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5 Thesen zur Zukunft von HR

DGFP Congress 2018


Welche Rolle wird HR in der neuen Arbeitswelt spielen? Und wie muss sich die Funktion dafür verändern? Diese Fragen standen beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) Mitte November in Köln im Mittelpunkt. Fünf Antworten aus den Keynote-Vorträgen.

1. HR kommt in der neuen Arbeitswelt eine Doppelrolle zu: Als Agile Coach begleitet es die Anwendung der neuen Methoden. Als People Coach begleitet es die Menschen.

Die Unternehmen werden sich immer mehr in Richtung Projektorganisationen entwickeln, betonte Walter Jochmann in seinem Vortrag. 'Ähnlich wie im Beratungsbusiness werden immer wieder neu zusammengestellte Teams weitgehend unabhängig ihre Cases bearbeiten.' Zum Einsatz kommen werden dabei laut dem Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Kien­baum International vor allem agile Methoden wie Design Thinking, Scrum oder Lean Startup. Den Mitarbeitern die entsprechenden methodischen Kompetenzen zu vermitteln und sie in der Anwendung der neuen Methoden zu begleiten, wird laut Jochmann in der neuen Arbeitswelt eine der zentralen Aufgaben von HR sein. HR wird die Rolle eines Meta-Scrummasters oder Agile Coachs im Unternehmen übernehmen, formulierte Jochmann, der für eine reibungslose Zusammenarbeit sorgt und die Projetkteams dabei unterstützt, gruppendynamische Effekte zu bewältigen.
Die zweite zentrale Aufgabe von HR in der neuen Arbeitswelt wird nach Überzeugung Jochmanns die klassische Funktion der Mitarbeiterentwicklung sein. Die werde allerdings in Zukunft noch viel individueller ablaufen, als das heute der Fall ist. 'HR wird die Mitarbeiter als eine Art People Coach in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten', so der Berater.

2. HR muss genauso innovativ werden wie eine Entwicklungsabteilung.

Um seine Rolle bzw. Rollen in der neuen Arbeitswelt auszufüllen zu können, muss sich HR transformieren. Das betonten mehrere Vortragende, unter anderem Ariane Reinhart: 'HR muss genauso innovativ werden wie eine Entwicklungsabteilung', sagte die Personalvorständin bei Continental und Vorstandsvorsitzende der DGFP. Dazu müsse es zum einen selber agile Strukturen abbilden. Zum anderen kontinuierlich mit neuen Lernkonzepten, Formaten und Technologien experimentieren. Ein Grund, warum hohe Innovativität für die Personalfunktion immer wichtiger wird, laut Reinhart: Nur so wird HR in der Lage sein, die Neugier der Mitarbeiter immer wieder zu wecken. Und Neugier sei eine der wichtigsten Kompetenzen der neuen Arbeitswelt.

3. Personaler müssen lernen, loszulassen und Aufgaben an Technologie abzugeben.

Die Digitalisierung wird auch vor dem HR-Ressort nicht haltmachen. 'Die Herausforderung für HR besteht darin, loszulassen und Aufgaben an Technologie abzugeben', betonte Ariane Reinhart. Gerade bei komplexeren Standardaufgaben sei die Technik dem Menschen überlegen. Etwa bei der Erstauswahl im Recruiting-Prozess, bei der sie Talent und Bedarf im Unternehmen deutlich besser und vor allem schneller abgleichen kann, als Menschen das könnten. Dass im Recruiting-Prozess in fast allen Unternehmen künftig Algorithmen die Erstbewertung der Kandidaten übernehmen werden, liegt für die Personalerin daher auf der Hand. Für die Personalfunktion bedeutet der weitere Einzug der digitalen Technologien aber auch: Sie wird in Zukunft mehr Zeit haben, sich auf ihre neuen Kernrollen zu konzentrieren: der des Agile Coachs und der des People Coachs. In den Workshops konnten die Kongress­teilnehmer neue Technologien wie Augmented und Virtual Reality testen.

4. Neue technische HR-Berufsprofile werden entstehen.

Die vermehrte Nutzung digitaler Technologien im HR-Bereich heißt laut Reinhart auch: Es werden dort Spezialisten benötigt, die die Technologien nicht nur anwenden können, sondern darüber hinaus ein tiefes Verständnis für sie besitzen. 'Wir brauchen neue Berufsprofile wie den HR-Big-Data-Analysten und den HR-Chat-Bot-Spezialisten', sagte die DGFP-Vorstandsvorsitzende.

5. HR wird mehr Verantwortung für die konzeptionelle Planung des Unternehmens übernehmen.

Vielleicht wird es bald auch das Berufsprofil eines HR-Strategen geben. Diesen Schluss könnte man zumindest aus dem Vortrag von Simone Siebeke ziehen. Die Beraterin der Consulting-Firma Spencer Stuart betonte: 'HR wird mehr Verantwortung für die konzeptionelle Planung des Unternehmens übernehmen.' Für diese Aufgabe sei die Funktion nämlich geradezu prädestiniert. 'HR kann freier in die Zukunft blicken, weil es weniger als die anderen Bereiche den Quartalszahlen verhaftet ist.' Dass die (notwendige) Transformation des HR-Ressorts nicht einfach werden wird, unterstrich Walter Jochmann, indem er eine alte Beraterweisheit anwendete: 'Personaler sind Veränderungsexperten – und die Eigenapplikation ist bekanntlich immer besonders schwierig.'

Linktipp
Einen Rückblick auf den DGFP Congress 2018 sowie auf die vorherigen Jahreskongresse der Deutschen Gesellschaft für Personalführung und Ausblicke auf weitere DGFP-Events finden sich unter https://congress.dgfp.de. Einen ausführlicheren Bericht, der den DGFP Congress 2018 einordnet, gibt es hier: http://bit.ly/2BB90Wyama

Autor(en): Andree Martens


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