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VW-AutoUni schnallt den Gürtel enger: Fokus auf Wertschöpfung statt Hochschulbetrieb

Mehr University als andere Corporate Universities - das sollte die im Jahr 2002 vom Wolfsburger Volkswagen Konzern gegründete AutoUni nach der Beschreibung ihres Präsidenten Walther Ch. Zimmerli einmal werden. Fünf Jahre später sind die großen Ziele passé: Im Zuge allgemeiner Umstrukturierungen hat VW nun auch die Pläne für die ambitionierte Bildungseinrichtung zurückgestaucht. Ursprünglich geplant war, die AutoUni zu einer Art Zwitter zwischen Corporate University und Privathochschule zu machen, einschließlich eigener Hochschulabschlüsse wie dem Master of Business Administration. Von der Idee, eigene Abschlüsse anzubieten, sich also als echte Hochschule mit staatlicher Akkreditierung zu positionieren, hat sich das Unternehmen nun jedoch verabschiedet. Stattdessen macht die AutoUni genau das, was andere Corporate Universities auch tun: Sie kooperiert mit Hochschulen, bringt eigenes Know-how in Form einzelner Module sowie Dozenten aus der Praxis in deren Studiengänge ein. Durch diese Kooperationen können VW-Führungs- und Fachkräfte dann akademische Abschlüsse erwerben - bei den Hochschulen und nicht etwa bei der Auto-Uni selbst.

Zudem erfolgt die Öffnung der AutoUni nach außen nun zwar sogar schneller als geplant, doch bezieht sie sich lediglich auf einzelne Vorträge und die Ausrichtung bzw. Betreuung von Wissenschaftsprojekten wie beispielsweise einem Doktorandentag, der im Dezember 2006 in Wolfsburg stattfand. Ein Seminar- und Kurs- oder gar Studienangebot für Externe sucht man dagegen vergebens. Und auch das interne Weiterbildungsangebot für die VW-Fach- und Führungskräfte wurde überarbeitet. Will heißen: 'Die Inhalte wurden darauf abgeklopft, ob sie für das Unternehmen maßgeblich sind', erläutert VW-Sprecher Stefan Ohletz und nennt als Grund: 'VW muss sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren.' Schließlich weht dem Konzern seit einigen Jahren ein raues Wettbewerbslüftchen um die Ohren. Für Projekte, die nicht direkt wertschöpfend sind, ist da kein Platz mehr.

Passend zu den strukturellen und inhaltlichen Veränderungen gibt es übrigens auch eine personelle: Gründungspräsident und Philosophie-Professor Dr. Walter Ch. Zimmerli verlässt das Feld und räumt seinen Posten für Peter Tropschuh - Entwicklungsingenieur von Audi. Manche behaupten, er habe angesichts der enttäuschenden Entwicklung der AutoUni das Handtuch geworfen. VW-Sprecher Ohletz hält dagegen: Zimmerli gehe vollkommen regulär von Bord, schließlich sei er als Professor der Universität Marburg ohnehin lediglich bis Anfang 2007 beurlaubt gewesen ...
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