plädierte in seinem Vortrag dafür, Alternativen zur aktuellen Wirtschaftsstruktur zu schaffen: etwa durch die Abschaffung des Zinssystems und die Einführung von Komplementärwährungen. Spätestens der nächste Jubiläumskongress wird zeigen, ob die Worte Spinolas auch in die Arbeit der Suggestopäden Eingang gefunden haben.

Autor(en): (ahe)


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