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3. Dezember 2019 | Von Redaktion

#TrainCamp2019: Selbstentwicklung unter Kollegen

Weiterbildung weiterdenken – gemäß diesem Motto trafen sich am 22. November 2019 zum dritten Mal Weiterbildnerinnen und Weiterbildner auf dem TrainCamp. Gut 100 kamen, um sich in Barcamp-Manier über ihre Arbeit auszutauschen und sich selbstorganisiert weiterzuentwickeln. In den Kölner Design Offices gab es dafür vielfältige Anregungen und Ansätze.

Ein Bericht von Sascha, Sylvia und Nicole

Disruption ist angesagt in den Design Offices. Zumindest bei Barbara, die zu denen gehört, die in Köln eine Session vorschlagen. Ihr Titel: „Wir brauchen andere Trainings!“ Schluss mit den Präsenzseminaren nach Schema F, postuliert die erfahrene Trainerin bei der Anmoderation – um dann das Kärtchen, auf dem ihr Vorschlag formuliert ist, sehr entschlossen zu zerknüllen, bevor sie es den Kolleginnen zum Anpinnen weiterreicht. Kein schlechter Trick: So hebt sich ihr Session-Teaser an der Pinnwand direkt von den 22 anderen Pitchformulierungen auf glattem Karton ab.

In ihrer Session, die an dem Novembertag in Köln mit den größten Zulauf von allen hat, geht es auch direkt disruptiv weiter: Statt klassisch frontal oder einander zugewandt im kuscheligen Stuhlkreis sitzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Rücken zueinander in zwei konzentrischen Kreisen. Die Trainerin läuft derweil wie ein Tiger im Käfig immer rundherum, während sie in verschiedenen Ecken des Raums ihre fünf Thesen zu zukunftsfähigen Trainings visualisiert. Das ist ungewohnt – und auf Dauer auch anstrengend, wie eine Teilnehmerin bald anmerkt. Genau darum aber geht es Barbara: „Wer Menschen und Köpfe bewegen will, muss sie ab und zu erschüttern.“ Deshalb brauchen wir nicht nur neue Settings und Methoden, sondern auch bewegende Persönlichkeiten in der Trainerposition, wahre Befruchtungsmomente, aus denen Neues entsteht, und persönliche Transformation bei allen Beteiligten, so vier ihrer Thesen.

Wer in der ersten Workshop-Runde mit dieser Session startet, ist also direkt ganz gut eingenordet: Hier und heute geht es nicht um klassische Wissensvermittlung, sondern um Anregung zum Nachdenken, um Perspektivwechsel, um gemeinsames Wissen-Wollen und vielleicht sogar darum, die eigene Komfortzone zu verlassen. Wie und wo dies passiert – das entscheiden auf dem TrainCamp alle selbst. Denn jeder und jede kann auch Teilgeberin oder Teilgeber sein: Dem Barcamp-Gedanken entsprechend wird das Programm durch den Input der Anwesenden gestaltet. Der Veranstalter – die Redaktion Training aktuell aus dem Verlag managerSeminare – liefert Raum und Rahmen in den Design Offices im Schatten des Kölner Doms – genauer: fünf Workshop-Räume und vier Zeitfenster, in denen schließlich zwanzig Sessions stattfinden. Der Umgangston ist locker kollegial, der PE-Chef wird ebenso mit Vornamen angesprochen wie die geschäftsführende Gesellschafterin und der Coach in Ausbildung.

Barbara pinnt derweil ihre fünfte These an die Wand: „Wir brauchen mehr Mut in den Unternehmen.“. Die Überzeugung dahinter: Lernen im Unternehmen muss einen höheren Stellenwert bekommen, muss weiter- und deshalb auf der obersten Ebene mitgedacht werden. Denn Weiterbildung muss heute weit über den Tellerrand der Personalabteilung hinausreichen: „Das können 27-jährige Diplom-Pädagogen, die in der Personalabteilung ins Berufsleben einsteigen, kaum leisten.“

Widerspruch kommt aus dem Publikum: Eine junge Personalentwicklerin meldet sich zu Wort und betont, dass der Mut zumindest bei ihrem Unternehmen schon größer ist als bei vielen der Weiterbildungsprofis, mit denen sie zusammenarbeitet. „Es ist total schwer, erfahrene Trainerinnen und Trainer dafür zu gewinnen, vom bewährten Weg abzuweichen und sich auf Formate einzulassen, die anders sind“, so ihre Erfahrung. Das betrifft zum Beispiel die Bereitschaft, sich auf ein von ihrem Unternehmen ersonnenes Konzept einzulassen, bei dem die Lernenden zunächst weder wissen noch erkennen sollen, was eigentlich das Lernziel der Online-Kurse ist.

Es betrifft aber auch die Fähigkeit der Weiterbildner, über die Einzelmaßnahme hinauszudenken. „Ich bekomme immer noch normale Seminarkonzepte – aber mit Verlaub, dafür brauche ich keine Trainer, die kann ich selbst machen“, erklärt etwa Tobias, PE-Chef bei einem großen Konzern. Er wünscht sich integrierte Angebote, in denen die Möglichkeiten des Blended Learning optimal verzahnt sind. Doch Trainerinnen und Trainer arbeiten oftmals noch gar nicht digital. Eine Abfrage durch das Moderatorinnenteam am Morgen des TrainCamps – durchgeführt, um die Teilnehmerschaft transparenter zu machen – zeigt: Gerade mal die Hälfte der Anwesenden hebt die Hand, als die Frage auf die Digitalität des eigenen Angebots kommt.

Kein Wunder also, dass die drei vorgeschlagenen Sessions zum Themenbereich Blended Learning gut besucht sind. Eine reine Konzentration auf Präsenz (wie Nico es in seiner Session formuliert: „Das kann ich, und das mache ich“) wird sich schon bald als Problem erweisen, denn die Nachfrage ändert sich. Für den Anfang empfiehlt Inga, die viel Erfahrung als Live-Online-Trainerin besitzt und heute auch Session-Geberin ist, einfache Tools, die nahe am Präsenz-Angebot sind. So könne man Virtual Classrooms nutzen, Online-Coaching über ein Videokonferenz-Tool anbieten oder Lernvideos mit dem Smartphone produzieren.

Der Aufwand rechnet sich durchaus, machen Nico und Björn in ihrer Session deutlich. Zwar sind digitale Vorbereitungs- oder Follow-Up-Angebote per se oft nicht so gut bezahlt wie Präsenzangebote. Da sie aber meistens zusätzliche Leistungen sind, die vielleicht den entscheidenden Ausschlag für die Kaufentscheidung beim Kunden geben oder gehalten werden an ansonsten nicht „verkauften“ Tagen, stellen sie mehr als nur eine interessante Zusatzeinnahmequelle dar. Für ein anderthalbstündiges Live-Online-Seminare ließen sich durchaus auch mal 600 Euro aufrufen, mitunter sogar mehr.

Dass Trainer gewohnte Bahnen verlassen müssen, betrifft aber nicht nur Formate und Geschäftsmodelle, macht das TrainCamp deutlich. Es betrifft natürlich auch die Inhalte und das Mindset der Weiterbildnerinnen. Thomas beispielsweise will darüber reden: Sollen Trainer die Inhalte einer Maßnahme vorgeben? Sein Session-Teaser lautet dementsprechend „Seminare ohne Agenda – Hindernisse und Chancen agiler Lernformate“. Die Überzeugung des Hamburger Trainers: Heute wissen die Menschen meist selbst am besten, welche Kompetenzen und welches Wissen ihnen fehlt – und häufig sogar auch, wie sich diese Lücken am besten schließen lassen.

Nicht Inhalte vorsetzen, sondern Anregungen zur Selbstentwicklung geben … das ist auch das Thema in der Session von Daniela. Die Chefin einer Beratungsgesellschaft für Personal- und Organisationsentwicklung hat die Frage in die Runde getragen, wie man echte Führungserfahrung ermöglichen kann – durch „Experiences outside the box“, die Managerinnen und Managern helfen, sich selbst näher zu kommen. Also konkret: Wie kann ich – ohne esoterisch zu wirken – als Beraterin und Trainerin Persönlichkeitsentwicklung anstoßen, die an die Substanz geht? Denn das ist der Wunsch ihres langjährigen Kunden, der für sich erkannt hat, dass erfolgreiche und nachhaltige Führungskräfteentwicklung immer auch Persönlichkeitsentwicklung ist.

In der kleinen Session wird angeregt diskutiert, wie die passenden Lernerlebnisse, die Menschen an die Grenze ihrer Komfortzone und darüber hinausführen, aussehen können. Wie Challenges zum Beispiel, die jede und jeder für sich individuell formulieren muss, kommt als Vorschlag. Am Ende der Session stehen allerdings mehr nachdenkliche Anregungen als Lösungen an der Pinwand. Etwa die, dass man konsequenterweise auch das System im Unternehmen anpassen und Fach- und Führungskarrieren gleichwertig machen muss. Denn was, wenn ein Teilnehmer während seiner Challenge herausfindet, dass er gar nicht führen kann oder will?

Um die Grenzen von PE geht es bei diesem TrainCamp an vielen Stellen. Zum Beispiel auch bei einer anderen Daniela. Sie fragt in ihrer Session, wie sich Selbstermächtigung beim Lernen in Einklang bringen lässt mit den vorhandenen Zieldefinitionen und Kompetenzprofilen: „Wie lassen sich dazwischen Freiräume schaffen für selbstorganisiertes und experimentelles Lernen?“ Eine Frage, die vielen Teilnehmenden offenbar aus der Seele spricht, denn es entspinnt sich die vielleicht kontroverseste Diskussion des Tages. Der zentrale Punkt dabei: Wie lassen sich die berechtigten Interessen der Lernenden und der Unternehmen unter einen Hut bringen? Und braucht es dafür nicht vielleicht einen ganz neuen Hut?

Diskutiert wird vor allem die Frage, ob Unternehmen beim selbstorganisierten Lernen tatsächlich mitspielen können und wollen – und ob die Teilnehmenden überhaupt dazu in der Lage sind. Ein Personalentwickler berichtet etwa von positiven Erfahrungen, seit er seine Teams eigenständig lernen lässt. „Man kann nicht ‚Augenhöhe‘ verlangen und gleichzeitig sagen ‚lernt das‘“, meint auch Thomas, der seine Führungskräfte ihre Weiterbildung selber gestalten lässt. Andere äußern die Befürchtung, dass allzu frei gestaltete Formate von den Lernenden als Freizeitangebot missbraucht oder von einzelnen Lautsprechern dominiert werden.

Letztlich läuft es also an diesem Freitag im November auf die Frage hinaus, welches Menschenbild dominiert: das des anleitungsbedürftigen, unmündigen Mitarbeiters oder das von verantwortungsvollen, lernwilligen Menschen, die ein Bedürfnis haben, sich weiterzuentwickeln und auszutauschen. Und damit stellt sich auch die Frage nach dem Rollenbild des Trainers an diesem Freitag im November immer wieder neu: Ist er oder sie die richtungweisende Fachexpertin, die Inhalte vorgibt, oder der Facilitator, der Lernen ermöglicht und den Rahmen gibt? Kann der Trainer, die Trainerin selbst Augenhöhe und Selbstorganisation?

Auf dem diesjährigen TrainCamp zeigt sich: Es gibt beiderlei Sorten Weiterbildner. Für etwa die Hälfte der Teilnehmenden ist es das erste Barcamp ever, doch trotzdem kommt der Großteil gut mit der geforderten Selbstorganisation zurecht und sieht, dass der Veranstaltungserfolg in den eigenen Händen als Teilgeberinnen und -geber liegt. Nur einige wenige monieren Inhalte aus einer Konsumentenhaltung heraus, die in modernen Lernszenarien eigentlich keinen Platz mehr haben sollte. Für die meisten entsteht eine spürbar energetische Atmosphäre „von Wissen und Wissen-wollen“, wie es eine Teilnehmerin in der Schlussrunde formuliert. Ganz im Sinne des Formats passiert in den Design Offices Selbstentwicklung unter Kollegen und Kolleginnen.


Kommentare (0) | Kategorie: Lernen & Lehren, Training & Development, _erlebt

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