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Der Chef gilt als Innovationsbremse

Arbeitnehmerbefragung


Führungskräfte betrachten sich gern als Vorantreiber des Neuen. Doch eine Studie zeigt jetzt, dass Mitarbeiter in ihren Chefs oft genau das Gegenteil sehen: eine Gefahr für die Innovationskultur.

39 Prozent von 2.550 befragten Berufstätigen meinen, dass Führungskräfte in ihrem Unternehmen Veränderungen generell blockieren. Weitere 38 Prozent haben den Eindruck, dass neue Ideen an ihrem Chef abprallen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Erhebung, die der Lehrstuhl für Strategie und Organisation der TU München im Auftrag des Netzwerks Zukunftsallianz Arbeit und Gesellschaft e.V. (ZAAG), des Rekrutierungsunternehmens Hays sowie der Gesellschaft für Wissensmanagement durchgeführt hat. Im Kern ging es um die Frage, wie sich Arbeitnehmer eine innovationsfreundliche Arbeitswelt vorstellen. Die aus Mitarbeitersicht wichtigsten Punkte in dieser Hinsicht sind (in dieser Reihenfolge): ein Arbeitsumfeld, in dem experimentiert werden darf; ausreichend Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen; mehr Freiheiten in der Gestaltung von Arbeitszeit und -ort; die Möglichkeit, den eigenen Gewohnheiten entsprechend zu arbeiten; die Möglichkeit, an Unternehmensentscheidungen beteiligt zu werden; eine vertrauensbasierte Führung sowie flexible statt bürokratisch standardisierte Strukturen im Unternehmen. Der Frust darüber, dass es mit vielen dieser Punkte nicht weit her ist, scheint sich nicht zuletzt auf die Führungskräfte zu richten. So würden 85 Prozent schlechte Chefs am liebsten abwählen. 70 Prozent fänden es gut, wenn Führungskräfte nur auf Zeit gewählt würden. Und 80 Prozent der Befragten denken, es würde die Firmenproduktivität steigern, wenn sie selbst stärker an betriebsrelevanten Entscheidungen beteiligt würden. Doch nur die Hälfte der Firmen lässt tatsächlich mehr Demokratie zu. Weil die Studienmacher überzeugt sind, dass sich das ändern muss, haben sie auf der Basis der Studiendaten sowie einer Expertendebatte ein Manifest (siehe unten) erarbeitet. Der Appell an Unternehmen: Erhöht die Freiheitsgrade!

Manifest für innovative Arbeitswelten

  • Freiheit der Arbeit stärken
  • Experimentierkulturen forcieren
  • Entscheidungsprozesse für direkte Demokratie öffnen
  • Überholte Führungsmodelle ersetzen
  • Freiheits- und Partizipationsrechte vertraglich verankern 
  • Hierarchiearme, vertrauensbasierte Netzwerkstrukturen fördern
  • Jede Form von Arbeit wertschätzen – es gibt keine atypische Arbeit

Quelle: Das Manifest, das hier gekürzt dargestellt ist, stammt aus der Studie 'Der Ruf nach Freiheit – Innovationsförderliche Arbeitswelten aus Sicht der Arbeitenden' von Hays, ZAAG, GfWM sowie der TU München, 2016.
Grafik: ©www.managerseminare.de

Autor(en): Sylvia Jumpertz

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