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Führen gut, Fördern schlecht

Führungskräfte aus Mitarbeitersicht


Leiden unter dem Chef? Das scheint – zumindest in Österreich – keine verbreitete Malaise zu sein. Darauf deutet eine Erhebung hin, die die Gesellschaft für Personalentwicklung (GfP) aus Wien mit Unterstützung des britischen Roffey Park Institute unter 1.081 Angestellten durchgeführt hat – 75 Prozent davon mit, 25 Prozent ohne eigene Führungsverantwortung. Laut der GFP Management Agenda 2015 beurteilen die Befragten (die Mehrheit davon Österreicher) ihre Führungskräfte ausgesprochen milde: 63 Prozent finden, ihr Vorgesetzter zeichne sich durch sehr gute bis gute Führungsfähigkeiten aus. Nur 14 Prozent verpassen ihrem Chef das Prädikat 'schlechte' oder 'sehr schlechte Führung'. Auch en détail ist der Blick auf den direkten Vorgesetzten erstaunlich positiv: Je eine Mehrzahl der Befragten gab zu Protokoll, dass der eigene Chef Erwartungen deutlich formuliert, Versprechen hält, seine Mitarbeiter bei kritischen Entscheidungen mitreden lässt, herausfordernde Aufgaben an Mitarbeiter delegiert und klare Prioritäten setzt. Sogar mit Empathie können viele Vorgesetzte punkten. So sind 57 Prozent der Befragten überzeugt, dass sich ihre Führungskraft für ihre Gefühle interessiert und dafür, wie es ihnen geht. Dazu passt, dass nur 37 Prozent der Befragten den Führungsstil, mit dem sie konfrontiert sind, als Stressfaktor empfinden, wohingegen die Arbeitsbelastung als Stressor Nummer eins gilt.

Dennoch gibt es Luft nach oben. Zum einen haben viele ihren Chef im Verdacht, dass er nicht bereit ist, die eigenen Interessen hintanzustellen, wenn es um das Wohl der Gruppe geht. Zum anderen scheinen sich viele Führungskräfte in der Rolle des Coachs und Entwicklungspartners noch nicht zu Hause zu fühlen. Jedenfalls berichten nur 43 Prozent, dass ihre Führungskraft ihre Karriere und Entwicklung aktiv fördert. Nur 45 Prozent haben einen Chef, der spezifische Fördermaßnahmen für sie einleitet. Und nur 40 Prozent sagen, ihre Führungskraft erläutere ihnen, welches Verhalten sie ändern sollen. A Die Studie, die zusätzlich zum Status quo in Sachen Führung auch Themen wie Motivation, HR- und Change Management unter die Lupe nimmt, kann kostenlos unter http://mma2015.gfp.at angefordert werden.

Autor(en): (jum)


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