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Statistisches Bundesamt mit repräsentativen Daten

Studie zur betrieblichen Weiterbildung


Anfang August 2007 hat das Statistische Bundesamt zum nunmehr dritten Mal Zahlen über die Weiterbildungsaktivitäten deutscher Unternehmen veröffentlicht. Erhoben wurden die Daten im Auftrag der EU Anfang 2006 unter 10.000 deutschen Betrieben mit mindestens zehn Beschäftigten. Parallel dazu wurden in den übrigen EU-Staaten sowie in Norwegen ebenfalls Weiterbildungsdaten erhoben. Ziel der extrem aufwendigen und daher langwierigen Untersuchung (die erhobenen Daten betreffen das Jahr 2005) ist ein internationaler Vergleich der betrieblichen Weiterbildungsaktivitäten in den EU-Ländern. Bislang wurden allerdings nur die deutschen Einzelergebnisse publik gemacht. Demnach haben im Jahr 2005 über zwei Drittel der Firmen Weiterbildung in irgendeiner Form für ihre Mitarbeiter angeboten. In 54 Prozent der Firmen gab es die Möglichkeit, klassische Kurse und Seminare zu besuchen. In gut 66 Prozent der Unternehmen standen alternative Weiterbildungsformen wie Job-Rotation, Info-Veranstaltungen und selbst gesteuertes Lernen auf dem Programm. Und immerhin 51 Prozent der Unternehmen boten ihren Angestellten beides an.

Werte leicht unter dem Niveau von 1999

Die Werte liegen damit leicht unter den für das Jahr 1999 ermittelten Daten. So lag der Anteil weiterbildender Betriebe 2005 um ca. sechs Prozentpunkte niedriger als 1999 und der Anteil von Betrieben, die dezidiert auf Lehrveranstaltungen als weiterbildende Maßnahme setzen, lag sogar 13 Prozent unter dem Niveau von 1999. Dementsprechend fielen auch die Kosten der Unternehmen für Weiterbildung im Jahr 2005 etwas geringer aus als 1999 (minus acht Prozent): Sie lagen bei 504 Euro pro Mitarbeiter. In Unternehmen mit Lehrveranstaltungen lagen sie bei 651 Euro pro Mitarbeiter bzw. 1.697 Euro pro Seminarteilnehmer.

Die 'schlechteren' Zahlen aus dem Jahr 2005 müssen allerdings sicherlich nicht zwangsläufig als Negativtrend interpretiert werden. Zum Erhebungszeitpunkt 2005 gewann der wirtschaftliche Aufschwung gerade erst an Fahrt. Unmittelbar zuvor, in den Krisenjahren nach 2001, hatten viele Firmen ihre Weiterbildungsaktivitäten notgedrungen zurückgeschraubt. Zudem hatten viele ihr Fortbildungsportfolio hinsichtlich seines wirtschaftlichen Nutzens kritisch unter die Lupe genommen und als Konsequenz Abschied vom Prinzip 'Mehr wirkt mehr' genommen. Daher müssen die für 2005 erhobenen Daten nicht unbedingt auch heute noch genauso zutreffen. Zudem muss weniger Weiterbildung nicht prinzipiell schlechtere Weiterbildung bedeuten.

Die Teilnahmequote an betrieblicher Weiterbildung in Form von Lehrveranstaltungen lag 2005 sogar etwas über dem Niveau von 1999. Das heißt, wo den Mitarbeitern Angebote ge-macht wurden, nahmen sie diese zu 2,8 Prozent häufiger in Anspruch als 1999 (38,8 gegenüber 36 Prozent). Bei kleinen Firmen waren die Quoten am höchsten, mit zunehmender Unternehmensgröße gehen sie zurück. Und das, obgleich große Firmen ihren Mitarbeitern mehr Weiterbildungsoptionen bieten. Das zeigt: Angebot und Nachfrage hängen offenbar nicht zusammen. Was seit 1999 unverändert geblieben ist: Männer nehmen im Durchschnitt häufiger an Weiterbildung teil als Frauen, wobei es allerdings große Unterschiede je nach Branche gibt: Beteiligen sich etwa im Dienstleistungs- und Baugewerbe deutlich mehr Frauen als Männer an Fortbildungsmaßnahmen, so ist es in anderen Geschäftsfeldern genau umgekehrt. Besonders groß ist die Differenz zugunsten der Männer im Handel sowie in der Energie- und Wasserversorgung.

Ältere nehmen selten an Weiterbildung teil

Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2005 zudem erstmals die Altersstruktur der Teilnehmer beruflicher Weiterbildung ermittelt. Ergebnis: Die deutschen Betriebe investieren - demografischer Wandel hin oder her - kaum in die Weiterbildung ihrer älteren Mitarbeiter ab 55 Jahren. Nur 27 Prozent der Altgedienten kamen 2005 in den Genuss beruflicher Fortbildung. 'Die Daten überraschen kaum und bestätigen das, was durch andere Untersuchungen und Quellen bereits zu vermuten war', kommentiert Christiane Krüger-Hemmer, Mitarbeiterin des Statistischen Bundesamtes. Worüber die Daten indes keinen Aufschluss geben, sind die Ursachen für die geringen Teilnahmequoten Älterer: Werden sie tatsächlich benachteiligt? Oder ist ihr Interesse an der Teilnahme schlicht geringer? Infos - etwa eine Zusammenfassung von wichtigen Tabellen aus der Untersuchung sowie ein erläuternder Aufsatz zur Erhebung 'Berufliche Weiterbildung in Unternehmen 2005' - sind im Internet kostenlos abrufbar.

Autor(en): (jum)

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