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Beitrag von Maike Schwier aus Training aktuell 06/26, Juni 2026
Im Team gemeinsam den richtigen Weg durch ein buntes Labyrinth finden. Darum geht es bei dem Trainingstool „Corridor of Colors“. Der Anbieter „Metalog Training Tools“ beschreibt das Tool als eine Methode, bei der Kommunikation, Kooperation, Teamgeist und eine durchdachte Strategie den Schlüssel zum Erfolg bilden. Es soll Trainerinnen und Berater dabei unterstützen, Teams oder Seminargruppen spielerisch zu begleiten und gleichzeitig einen Reflexionsprozess anzustoßen.
„Corridor of Colors“ soll Trainerinnen und Berater dabei unterstützen, Teams oder Seminargruppen spielerisch zu begleiten und gleichzeitig einen Reflexionsprozess anzustoßen.
„Corridor of Colors“ wird in einer hochwertigen schwarzen Tragetasche geliefert, die ausreichend Platz für alle Materialien bietet und den Transport erleichtert. Beim Auspacken fällt sofort auf, dass das Labyrinth aus einem robusten Material (PVC) besteht, das sich auch im Außenbereich einsetzen und bei Bedarf problemlos reinigen lässt. Gleichzeitig bringt die Größe von drei mal vier Metern die Anforderung mit sich, einen passenden Raum oder eine geeignete Fläche einzuplanen. Neben dem bunten Labyrinth befinden sich im Set mehrere rote Seile sowie zwei laminierte DIN-A4-Blätter, auf denen Anleitungen bzw. Aufgaben zu verschiedenen Spielvarianten beschrieben sind. Außerdem sind im Set Hinweiskarten zur Lösung der Aufgaben enthalten. Insgesamt wirkt das Material durchdacht und praxisnah gestaltet.
Ich teste das Tool in einem Seminar mit Studierenden, die ich über vier Tage zum Thema „Mentale Stärke im Studium und Beruf durch Positive Psychologie“ begleite. Am zweiten Tag widmen wir uns der positiven Diagnostik und setzen uns intensiv mit den Stärken und Werten der Teilnehmenden auseinander. „Corridor of Colors“ kommt bewusst nach der Mittagspause zum Einsatz – genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Energie erfahrungsgemäß etwas absinkt. Mein Ziel ist es, die Gruppe mit dem Tool wieder zu aktivieren und gleichzeitig einen Transfer zu den zuvor erarbeiteten Inhalten herzustellen. Der Anbieter empfiehlt für die Durchführung mindestens sechs und maximal 16 Personen. Da meine Gruppe aus 18 Teilnehmenden besteht, vergebe ich an zwei Freiwillige eine zusätzliche Beobachtungsaufgabe: Sie achten während der Durchführung darauf, welche Stärken bei den aktiv Teilnehmenden sichtbar werden, was einzelnen Teilnehmenden wichtig ist und welche Rollen im Prozess eingenommen werden.
Ich nehme die Anleitung zur Hand und wähle als erste Aufgabe die sogenannte „Drei-Farben-Challenge“ aus. Die Gruppe soll einen Weg durch das Labyrinth finden und dabei eine vorgegebene Farbreihenfolge (grün–gelb–blau) einhalten. Sobald eine Lösung gefunden ist, wird der Weg mit Seilen markiert. Die Aufgabe wird von den Studierenden sofort mit großem Interesse aufgenommen. Es entstehen vorab nur wenige Verständnisfragen, etwa ob bestimmte Stellen innerhalb des Labyrinths mehrfach betreten werden dürfen. Bei der Durchführung entsteht schon nach wenigen Minuten eine lebendige Dynamik. Die Teilnehmenden diskutieren verschiedene Wege, testen Möglichkeiten aus und korrigieren sich gegenseitig, wenn die Reihenfolge der Farben nicht eingehalten wird. Zwischendurch wird viel gelacht – der Lösungsweg entsteht Schritt für Schritt im Ausprobieren. Auffällig ist, dass einige Teilnehmende spontan die Führung übernehmen, das Vorgehen strukturieren oder die nächsten Schritte koordinieren. Andere bringen gezielt einzelne Ideen ein oder achten darauf, dass die Gruppe den Überblick behält. Ruhigere Personen halten sich zunächst eher im Hintergrund, beobachten das Geschehen aufmerksam und beteiligen sich erst später aktiver.
Das verändert sich mit der zweiten Variante, die wir durchführen, deutlich. Hier wird die Gruppe in drei Teams aufgeteilt: Zwei Teams erhalten jeweils Hinweise zur Lösung, während das dritte Team den Weg durch das Labyrinth tatsächlich gehen muss. Die Herausforderung besteht darin, gemeinsam eine sich wiederholende Vier-Farben-Sequenz (z.B. grün–blau–grün–gelb) umzusetzen. Die Teams mit den Hinweisen dürfen diese ausschließlich beschreiben und nicht zeigen. Diese Variante aktiviert spürbar alle Beteiligten. Jede Person hat eine klare Aufgabe, und die Kommunikation wird insgesamt intensiver. Die Teams beginnen, ihre Hinweise zu interpretieren, stimmen sich ab und bringen ihre Erkenntnisse in die Gesamtgruppe ein. Schritt für Schritt entsteht so der Lösungsweg, den die Gruppe innerhalb von etwa 15 Minuten erfolgreich findet. Insgesamt dauert die Durchführung beider Varianten inklusive Erklärung rund 30 Minuten und lässt sich gut in einen Seminarablauf integrieren.
Im anschließenden Auswertungsteil wird der Fokus bewusst auf die Beobachtungen gelegt. Die Beobachtenden teilen ihre Eindrücke zu Stärken, Werten und Rollen innerhalb der Gruppe. Dabei wird sichtbar, dass neben Führungsstärke auch Analysefähigkeit, Kommunikationskompetenz und kritisches Denken eine wichtige Rolle gespielt haben. Gerade dieser Perspektivwechsel von außen ermöglicht eine differenzierte und wertschätzende Reflexion. Das Spiel wird dadurch mehr als eine aktivierende Methode – es entwickelt sich zu einer inhaltlich tragenden Intervention im Seminar.
Insgesamt wird das Tool „Corridor of Colors“ von der Gruppe sehr positiv aufgenommen. Mein Ziel, die Energie anzuheben und gleichzeitig das Bewusstsein für Stärken, Werte und Rollen zu schärfen, wird klar erreicht. Die Teilnehmenden berichten, dass ihnen die Aufgabe nicht nur Spaß gemacht, sondern auch neue Erkenntnisse über sich selbst und die Gruppe ermöglicht hat. Für mich als Trainerin erforderte der Einsatz zunächst etwas Vorbereitungszeit. Da das Labyrinth so groß ist, habe ich es vorab in meinem Garten ausgelegt, um ein Gefühl für den Ablauf und die Anleitung zu bekommen. Dieser initiale Aufwand lohnte sich jedoch, da die Durchführung danach deutlich leichter und klarer war. Die Anleitung des Herstellers gab während des Seminars zusätzlich eine gute Orientierung und Stütze für die Umsetzung.
Wichtig ist, als Trainer oder Beraterin den Platzbedarf im Vorfeld realistisch einzuplanen, egal ob man das Tool im Seminarraum oder im Außenbereich nutzt. Ohne ausreichend Fläche lässt sich das Labyrinth nicht einsetzen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, frühzeitig zu überlegen, wie das Spiel inhaltlich an das jeweilige Seminarthema angebunden werden kann. „Corridor of Colors“ kann mit vielen Themen in Verbindung gebracht werden, etwa Kommunikation, Führungskräfteentwicklung, die Verteilung von Teamrollen oder Konfliktmanagement.
„Corridor of Colors“ kann mit vielen Themen in Verbindung gebracht werden, etwa Kommunikation, Führungskräfteentwicklung, die Verteilung von Teamrollen oder Konfliktmanagement.
Besonders hilfreich empfand ich auch die Ergänzung durch eine Beobachtungsgruppe. Diese Perspektive von außen hat die anschließende Reflexion deutlich vertieft und zusätzliche Erkenntnisse ermöglicht. In der größeren Gruppe hat sich zudem die zweite Variante mit mehreren Unterteams als besonders geeignet erwiesen, da sie alle Teilnehmenden aktiv eingebunden hat.
„Corridor of Colors“ ist ein hochwertiges und vielseitig einsetzbares Trainingstool, das Gruppen nicht nur aktiviert, sondern gezielt in einen reflektierten Lernprozess führt. Es ist besonders geeignet für Seminare, bei denen ausreichend Platz vorhanden ist und sich das Spiel gut mit dem Seminarthema verknüpfen lässt.
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