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Digitalisierung löst Organisationen auf

Arbeit 4.0


Arbeit wird sich durch die zunehmende Digitalisierung radikal ver­ändern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die Telekom mit der Universität St. Gallen durchgeführt hat. Im Rahmen von 25 Thesen skizzieren die Studienautoren ein Bild der Arbeit der Zukunft und formulieren entsprechende Handlungsfelder. Für die Studie 'Arbeit 4.0: Megatrends digitaler Arbeit der Zukunft' wurden weltweit 60 Ansprechpartner befragt, z.B. Topmanager aus der TK- und ICT-Branche, außerdem Experten von deutschen und amerikanischen Universitäten.

Besonders frappierend sind sechs Thesen, die eine Auflösung der Or-ganisation prognostizieren. Digitale Fachkräfte, so schätzen es die be­­fragten Experten ein, kommunizieren künftig mehr in firmenübergreifenden, spezialisierten Communities. Das führt dazu, dass die Loyalität gegenüber einem eigenen Unternehmen nachlässt. Und auch Firmen nutzen für spezifische Leistungen zunehmend ein Hiring on Demand oder greifen sogar auf freiwillige digitale Arbeit engagierter Kunden zurück. In den Netzwerken der neuen Arbeitswelt teilen sich Unternehmen außerdem häufiger z.B. standardisierte Prozesse, so entstehen Arbeitsplätze ohne eindeutige organisatorische Zugehörigkeit. Dies alles führe dazu, dass sich geschlossene Unternehmensstrukturen öffnen bzw. schwinden.

Der Anteil flexibler Arbeitsverhältnisse wird auch dadurch weiter steigen, Arbeit wird generell unabhängiger von Ort und Zeit. Darauf müssen die Personalabteilungen reagieren, z.B. bei der Gestaltung von Verträgen, in puncto Arbeitssicherheit und Besteuerung. Für Mitarbeiter entstehen Freiräume für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, hinzu kommen aber ebenso Belastungen durch eine Always-on-Mentalität.

Auch von den Führungskräften sind neue Kompetenzen gefordert, etwa ein Wandel zur Führung auf Distanz, bei dem persönliche Bindung über unpersönliche technische Kanäle aufgebaut und erhalten wird.

6 Thesen zur Auflösung der Organisation:

  • Arbeitsplätze ohne eindeutige organisatorische Zugehörigkeit entstehen.
  • Nicht mehr Organisationszugehörigkeit, sondern fachliche Expertise leitet Loyalitäten.
  • Das Arbeitsverhältnis wandelt sich zum Arbeitseinsatz.
  • Die Softwarestandardisierung macht Organisationsformen homogener.
  • Vormals geschlossene Unternehmensstrukturen öffnen und entgrenzen sich.
  • Freiwillige digitale Arbeit ersetzt professionelle Beschäftigung.

Autor(en): (obi)


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