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Treue rächt sich im Alter

Studie Jobzufriedenheit


Das Alter hat einen schlechten Ruf – besonders in der Arbeitswelt. Man wird angeblich langsamer, weniger flexibel und lernfähig. Es gibt jedoch auch Vorteile. Zum Beispiel eine höhere Jobzufriedenheit. 


Das zweite Berufsdrittel wird allerdings nur dann zu einer Zeit der höheren Gelassenheit und des Glücks, wenn Arbeitnehmer mindestens einmal ihren Job gewechselt haben. Das geht aus einer Studie der britischen Managementforscherin Shoshana Dobrow Riza hervor, die in der aktuellen Ausgabe des 'Journal of Management' erschienen ist. Zusammen mit ihrem Team der London School of Economics wertete Riza die Daten zweier Langzeitstudien des amerikanischen Arbeitsministeriums aus, für die US-Bürger seit 1979 zu ihrem Berufs- und Privatleben befragt werden. Die Stichprobe, die das Forscherteam für die Untersuchung nutzte, umfasste die Aussagen von Studienteilnehmern, die über den gesamten Zeitraum hinweg einen festen Arbeitsplatz hatten – insg. 21.670 Pers..
Bei der Auswertung konzentrierten sich Riza und ihre Kollegen auf drei Aspekte: Alter, Jobzufriedenheit und die Dauer der Festanstellung. Dabei entdeckten sie einen bemerkenswerten Zusammenhang: Wie erwartet stieg bei den Probanden die Jobzufriedenheit mit dem Alter.
Der positive Effekt des Alters wirkte jedoch nicht, wenn Menschen lange für das gleiche Unternehmen arbeiteten. In dem Fall galt: Je länger die Befragten in demselben Job waren, desto unzufriedener waren sie mit ihrer beruflichen Situation. Daraus schlossen die Forscher: Angestellte, die öfter ihren Job wechseln, sind im Alter zufriedener als diejenigen, die ihrem Arbeitgeber ein Leben lang treu sind.
Die positive Wirkung eines Wechsels erklären Riza und ihr Team durch den Aufstieg, der damit meist verbunden ist: Wer freiwillig wechselt, tut dies in der Regel nur für eine bessere Position und mehr Gehalt. Innerhalb einer Firma sind solche Karriereschritte oft nur begrenzt möglich. Der Neuanfang in einem anderen Betrieb ist somit mit Verbesserungen verbunden, die langfristig zufriedener machen, so die Vermutung der Studienautoren. Als Conclusio ziehen die Wissenschaftler aus ihren Ergebnissen: Führungskräfte sollten einkalkulieren, dass ihre Mitarbeiter – und sie selbst – mit steigender Betriebszugehörigkeit unzufrieden werden und bewusst gegensteuern. Etwa durch Jobrotation, Sabbaticals oder andere Maßnahmen, die Angestellten neue Erfahrungen eröffnen. Als Mentor für Einsteiger zu fungieren, biete beispielsweise gerade langjährigen Mitarbeiter die Möglichkeit zu Erfolgserlebnissen. 

Die Studie kann auf der Website von Shoshana Dobrow Riza heruntergeladen werden: www.lse.ac.uk.

Autor(en): Nina Carbonetti

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