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Es gibt viel zu tun – aber packen wir’s an?

Zukunftspapier Arbeit 2050


Die technologische Entwicklung verändert Wirtschaft und Gesellschaft im Rekordtempo. Reicht da ein Blick auf die nächsten zehn Jahre, um sich auf mögliche Entwicklungen einstellen zu können? Nein, dafür muss man viel weiter in die Zukunft schauen, meinen die Denkfabrik Millenium Project und die Szenario-Experten von future impact – und haben genau das getan.


Auf der Grundlage von Literatur-Analysen, Delphi-Befragungen mit mehreren Hundert internationalen Experten und weltweiten Workshops haben die Projektpartner über mehrere Jahre hinweg drei alternative mögliche Zukunftsszenarien für die (Arbeits-)Welt im Jahr 2050 ausgearbeitet.

  • Szenario 1 ist durchwachsen. Die technologische Entwicklung hat demnach zwar nicht mehr Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen, doch durch menschenähnliche KI (Artificial General Intelligence, AGI) und die Einführung von Quantencomputern in der Cloud ist die Arbeitslosigkeit gewachsen. Größere soziale Unruhen bleiben aber aus, etwa dank diverser Formen von Grundeinkommen. Selbstständigkeit wird allgemein erstrebenswert. Doch zwischen diversen Akteuren wie Staaten, Unternehmen und anderen Gruppen finden Informationskriege statt. Und es kommt immer wieder zu weltweiten, nicht zuletzt durch den Klimawandel verursachten Migrationsbewegungen. Bewusstsein und Maschine verschmelzen zunehmend, doch Gehirn-zu-Gehirn-Schnittstellen können jederzeit gehackt werden, kriminelle Organisationen beeinflussen Regierungsentscheidungen.  Synergien zwischen neuen Technologien wie KI, Robotik, synthetischer Biologie, 3-D/4-D-Druck und Gehirnimplantaten lassen mächtige Megakonzerne entstehen, die sich jeder staatlichen Kontrolle entziehen können.
  • Szenario 2 ist düster: Anfang des frühen 21. Jahrhunderts wurden politisch wichtige Weichenstellungen für die Zukunft verpasst. Das Resultat: Neue Technologien haben weniger Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet. Arbeitslosigkeit und Schattenwirtschaft grassieren. Weltweit herrschen soziale Konflikte, Terrorismus, organisiertes Verbrechen und Cyber-Kriminalität. Es herrscht hoher Migrationsdruck. Der Klimawandel führt zu Dürren und Hungersnöten. Bei vielen machen sich Entfremdung und Zukunftsangst breit – aufgrund der großen Lücke zwischen KI und dem, was Menschen davon verstehen. Soziale Normen und Regeln sind in Auflösung. Die Welt besteht aus einer Mischung aus Nationalstaaten, Megakonzernen, örtlichen Milizen, Terrorismus und organisiertem Verbrechen. 
  • Szenario 3 ist positiv. Denn hier ist der Menschheit früh klar, dass ein geschichtlich einmaliger Wandel stattfindet: weg von menschlicher Arbeit und menschlichem Wissen hin zu Maschinenarbeit und -wissen. Die Regierungen ahnen, welche Folgen AGI und Co. haben werden und setzen daher auf die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Dieses kann u.a. durch den Anstieg der Steuereinnahmen (z.B. durch Steuern auf Finanztransaktionen, Umweltbelastungen und neue Technologien) finanziert werden. Zudem wird die Selbstständigkeit gefördert. Neue Technologien schaffen mehr neue Arten von Arbeit,  als dass sie alte vernichten. Die Wirtschaft ist nun nicht mehr auf Arbeit zum Zwecke des Broterwerbs ausgerichtet, sondern auf Selbstaktualisierung. Der Mensch kann sein Bedürfnis ausleben, sich nach eigenen Präferenzen weiterzuentwickeln. Dabei befindet er sich in einem vielschichtigen Austausch mit KI. Endlich gibt es eine Weltwirtschaft, die wir für nachhaltig halten, und die zugleich die Grundbedürfnisse fast aller Menschen deckt. 

Die Szenarien sind, wie die Studienmacher betonen, keine Prognosen, sondern spekulative Zukunftsbilder, die  zum Nachdenken anregen sollen. Was ihnen allen gemein ist, ist der rasante technologische Wandel und der Umstand, dass sich Arbeit dadurch stark verändern wird. Das macht politische Weichenstellungen von großem, auch internationalem Ausmaß nötig. Dabei muss es darum gehen, die Bürger so weit wie möglich für die kommenden Herausforderungen abzusichern. Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann hier ein Weg sein. Ein anderer wird den Autoren zufolge darin bestehen, „Bildung und Lernen neu zu denken“: „Statt ausschließlich Wissen sollten Fähigkeiten und Meta-Skills wie die Fähigkeit zur Kooperation, Kreativität und Problemlösung gefördert werden“, heißt es in dem Paper. Zudem sollten Menschen besser auf „bewegtere Arbeitsbiografien“ vorbereitet werden. Und der Staat müsste neue soziale und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen schaffen, um neue Arbeitsformen und Selbstständigkeit zu fördern und zu unterstützen.

Die Bertelsmann Stiftung, die sich mit ihrem Projekt zur Zukunft der Arbeit am Millennium Project beteiligt, hat die Zukunftsszenarien in einem deutschsprachigen Paper veröffentlicht. Dieses ist kostenlos unter www.bertelsmannstiftung.de abrufbar. 

Autor(en): Sylvia Jumpertz


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