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Weiterbildung wird unterschätzt

Maßnahmen gegen Fachkräftemangel


Fast jedes zweite Unternehmen hat Probleme, offene Stellen zu besetzen. Weiterbildungen könnten helfen, solche Vakanzen mit vorhandenen Mitarbeitern intern ab­­zudecken, werden dafür aber kaum genutzt.

Die Erhebung Fachkräftemangel 2015 der ManpowerGroup unter 1.000 Unternehmen aus Deutschland und 41.700 Teilnehmern weltweit kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich 12 Prozent der befragten Unternehmen Weiterbildungen als Möglichkeit nutzen, um Mitarbeiter für vakante Stellen zu qualifizieren. Das ist ein Rückgang um sieben Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr. Und ein weiterer positiver Effekt geht den Unternehmen durch die Lappen: 'Mit professionellen Qualifizierungsmaßnahmen und attraktiven Entwicklungsperspektiven motivieren Unternehmen vorhandene Mitarbeiter und binden sie langfristig an sich. Auch Bewerber werden dadurch angelockt ', betont Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup.

Wie wichtig Weiterbildung für die Attraktivität eines Unternehmens ist, wird ersichtlich an den Ergebnissen der Studie DUW-Monitor Karriereplanung der Deutschen Universität für Weiterbildung. Anders als früher bestimmen demnach Arbeitnehmer ihre Karriere zunehmend selbst, und sie wählen Jobs gezielt danach aus, was sie für die Karriere bieten – auch im Hinblick auf Weiterbildung. Das gilt besonders für Arbeitnehmer zwischen 18 und 35 Jahren, von denen 42 Prozent bei einem Jobwechsel einen Arbeitgeber bevorzugen würden, der ihnen eine akademische Weiterbildung – also etwa einen Master-Abschluss oder ein Hochschulzertifikat – ermöglicht.

Weiterbildung sei auch deswegen wichtig, kommentiert Florian Schramm, Professor für Personalwirtschaft an der Universität Hamburg, die Studienergebnisse, weil es immer mehr Projektkarrieren gibt: 'Sinnvoll ist es daher, Mitarbeiter dabei zu unterstützen, sich gezielt weiterzuentwickeln. Mithilfe von Weiterbildungsangeboten erhalten sie die Chance, sich aktuelles Wissen anzueignen, das sie für neue Themen im Berufsalltag benötigen.'

www.manpowergroup.de/neuigkeiten/studien-und-research/studie-fachkraefte mangel/ bzw. www.duw-berlin.de – (Suche: Monitor Karriereplanung)
 
Entwicklungsbedarf
Nur etwas mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer führen Personal- und Entwicklungsgespräche. 57%
Nur jeder Zweite hat Chancen auf regelmäßige außerbetriebliche Weiterbildung. 51%
Jeder dritte Arbeitnehmer fühlt sich von seinem Chef nicht unterstützt, wenn es um die Karriere geht. 31%

(Quelle: Forsa-Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmern im Auftrag der DUW.)

Autor(en): (obi)


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