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Corona-Krise beschleunigt ­Digitalisierung des Recruitings

Bewerbungsprozesse


Während Anfang dieses Jahres nur gut jedes dritte Unternehmen Video-Interviews im Recruiting-Prozess einsetzte, sind es mittlerweile bereits 60 Prozent. Das ist eines der Ergebnisse einer zweiteiligen Studie, für die die Online-Bewerbungsplattform Stepstone und der Bundesverband der Personalmanager (BPM) im Januar und Mai 2020 jeweils 2.600 Personalmanager und 10.200 Bewerber befragt haben. Zurückzuführen sei diese Entwicklung laut der Studienautoren auf die Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Krise und die dadurch vermehrte Arbeit im Home Office. Überraschend: Andere Instrumente des digitalen Recruitings wie Active Sourcing oder Chatbots konnten keinen merklichen Nutzungszuwachs verzeichnen. Etwas digital affiner wurden die Recruiter durch die Pandemie aber trotzdem: Bezeichneten sich Anfang des Jahres nur 30 Prozent der Befragten als digital affin, sind es vier Monate später bereits 35 Prozent. Trotz positiver Entwicklung offenbaren diese Zahlen allerdings bei circa zwei Drittel der Personalmanager dennoch einen Nachholbedarf, dessen sie sich auch bewusst zu sein scheinen: 84 Prozent stimmen zu, dass digitale Fähigkeiten und Kenntnisse im Recruiting immer wichtiger werden – drei von vier Personalmanagern fordern diesbezüglich eine klare Digitalisierungsstrategie im Recruiting.

Und wie sieht es seitens der Bewerber mit digitalem Recruiting aus? Für sie scheinen digitalisierte Prozesse kein Problem darzustellen: 78 Prozent der Befragten geben sich für ihre Fähigkeiten mit Video-Call und Co. ein „sehr gut“ oder „gut“, 15 Prozent schätzen ihre Kenntnisse als „befriedigend“ ein und nur eine kleine Minderheit von vier Prozent gibt sich auf der Schulnotenskala eine vier oder fünf – die sechs steht für sie gar nicht erst zur Debatte. Dennoch lehnen eine komplette Digitalisierung der Stellenbesetzung zwei Drittel der Bewerber ab und über 60 Prozent wollen kein Vorstellungsgespräch mit einem intelligenten Programm führen. Obwohl die Corona-Krise die Digitalisierung des Recruitings beschleunigt hat, bleibt der Faktor Mensch also nach wie vor entscheidend.

Digitalaffinität von Personalmanagern


 DigitalaffinNeutral Nicht digitalaffin 
 Januar 2020 30%22%48%
 Mai 202035%25%40%

Quelle: www.managerseminare.de; Studie: „Digitales Bewerben und Recruiting im Praxistest“ von Stepstone und dem Bundesverband der Personalmanager, n=2.600, 2020.

Autor(en): Nathalie Ekrot


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