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Aufwand macht ignorant

Studie zu psychologischem Eigentum


Chefs wünschen sich in der Regel völlig selbstständige Mitarbeiter, die am besten so gut wie keine Kontrolle benötigen. Dass ein solches Vorgehen aber nicht nur Vorteile mit sich bringt, zeigt eine Versuchsreihe an der Washington University in St. Louis. Markus Baer, Professor für organisationales Verhalten, ist den Mechanismen für diese Überlegenheitsillusion nachgegangen. Er ließ in einer Versuchsreihe über hundert Studenten eine Kampagne für ein neues Hotel entwerfen. Der Clou: Eine Gruppe Teilnehmer bekam ein fast fertiges Konzept geliefert, eine andere musste einen Großteil der Arbeit selbst erledigen – und konnte sich so individuell stärker einbringen. Beim anschließenden Feedback stellte sich heraus, dass der persönliche Bezug zur Arbeit bei der Gruppe mit dem größeren Arbeitsaufwand ausgeprägter war. Die Teilnehmer waren zwar bereit, zu ihrem Projekt etwas hinzuzufügen, sträubten sich aber, etwas davon wegzugeben. 'Wer sich einer Sache verbunden fühlt, ist zwar offen für Ergänzungen, aber er neigt zu Ignoranz, wenn er das Gefühl hat, dass man ihm etwas wegnimmt', schließt Baer. Die Studie zeigt: Zu viel Eigenverantwortung könnte sich auch nachteilig auswirken. Daher sollten sich Führungskräfte regelmäßig über die Tätigkeit ihrer Mitarbeiter informieren.

Autor(en): (ena)


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