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Yes, we can

Hackathon #WirVsVirus


Schwarmintelligenz, Social Collaboration, Selbstorganisation: Wie sich solche Trendbegriffe mit Leben füllen lassen, hat der Hackathon der Bundesregierung vom 20. bis 22. März 2020 vorgemacht. Unter dem Titel #WirVsVirus erarbeiteten rund 1.500 virtuelle Teams Lösungen für aktuelle Herausforderungen.


Drei Stunden Verspätung, Tausende Interessenten, die vergeblich auf eine Einladung warteten, Moderatoren, die man bisweilen nicht verstehen konnte: Es lief lange nicht alles perfekt beim ersten rein digitalen Hackathon der Bundesregierung. „Es gab technische Probleme auf allen genutzten Tools“, berichtet Katharina Krentz, die für die virtuelle Veranstaltung ihr Wochenende geopfert hatte. Bereut hat das die Stuttgarter Managerin, die bei der Robert Bosch GmbH für Community Management und Digital Collaboration zuständig ist, trotzdem nicht: „Die Stimmung war mega!“

Denn der Grund für die Schwierigkeiten war der enorme Ansturm: Statt den erwarteten 1.000 Codern und Hackerinnen folgten über 40.000 Freiwillige jeglicher Couleur dem Aufruf, sich bei der Bewältigung der Herausforderungen durch COVID-19 aktiv einzubringen. Knapp 28.000 von ihnen schafften es auch tatsächlich über alle Hürden hinweg in den digitalen Kollaborationsraum, in dem sie – ganz im Sinne eines Hackathons – zwei Tage lang weitgehend selbstorganisiert Lösungsansätze für spezifische Herausforderungen suchen, schnell testen und funktionierende Prototypen bauen sollten.  

Hacking für alle
Im Mittelpunkt des WirVsVirus-­Hackathons standen anders als in der klassischen Version des Formats allerdings keine Programmierprobleme, sondern drängende, gesellschaftlich relevante Fragestellungen und Abhilfe für alltägliche Herausforderungen. „Das war kein Nerd-Treffen, sondern ein Treffen von Menschen wie du und ich, die unsere Welt etwas besser machen wollen“, berichtet Harald Schirmer. Der Manager Digital Transformation & Change bei der Continental AG hatte sich als Mentor angemeldet und moderierte übers Wochenende den Austausch von rund 70 Personen, die sich noch nie gesehen hatten, aber gemeinsam Alternativen zu geschlossenen Sportvereinen und Fitness-Studios entwickeln wollten.

Das ihm zugeteilte Projekt war eine von rund 1.500 bearbeiteten Herausforderungen, die teils von Teilnehmenden mitgebracht, teils von den veranstaltenden Institutionen vorgeschlagen worden waren. Zu Letzteren gehörten neben den sieben sozialen Initiativen – Tech4Germany, Code for Germany, Impact Hub Berlin, ProjectTogether, SEND e.V., Initiative D21 und Prototype Fund –, die #WirVsVirus initiiert hatten, die Bundesregierung selbst sowie verschiedene Ministerien und Organisationen der öffentlichen Verwaltung.

Entsprechend breit war das Spektrum der bearbeiteten Themen: von virtuellen Wartezimmern über die App zur Behebung des Erntehelfermangels bis hin zur Online-Beratung für psychisch belastete Personen. Viele Teams widmeten sich auch dem Thema Lernen und Arbeiten: im Bereich E-Learning etwa waren 42 He­rausforderungen eingereicht worden, zum Thema Home Office wurden 13 Aufgaben definiert.

Ergebnisse und Einsichten 
Ganz so schlecht, wie oft geunkt wird, ist es offenbar also weder um den Innovationsgeist noch um die Digitalisierungschancen in Deutschland bestellt, so eine zentrale Erkenntnis von Teilnehmenden wie von Veranstaltern. „Wir sind nicht diejenigen, die Wandel so wahnsinnig gut finden – aber wenn die Notwendigkeit für Wandel da ist, dann können wir es doch ganz gut“, stellt Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, in ihrem Abschlusswort fest. Oder wie es Collaboration-Experte Schirmer formuliert: „Es ist erstaunlich, was möglich ist, wenn Können, Wollen und Dürfen zusammenkommen.“

Community Managerin Krentz hofft, dass sich auch die Unternehmen etwas vom Erfolg des Hackathons abschauen und dass vielleicht sogar diejenigen, die das Chaos moderieren können, dort mehr Anerkennung finden: „Vielleicht hilft es ja, dass Menschen mit meinen Fähigkeiten nicht mehr belächelt, sondern gefördert werden“, sagt sie augenzwinkernd. 
Eine Woche nach dem Hackathon wurden mittels eines Auswahlverfahrens übrigens zwanzig Projekte – meist aus dem medizinischen Bereich – ausgeguckt, die sofort in die Umsetzung gehen, alle anderen Projekte konnten sich um Unterstützung aus dem #WirVsVirus-Solution-Enabler-­Programm bewerben. Neben der öffentlichen Hand haben auch zahlreiche Akteure der Privatwirtschaft Unterstützung signalisiert.

Alle Infos – mit Links zu den Projekten: www.wirvsvirushackathon.org

Autor(en): Sylvia Lipkowski


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