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Zu viel Teamarbeit verstärkt Tunnelblick

Sozialforschung


Wenn Mitarbeiter innerhalb ihres Teams eng zusammenarbeiten, ist das für Führungskräfte ein Segen – und ein Fluch zugleich. Denn nicht selten kommt es vor, dass Gruppenmitglieder, die sich vornehmlich in einem sozialen Netzwerk aufhalten, über kurz oder lang einer verzerrten Wahrnehmung unterliegen und als Folge zu Fehleinschätzungen und Tunnelblick neigen. Das hat ein Forscherteam um Eun Lee und Fariba Karimi von Gesis – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften – in einer Studie herausgefunden. Für diese legten die Wissenschaftler eine Reihe gegensätzlicher Merkmale fest, etwa 'Raucher'/'Nichtraucher' oder 'anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen'/'... nicht aufgeschlossen', und untersuchten verschiedene Gruppen im Hinblick auf diese Merkmale. Dabei konnten sie sowohl in homogenen Gruppen (Bsp. 'nur Raucher') als auch in heterogenen Gruppen (Bsp. 'Raucher und Nichtraucher') Wahrnehmungsverzerrungen feststellen. Ihr Fazit lautet daher: Um Fehleinschätzungen und Scheuklappendenken zu vermeiden, reicht es nicht aus, Teams heterogen zu besetzen. Vielmehr empfiehlt es sich, sie regelmäßig zu öffnen und Kontakt zwischen Menschen aus verschiedenen Teams, Abteilungen und Netzwerken herzustellen – oder kurz: die eigenen Mitarbeiter zu motivieren, häufiger über den Tellerrand zu blicken.

Autor(en): Sarah Lambers


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