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Alle wollen etwas anderes

Umfrage über gute Arbeit


Was ist gute Arbeit? Dass die Meinungen in der Bevölkerung darüber auseinandergehen, zeigt eine aktuelle Studie, die das Bremer Forschungs- und Beratungsunternehmen nextpractice vorgelegt hat. Ein Blick in die Untersuchung 'Wertewelten Arbeiten 4.0' macht klar: Was dem einen ideal erscheint, ist für den anderen eine Zumutung. 


Die Studie, für die 1.200 Personen befragt wurden, enthüllt, wie unterschiedlich die Ansprüche sind, die Menschen an Arbeit herantragen. Insgesamt sieben teils völlig entgegengesetzte Wertewelten ließen sich identifizieren (siehe Tabelle). Es gibt allerdings auch eine Gemeinsamkeit: die skeptische Sicht auf die Arbeitswelt von heute. Für 45 Prozent der Befragten ist die Arbeitsrealität weit von dem entfernt, was sie sich wünschen. Nur rund 18 Prozent gaben zu Protokoll, dass ihre heutige Arbeitssituation ihrem Idealbild nahekommt. Eine Mehrheit nimmt dagegen seit den 1990er-Jahren eine Verschlechterung in Form von wachsendem Druck, steigenden Risiken und einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft wahr. Und das gilt selbst für diejenigen, die ihre eigene Situation zufriedenstellend finden. Immerhin: Gut 50 Prozent erwarten, dass die Arbeitswelt in Zukunft ihrem Ideal näherkommen wird. Dies betrifft vor allem Faktoren wie mehr Eigenverantwortung leben, das eigene Berufsbild kreativ ausgestalten können, mehr partizipieren sowie eigene Ansprüche und persönliche Ideale im Arbeitsleben stärker realisieren können. Allerdings wird gleichzeitig die fortschreitende Spaltung der Gesellschaft, die weitere Abnahme des sozialen Halts sowie die zunehmende Gefahr für den Einzelnen, dem Druck nicht mehr gewachsen zu sein, antizipiert.
Auch wie einzelne Kriterien von Arbeit beurteilt werden, fällt äußerst unterschiedlich aus. Beispiel Arbeitszeitgestaltung: Wünscht sich die eine Hälfte der Befragten eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit, so bevorzugt die andere Hälfte eine flexible Arbeitszeitgestaltung. An diesem wie auch an zahlreichen anderen Punkten zeigt sich: Den einen Weg, der alle zufriedenstellt, gibt es nicht und wird es wohl auch nie geben. 'Ein Trend hin zu einem gemeinsamen Zukunftsideal ist nicht zu erkennen. Für Unternehmen hat dies zur Folge, dass sie nicht mehr auf eine Kultur der Mitte setzen können', so nextpractice-Geschäftsführer Andreas Greve. In puncto Arbeitszeitgestaltung herrsche lediglich Einigkeit darüber, dass diese zukünftig stärker der Selbstbestimmung des Arbeitnehmers unterliegen sollte. 'Generell aber müssen Führungskräfte mit einer großen Vielfalt an Vorstellungen umgehen lernen – ob sie wollen oder nicht', so Greve.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich selbst in einem einzelnen Team mehrere Wertegruppen wiederfinden. Und weil die Gruppenzugehörigkeit laut der Studie kaum mit soziodemografischen Daten wie Alter, Branche oder Einkommen korreliert, können sich Unternehmen dem nextpractice-Chef zufolge noch nicht einmal darauf verlassen, dass beispielsweise alle jungen Mitarbeiter eine einheitliche Vorstellung von Arbeit haben. Die Lösung zur Reduzierung der Komplexität sieht Greve denn auch weniger in einer Auseinandersetzung mit den vielfältigen Vorstellungen der Individuen als vielmehr in der Kultur: 'Wenn die Kultur im Unternehmen ihrer Funktion als Orientierungssystem gerecht werden soll, dann müssen gemeinsame Werte ausgehandelt werden, die wiederum die Basis für ein balanciertes kollektives Miteinander und gleichgerichtetes Handeln bilden.'

Weitere Infos unter www.nextpractice.de


7 Wertewelten der Arbeit

Nach der Studie von nextpractice sind die Bundesbürger in Bezug auf ihre Sicht von Arbeit unterschiedlichen Wertewelten zuzuordnen. Je nach Wertewelt wird der gegenwärtige Status quo der Arbeitswelt positiver oder negativer empfunden. Zudem gibt es unterschiedliche Erwartungen dahingehend, wie sich die Arbeitswelt entwickeln wird. 

Wertewelt:
1. Sorgenfrei von der Arbeit leben können,
 30 %
1
Typische Aussage:
'Mir ist es wichtig, dass meine Familie und ich ohne materielle Sorgen in einer sicheren Gemeinschaft leben können. Arbeit gehört dazu, doch leider fordert sie oft so viel, dass ich kaum noch Platz für ein eigenes Leben finde. (...) Der Staat sollte dafür sorgen, dass jeder, der einen Beitrag leistet, abgesichert ist.'
Einschätzung der Gegenwart:
sehr negativ
Zukunftserwartung:
pessimistisch

Wertewelt:
2. In einer starken Solidargemeinschaft arbeiten, 9 %1
Typische Aussage:
'Arbeit bedeutet für mich Loyalität, Wertschätzung, Teilhabe und Zusammenhalt in einer Solidargemeinschaft.(...) Mich macht die Entwicklung besorgt. Früher hatten die Unternehmen noch das Wohl der Menschen im Blick (...). Jetzt fallen immer mehr Menschen durch das Raster.'
Einschätzung der Gegenwart: 
tendenziell negativ
Zukunftserwartung:
überwiegend pessimistisch

Wertewelt:
3. Den Wohlstand hart erarbeiten, 15 %1
Typische Aussage:
'Natürlich ist die Arbeit schwerer geworden und macht nicht immer Spaß. Aber ich glaube noch immer, dass jeder, der sich wirklich anstrengt, es hier zu etwas bringen kann. (...) Die Sozialpartner müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Leistungsträger in Deutschland eine Heimat behalten.'
Einschätzung der Gegenwart:
ambivalent
Zukunftserwartung:
ambivalent

Wertewelt:
4. Engagiert Höchstleistung erzielen, 11 %1
Typische Aussage:
'Verantwortung und eine führende Position sind für mich kein Druck, sondern pures Adrenalin. (...) Die politischen Rahmenbedingungenzur Bewältigung der neuen Herausforderungen sind gegeben.'
Einschätzung der Gegenwart:
überwiegend positiv
Zukunftserwartung:
überwiegend optimistisch

Wertewelt:
5. Sich in der Arbeit selbst verwirklichen, 10 %1
Typische Aussage:
'Wir sind auf dem Weg in eine Arbeitswelt nahezu unbegrenzter Möglichkeiten (...). Das steht nicht im Widerspruch zu Leistung und Effizienz, wenn Gesellschaft und Arbeitgeber Unterstützung bieten – etwa durch flexible Arbeitsmöglichkeiten.'
Einschätzung der Gegenwart:
eher positiv
Zukunftserwartung:
sehr optimistisch

Wertewelt:
6. Balance zwischen Arbeit und Leben finden, 14 %1
Typische Aussage:
'Ich will Arbeit, Familie und persönliche Selbstverwirklichung zusammenbringen. (...) Ich halte es für eine gemeinsame Aufgabe, gute Bedingungen für alle zu schaffen. Das System soll sich den Menschen anpassen, nicht umgekehrt.'
Einschätzung der Gegenwart:
negativ
Zukunftserwartung:
sehr optimistisch 

Wertewelt:
7. Sinn außerhalb der Arbeit suchen, 13 %1
Typische Aussage:
'Ich glaube nicht, dass man den Sinn des Lebens nur in der Erwerbsarbeit suchen sollte. (...) Deshalb sollte der Staat allen ein lebenswertes Auskommen garantieren, unabhängig davon, was sie nach der Marktlogik verdienen.'
Einschätzung der Gegenwart:
sehr negativ 
Zukunftserwartung:
ambivalent 

1Anteil der Bundesbürger, die der entsprechenden Wertewelt zuzuordnen sind.
Quelle: Nach der Studie 'Wertewelten Arbeiten 4.0' von nextpractice, Bremen 2016. n = 1.200

Autor(en): Sylvia Jumpertz

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