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Zukunft der Arbeit ist sozialer

Netzwerk-Experiment


Dass sich starre Unternehmensstrukturen zugunsten dynamischer Netzwerke mehr und mehr auflösen werden, darüber sind sich die meisten Arbeitsmarktforscher und Zukunftswissenschaftler einig. Ein Team von Evolutionsbiologen der Universität Göttingen hat nun untersucht, wie sich solch flexiblere Strukturen auf die Kooperation auswirken. Ihr Befund: Kooperation wird in der Arbeitswelt der Zukunft deutlich größer geschrieben, Arbeiten wird sozialer.

Die Wissenschaftler ließen Studenten am Computer das sogenannte Gefangenendilemma durchspielen, ein Interaktionsmodell aus der Spieltheorie, bei dem es darum geht, gemeinsamen Nutzen zu schaffen, z.B. einen monetären Gewinn einzufahren. Beide Spieler müssen ihre Strategie unabhängig voneinander gleichzeitig festlegen. Entscheiden sich beide für die Kooperation, profitieren auch beide. Spielt einer der Spieler egoistisch, profitiert nur er, sofern sich der andere kooperativ verhält. Wenn sich beide eigensinnig verhalten, springt für jeden etwas heraus, allerdings nur wenig.

Die Probanden absolvierten das Interaktionsmodell in zwei Varianten. In der ersten spielten sie mit festen Partnern. Dieses Szenario entsprach der Situation in heutigen Unternehmen, in denen die Mitarbeiter ihre Kollegen zugeordnet bekommen. In der zweiten Variante wurde in einem dynamischen Netzwerk gespielt, die Spieler konnten ihre Partner austauschen.

Wer nicht kooperiert, wird abgewählt

Wenn ihr Spielpartner nicht kooperierte, machte die große Mehrheit der Probanden von der Tausch-Option Gebrauch. Das erscheint auf den ersten Blick nicht überraschend, ist aber aus Sicht der ökonomischen Theorie bemerkenswert. Denn gemäß der dort geltenden Modelle sollten die Spieler eher dazu tendieren, auch nicht kooperierende Mitspieler zu behalten und sich auf deren Verhalten einzustellen, statt sich auf neue Spieler einzulassen, deren Verhalten sie nicht vorhersehen können.

Im Laufe des Spiels entstanden durch die Partnerabwahl stabile Cliquen kooperativer Spieler, zwischen denen sich sogar Dreiecksbeziehungen entwickelten, heißt, Kooperationspartner von Kooperationspartnern wurden ebenfalls sofort als Partner akzeptiert. Gleichzeitig wurden nichtkooperative Spieler an den Rand des Netzwerkes gedrängt, mit der Folge, dass sie sich mit der Zeit ebenfalls immer kooperativer verhielten. In summa kooperierten die Spieler in der zweiten Variante, der des dynamischen Netzwerkes, deutlich stärker als in der ersten, die die heutigen Arbeitsstrukturen abbildete. 'Es besteht eine enge Wechselwirkung zwischen der sozialen Umgebung und kooperativem Verhalten', resümiert Studienleiter Dirk Semmann. Die Ergebnisse deuteten daraufhin, dass die Arbeitswelt mit zunehmender struktureller Flexibilisierung immer prosozialer werde.

Autor(en): (ama)


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