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Gefährlich giftig?

Big-Data-Analyse destruktive Mitarbeiter


Kann ein fauler Apfel den ganzen Korb verderben? Kann also das destruktive Verhalten eines Mitarbeiters negative Auswirkungen auf das gesamte Team haben? Neue Nahrung erhält der Verdacht durch eine Untersuchung des Talentmanagement-Spezialisten Cornerstone OnDemand. Das Besondere an der Studie: Sie macht sich Big Data zunutze. Das heißt, sie beruht auf anonymisierten Datensätzen von 63.000 Mitarbeitern aus US-amerikanischen Unternehmen. Unter diesen 63.000 waren etwa je Unternehmen drei bis fünf Prozent, denen aufgrund von Ge­walt am Arbeitsplatz, sexueller Belästigung, Urkunden­fälschung, Betrug oder Drogen- sowie Alkoholmissbrauch ge­­kündigt worden war. Die Stu­dienautoren setzten diese Facts in Bezug zu weiteren Datensätzen, die über die sogenannten toxischen Mitarbeiter vorlagen. Und sie verglichen die Datensätze der Gekündigten mit denen anderer Mitarbeiter. Dabei zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mitarbeiter 'toxisches' Verhalten zeigt, anscheinend tatsächlich steigt, wenn sich in dessen Team schon ein anderer Quertreiber befindet. Zusätzlich erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein guter Mitarbeiter das Unternehmen freiwillig verlässt, um ganze 54 Prozent, wenn er in einer Umgebung arbeitet, in der auf zwanzig gute, harmlose Kollegen ein 'toxischer' kommt. Das heißt: Mitarbeiter mit destruktivem Verhalten scheinen das Klima derart zu vergiften, dass gute Mitarbeiter ihretwegen die Flucht ergreifen.

Laut der Erhebung zeichneten sich Mitarbeiter, denen aufgrund ihres Fehlverhaltens gekündigt worden ist, zudem häufiger als andere durch bestimmte Merkmale aus: Sie arbeiteten zwar schnell und viel, aber ihre Ergebnisse fielen schlechter aus als die der unauffälligen Mitarbeiter. Sie waren weniger zuverlässig und serviceorientiert. Sie be­­kannten sich selbst stark zur Regeltreue. Und sie waren von ihren technischen Fähigkeiten sehr überzeugt. 'Diese Erkenntnisse dürfen natürlich nicht so interpretiert werden, dass Mitarbeiter, die eines oder mehrere dieser Merkmale aufweisen, automatisch verdächtig sind', betont der deutsche Kommentator der Studie, Sascha Großkopf, Marketing-Verantwortlicher von Cornerstone OnDemand in Düsseldorf. Dennoch geht es Cornerstone OnDemand, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung zur Studie bekannt gibt, durchaus darum, Warnsignale ausfindig zu machen, die möglicherweise schon im Einstellungsprozess helfen können, 'toxische' Kandidaten herauszufiltern. Die Frage ist, wie viel solch ein durch Datenmassen gewonnener Filter wirklich wert ist. Denn: Korrelationen sind keine Kausalitäten. Ein Mitarbeiter könnte beispielsweise ein Alkoholproblem entwickeln – und erst in Folge davon in seiner Zuverlässigkeit nachlassen. Und: Steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter destruktives Verhalten zeigen, wirklich deshalb, weil sie sich von 'toxischen' Kollegen anstecken lassen? Oder könnte es nicht auch an gleichen Ausgangsbedingungen liegen, die mehrere Mitarbeiter eines Teams womöglich in ein ähnliches Verhalten treiben? Die Untersuchung lässt diese Fragen offen. A Eine englischsprachige Zusammenfassung der Ergebnisse steht zum kostenlosen Download unter http://bit.ly/1PtwBry zur Verfügung.

Autor(en): (jum)


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Nachricht aus managerSeminare 209:

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