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Emotionen bleiben oft auf der Strecke

Digitale Zusammenarbeit in der Krise


Während die technische Seite kaum Probleme bereitet, erweisen sich emotionale und soziale Aspekte bei der Arbeit vom Home Office aus zunehmend als herausfordernd. Im Zwischenbericht seiner Studie über Emotionen in der virtuellen Zusammenarbeit hat der Goinger Kreis – ein gemeinnütziger Verein, der sich im Bereich Personalwesen als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Gesellschaft versteht – einige Problemzonen genauer beschrieben: 
  • Work-Life-Balance gerät ins Wanken: Durch die häufig vollständige Verlagerung des Beruflichen in den privaten Raum verwischen Grenzen. Das stellt bei vorherrschenden Kontaktsperren eine besondere Herausforderung dar, da in vielen Haushalten alle Mitglieder gleichzeitig vor Ort sind.
  • Führung auf Distanz: Virtuelle Führung und Zusammenarbeit finden in einer anderen emotionalen Dimension statt als im Büro. Wer live gut führt, muss das nicht unbedingt auch virtuell gut können. Reservierte Beziehungen werden dadurch häufig noch reservierter und erfolgreiche Kommunikation verlangt eine bewusste Anstrengung.
  • Unterschiede zur Präsenz: Gerade für Mitarbeitende, die sich erst noch an die virtuelle Zusammenarbeit gewöhnen müssen, die viel Interaktion brauchen oder introvertiert sind, fällt die Umstellung schwer. Besonders das Fehlen der im Büroalltag selbstverständlichen Face-to-Face-Kommunikation erweist sich als schwierig, weshalb Videokonferenzen im Gegensatz zu Telefonkonferenzen bevorzugt werden.
  • Einfache Aufgaben werden aufwendiger: Durch die räumliche Trennung findet Kommunikation weniger spontan statt, was einfache Aufgaben umständlicher macht. Dadurch kann sich die Arbeitsbelastung erhöhen.
  • Virtuelle Zusammenarbeit verlangt eigene Etikette: Während sich in der Bürozusammenarbeit über Jahre hinweg eine Etikette bilden konnte, die sachliche und persönlich-emotionale Interaktion vermischt, gibt es diesbezüglich bei der virtuellen Variante noch Nachholbedarf. Oft sind Telefon- oder Videokonferenzen laut der Studie davon geprägt, dass die Zeit ausschließlich für arbeitsbezogenen Austausch genutzt wird. Hier beginnt aber ein Umdenken: Unternehmen wollen virtuelle Konferenzen interaktiver und persönlicher gestalten, mehr Small Talk und emotionale Interaktion fördern.
Die empirische Erhebung umfasste zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Zwischenberichts 25 international agierende Unternehmen. Durch Befragungen von Geschäftsführern, Personalabteilungsleitern sowie Coachs und Beratern, die in direktem Kontakt zu betroffenen Mitarbeitenden stehen, sammelt der Goinger Kreis Informationen über den Stand der virtuellen Zusammenarbeit und den damit verbundenen Erfahrungen nicht technischer Natur. Thomas Marquardt, Vorsitzender des Goinger Kreises, beschreibt die Krise als „gigantisches Versuchslabor der virtuellen Führung und Zusammenarbeit“. Dieses will der Verein nutzen, um mit seiner Studie wichtige Erkenntnisse für die Zeit danach zu sammeln.

Autor(en): Nathalie Ekrot


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