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Im Job ist kein Platz für kindliche Werte

Moralisches Missverständnis

Ulf D. Posé ist Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V. Für managerSeminare wirft er in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.

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Dr. Sabine K. ärgert sich. Ihre Sekretärin hat einen Termin doppelt vergeben. 'Ich habe diese Schlamperei satt', sagt sie scharf. 'Ich frage mich wirklich, ob Sie für den Job geeignet sind.' Die Sekretärin schnappt nach Luft, als sie antworten will, ist Frau Dr. K. bereits verschwunden. Eine schöne Bescherung, so kurz vor Weihnachten. Die Chefin ist in den nächsten Stunden kurz angebunden. Die Sekretärin fürchtet um ihren Job.

Wir ärgern uns schon einmal über Unzulänglichkeiten anderer. Die Frage ist, wie wir mit diesem Ärger umgehen. Das hat etwas mit unseren Werten zu tun. Werte entstehen in der Kindheit und werden mit dem Erwachsen-Werden leider oft durch andere Werte ersetzt. Dabei wäre es wünschenswert, möglichst viele kindliche Werte in die Welt der Erwachsenen hinüber zu retten: Denn Kinder leben ganz selbstverständlich Werte wie Dankbarkeit, Wohlwollen, Verzeihen-Können und Im-Kleinen-glücklich-Sein. Die Werte der Erwachsenen – Erfolg, Reichtum, Macht und Leistung – spielen für sie keine Rolle.

Werden nun die Werte der Kindwelt ersetzt, dann entsteht ein Problem: In der Erwachsenenwelt sind Menschen nichts wert, solange sie leistungsschwach oder ohnmächtig, arm oder erfolglos sind. Dagegen stehen die kindlichen Werte für eine Form des gesellschaftlichen Miteinanders, die nicht nur ökonomisch ist, sondern auch sozial sinnstiftend.

Von Kindern könnte also mancher Chef noch etwas lernen. Frau Dr. K. könnte zum Beispiel darüber nachdenken, ob sie mit ihrem Verhalten wirklich dazu beiträgt, die Leistung ihrer Mitarbeiterin zu verbessern und ein vertrauensvolles Arbeitsklima zu schaffen.

Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 141, Dezember 2009, Seite 51 - 51 , 4131 Zeichen

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