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26. März 2019 | Von Redaktion

Schöne neue Welt? Peter Spiegel über die transformative Kraft von New Work

Peter Spiegel ist ein Optimist. Der Soziologe, Publizist, Unternehmer und Mitinitiator der Global Marshall Plan Initiative ist überzeugt, dass uns in absehbarer Zeit die Wende zu einer sozialeren, nachhaltigeren Form des Wirtschaftens gelingen kann. Warum die aktuellen Entwicklungen in der Arbeitswelt seine Zuversicht nähren, erklärt Spiegel im Interview.

Das Interview führte Sylvia Jumpertz

Herr Spiegel, 2025 sollen wir nach Ihrer Vorstellung alle statt in einer Economy in einer Weconomy leben. Es soll darin sozialer, integrativer und kollaborativer zugehen. Klingt nach einem schönen Traum.

Peter Spiegel: Ich bin überzeugt, es ist mehr als das. Ich selbst beschäftige mich schon lange mit den Themen Social Entrepreneurship und Social Impact Business, also mit der Frage, wie sich Ökonomie und soziale sowie ökologische Anliegen versöhnen lassen. Und wie wir Chancengleichheit erreichen können, indem wir Menschen aller sozialen Schichten darin unterstützen, zum erfolgreichen Gestalter ihres Lebens zu werden. Nun mag man sagen: Schön, es gibt diese Bewegungen mit sozialem und ökologischem Impetus. Aber können die allein genug erreichen? Auch ich bin der Auffassung: Allein können sie es nicht. Das Gute ist aber: In der Wirtschaft selbst passiert gerade sehr viel, das sozialen und ökologischen Innovationen fundamental in die Hände spielt.

Was genau meinen Sie?

Ansätze wie Open Source, Co-Creation oder Design Thinking, die ihren Ursprung in der sozialinnovativen Szene haben, haben längst Eingang in viele Wirtschaftsunternehmen gefunden. Wir untersuchten mehr als 200 solcher in der Tat weltveränderten Trends. Dazu zählt beispielsweise auch die neue Bedeutung von Purpose, des Sinns und Zwecks, den eine Organisation über die Gewinnerzielung hinaus braucht, um Mitarbeiter halten zu können und auch, um Akzeptanz bei immer kritischeren Kunden zu finden. All diese Trends haben zwei Merkmale: In ihnen vollzieht sich ein zunehmender Abschied vom Konkurrenzdenken hin zu einer völlig neuen Qualität kollaborativen Denkens und Handelns. Und sie zeichnen sich erstaunlicherweise durch ein zunehmendes Bewusstsein für gesamtgesellschaftliche Verantwortung aus. Ein Schlüsselerlebnis für diese Erkenntnis war für mich dabei ausgerechnet eine intensivere Beschäftigung mit den Erfolgsfaktoren des Silicon Valley.

Wenn man dort aber auf die Tech- und Web-Konzerne vom Schlag Google oder Amazon schaut, dann schürt das nicht gerade die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, in der die Wirtschaft verantwortungsbewusster agiert.

Dass man im Silicon Valley am konsequentesten mit dem Einreißen von Silos begann, stärker auf Augenhöhe zusammenarbeitete, kollaborative Methoden wie Design Thinking entwickelte und einsetzte – kurz, dass das bestehende Paradigma dort durchbrochen wurde, hatte weniger mit Menschlichkeit zu tun, als damit, dass die Unternehmen die wirtschaftliche Notwendigkeit sahen. Die neuen digitalen Möglichkeiten erforderten einfach mehr Agilität, Kollaboration, Co-Creation und weitere ähnlich neuartige Trends, die nun weltweit immer mehr als Chance und Treiber für jegliches zukunftsfähige Wirtschaften erkannt werden. Der entscheidende Punkt ist, dass die profitorientierten Unternehmen des Silicon Valley den Trend hin zu mehr Kooperation, Kollaboration und Co-Kreativismus als unvermeidbar ansehen. Und das macht Hoffnung für die Zukunft.

Weil Sie davon ausgehen, dass die Amazons und Googles dieser Welt die Geister, die sie riefen, nicht mehr loswerden?

Ganz genau. New Work ist ein Einfallstor. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass dies seinem Wesen nach ein Mega-Trend ist, mehr noch, ein fundamentaler Kulturwandel und Paradigmenwechsel zu einem menschenzentrierten Ökonomieverständnis. Wirtschaftsunternehmen nähern sich dabei in erstaunlicher Dynamik der sozialinnovativen Bewegung an. Selbst wenn das teils aus einer anderen Intention heraus geschieht, liegt darin eine große Chance, dass sich ein tiefgreifend anderes Verständnis von Wirtschaft entwickelt.

Und zwar?

Eines, das von Kooperation statt Konkurrenz geprägt ist, von Netzwerkarbeit auf Augenhöhe statt von Hierarchien, von Offenheit statt Silo-Denken. Und eines, das sich letztlich dann auch von der einseitigen Gewinnorientierung hin zu einem breiteren Verantwortungsbewusstsein entwickeln kann, welches Profit ebenso einschließt wie Umwelt- und Sozialbewusstsein.

Sie haben eine breite Initiative gestartet, um uns dem Ziel einer Weconomy näher zu bringen und kürzlich im Rahmen dieser Initiative mit acht Mitstreitern aus der Berater- und Bildungsbranche die WeQ Alliance gegründet. Was wollen Sie mit diesem Netzwerk erreichen?

WeQ steht für die kollaborative Intelligenz im Sinne von „More than IQ“. Wir brauchen diese Intelligenz, um die Probleme unserer Zeit zu lösen, doch wir müssen sie erst aufbauen. Sie muss gefördert werden. Menschen müssen zum Beispiel erst noch lernen, kollaborativ und auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. In unserem Netzwerk sind deshalb Berater und Bildungsanbieter vertreten, die diese Kompetenzen in Unternehmen fördern können.

Es klingt ja ein bisschen so, als sei das vor allem eine prima Vermarktungsplattform für die Anbieter.

Gerade so ist es nicht gedacht. Wir wollen auf keinen Fall ein Netzwerk von Experten sein, die unter sich bleiben. Oder ein abgehobener Think Tank, der den Unternehmen sagt, was sie zu tun haben, um sich weiterzuentwicklen. Wir verstehen uns stattdessen als Ermöglichungsraum, in dem Wirtschafsunternehmen selbst zum Teil der Lösung werden. Das heißt, wir wollen den Austausch auf Augenhöhe. Daher auch der Begriff „Alliance“ im Namen. Und deshalb haben wir uns auch als Genossenschaft organisiert, die von allen Mitgliedern mitgetragen werden soll. Wir wollen erreichen, dass Menschen aus Bildung, Beratung, Wirtschaft und Sozialökonomie Mitglieder dieser Genossenschaft werden und gemeinsam den Weg der Transformation in Richtung Weconomy gehen. Denn kollaboratives Lernen ist der beste Schritt in eine kollaborativere Zukunft.

**********

Der Interviewte:
Peter Spiegel war u.a. Generalsekretär des Club of Budapest International und arbeitete mit Visionären wie dem Dalai Lama und dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus zusammen. Er ist Leiter des WeQ Institute (vorher: Genisis) sowie Veranstalter der internationalen Zukunftskonferenz Vision Summit und Programmleiter des EduAction Bildungsgipfels. Als erste große Veranstaltung der WeQ Alliance ist das „WeQ Corporate Learning Summit“ vom 16. bis 18. Oktober 2019 in Berlin geplant.

Foto: WeQ Alliance


Kommentare (0) | Kategorie: Management & Führung

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