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Das Blog


11. Dezember 2017 | Von Nicole Bußmann

1. TrainCamp: Kleine Ideen und große Fragen

Ein Barcamp speziell für Trainer, Berater, Coachs – kann das gut gehen? Es kann, wie das TrainCamp Anfang Dezember zeigte. 100 Weiterbildner kamen nach Bonn, um das Format kennenzulernen und voneinander zu lernen. Dabei zeigte sich aber auch: Die klassische Mitnahme von Wissen schlägt aktuell noch das ergebnisoffene Mitmachen.

Beitrag von Svenja Gloger, Sylvia Lipkowski, Nicole Bußmann

_MG_3293„Ich bin in diesem Workshop auf völlig neue Ideen gekommen und hatte Gedanken, die mir in meiner ganzen Trainerlaufbahn noch nie gekommen waren“, meint der Trainer. Er ist beseelt von der Diskussion, die er gerade mit sechs Kollegen im kleinsten Break-out-Raum des Bonner Uniclubs geführt hat. Gesucht haben sie gemeinsam eine Antwort auf die Frage, was Trainer tun können, um den Praxistransfer von Teilnehmern zu unterstützen. Konkret formuliert: „Wie können wir ansetzen, wenn nach zwei bis drei Wochen der aus dem Seminar mitgenommene Elan zum Erliegen kommt?“

Klassische Transfertipps werden in den Raum geworfen: „Fotoprotokolle verschicken“, meint beispielsweise einer, „eine Plattform für den virtuellen Teilnehmer-Austausch einrichten“, eine andere. Klar. Dann kommt die Gegenfrage aus der kleinen Gruppe: „Warum möchtest Du das überhaupt, warum willst Du, dass Deine Teilnehmer einen Praxistransfer leisten?“ Die Frage ist provokant und löst zunächst Abwehrreflexe bei Session-Geberin Ruth Urban aus. Doch die Frage ist auch gut, denn statt dem befürchteten Befindlichkeitscoaching entsteht aus ihr ein Gedankenteilen mit Tiefgang: Wodurch fühlen sich Menschen überhaupt motiviert – zum Lernen und generell im Leben? Und: Wo endet die Verantwortung des Trainers? Im Zentrum stehen plötzlich nicht mehr Transfertools, sondern das Ausleuchten von Fragen, die ins Eingemachte gehen – und zu neuen Erkenntnissen führen.

Damit ist die Session nahe dran an dem, was das TrainCamp – als erstes Barcamp für die Weiterbildungsbranche – sein und bieten will: eine offene Tagung, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Mit Workshops also, bei denen es keine Referenten gibt, sondern nur Gleichgesinnte als Idee-, Session- oder Teilgeber, von denen keiner allein dafür verantwortlich ist, die Anwesenden mit Inhalten zu vorsorgen, sondern nur dafür, den Raum fürs Mitmachen und Mitdenken zu öffnen, um die gemeinschaftliche Kreativität anzuschieben.

Größerer Beliebtheit allerdings erfreuen sich an dem Freitag in Bonn doch die anderen Sessions. Das zeigt sich schon bei der Einstiegsrunde, in der alle von den Teilnehmern mitgebrachten Themenvorschläge mit freundlichen Klebepunkten bewertet werden. Am meisten Smileys, aber auch reale Teilnehmer bekommen die Sessions, in denen erfahrene Trainer ihr erprobtes Wissen, präferierte Tools oder praktische Erkenntnisse anbieten.

_MG_3160Das mag daran liegen, dass ein Großteil der rund 100 Teilnehmer hier in Bonn nicht barcamp-erfahren ist. Auf Nachfrage der Veranstaltungsmoderatorin heben gerade einmal zehn bis 15 Teilnehmer die Hand. Es mag aber auch daran liegen, dass längst nicht alle Teilnehmer ein Thema eingeben, gerade mal ein Viertel traut sich auf die Bühne, um ein eigenes Anliegen zu formulieren. Zu einem knallharten Pitch kommt es daher gar nicht auf dem ersten TrainCamp, vielmehr können nahezu alle Themen, die vorgestellt werden, auch bearbeitet werden. Und dabei haben offensichtlich die die Nase vorn, die inhaltlichen Input und handfeste Tipps versprechen.

„Das mit der Hand ist so eine simple Idee – dass ich darauf noch nicht selbst gekommen bin“, meldet etwa ein Trainer begeistert an Christoph Bedürftig zurück. Der agile Coach hat in seiner Session – neben verschiedenen systemischen Tools – auch einen Trick geteilt, mit dem er, beispielsweise nach einer Phase der Partner- oder Gruppenarbeit, wieder für Ruhe im Raum sorgt: Er hebt die Hand, sobald es leiser werden soll. Und jeder, der seine erhobene Hand sieht, soll ebenfalls die Hand heben – bis alle merken, dass er als Moderator weitermachen will. Bedürftig liefert Handwerkszeug, professionell aufbereitet: ein gut visualisiertes Flipchart, schön gestaltete Überschriften an der Pinwand, sogar ein Werbe-Roll-up fürs eigene Buch hat er dabei.

Die Performances sind also unterschiedlich – von professionellen Bühnenauftritten, die genauso gut auf einer herkömmlichen Konferenz stattfinden könnten, bis hin zu Fragestellungen, die ohne Hilfsmittel in kleiner Runde diskutiert werden. Zu den Fragen gehört neben der Transfersicherung zum Beispiel die, ob jeder alles lernen kann oder ob es nicht doch Grenzen für die persönliche Weiterentwicklung gibt, oder die, wie sehr die Anwesenheit eines hierarchisch mächtigen Kollegen den Kreativenprozess in einer Gruppe hemmt. Inhaltlich spannt das TrainCamp den Bogen mindestens ebenso weit wie bei den Performances. Die Themen reichen von Tipps zum besseren Verkaufen der eigenen Leistung über Einführungen in konkrete Methoden wie das systemische Konsensieren, dem Probespielen von Planspielen und Kartensets bis hin zu Anregungen zum virtuellen Trainieren und Übungen fürs reale Entspannen.

Die Heterogeniät der Performances und Inhalte tut der Stimmung beim TrainCamp keinen Abbruch. Die Atmosphäre ist ruhig und gelassen, niemals aufgeregt oder geladen, stets wertschätzend und insgesamt eher wenig kompetitiv. Ganz nebenbei lernen die Teilnehmer das Format BarCamp kennen, ein mehrfach genannter Grund, warum einige in Bonn dabei sind. Die Feedbackrunde zeigt: Sie schätzen das Format. Vielleicht so sehr, dass bei einer Wiederholung alle den Mut haben, ihre Fragen zu benennen und Anliegen zu schildern und dabei Lust entwickeln aufs ergebnisoffene Mitmachen.

Foto 1: Die Sessionplanung: Erprobtes Wissen ist etwas gefragter als der Erfahrungsaustausch.
Foto 2: Das 1. TrainCamp fand in den Räumen des Uniclubs Bonn statt.


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4. Dezember 2017 | Von Nicole Bußmann

Umfrage: Welche Themen und Trends treiben Trainer in der VUKA-Welt um?

Bildschirmfoto 2017-11-27 um 16.16.05Die VUKA-Welt wirbelt die Arbeit von Trainern, Beratern und Coachs gehörig durcheinander. Neue Fragen tauchen auf:
Sind in einer volatilen Welt langfristig geplante Weiterbildungsmaßnahmen noch sinnvoll? Muss Weiterbildung auf Sicht erfolgen – in kleinen Einheiten etwa und mit schnellen Erfolgsnachweisen? Wie wirkt sich die Unsicherheit der Märkte auf das Beratungsgeschäft aus? Welche Trends Trainer, Berater und Coachs angesichts des Wandels umtreiben und wie sich ihr Geschäft durch die neue Arbeitswelt verändert, will die gerade gestartete Online-Umfrage des Verlages managerSeminare ermitteln.

Die aktuelle Befragung ist Teil der Research-Reihe ‚Weiterbildungsszene Deutschland’, die der Verlag managerSeminare aufgelegt hat, um exklusive Marktdaten über und für die Protagonisten des Weiterbildungsmarktes – die Trainer, Berater und Coachs – zu liefern. Die Research-Reihe wurde Ende 2012 gestartet – mit einer Honorarstudie, die gleich eine Rekordbeteiligung von über 2.000 Teilnehmern erfuhr. Es folgte eine Studie zum Methodengebrauch und eine zu Trends und Themen, um nach Abschluss der Trilogie wieder von vorne zu starten. Aktuell läuft also der dritte Teil der Research-Reihe in zweiter Auflage.

Ziel der aktuellen Umfrage ist zu ermitteln, wie sich die Weiterbildungsanbieter in der VUKA-Welt organisatorisch und inhaltlich positionieren. So fragt die Studie unter anderem nach den Rahmenbedingungen, die die Arbeit von Weiterbildnern beeinflussen: etwa nach Einflüssen von außen, auf die Weiterbildner reagieren müssen. Welche Wünsche und Anforderungen stellen die Unternehmen an die Arbeit von Trainern und Coachs? Wie wird Weiterbildung in Unternehmen organisiert und umgesetzt – mit welchen Konsequenzen für die Mitarbeiter und die Weiterbildner? Wie wirkt sich die Digitalisierung der Arbeitswelt auf die Weiterbildung aus? „Die Umfrage enhält 17 Thesen zur, zu denen sich die Befragten verorten können“, erklärt Studienautor Jürgen Graf.

Mit entsprechend großer Beteiligung – aktuell haben bereits über 1.000 Weiterbildner geantwortet – kann die Umfrage tiefgehende Einblicke in die thematische und organisatorische Positionierung von Weiterbildungsanbietern liefern und die Frage beantworten helfen, auf welche veränderten Rahmenbedingungen sich die Branche einstellen muss. Dabei werden Veränderungen in der Seminardauer und den Teilnehmerzahlen ebenso analysiert wie Veränderungen bei Lerninhalten und Zielgruppen.

Noch bis zum 18. Dezember können sich Trainer an der Umfrage beteiligen. Mitmachen lohnt sich in mehrfacher Hinsicht: Zum einen gibt es etwas zu gewinnen (einen ipad mini sowie 10 Bücher aus der Edition Training aktuell). Zum anderen bekommen alle Teilnehmenden eine Kurzauswertung der Ergebnisse als Dankeschön. Die komplette Studie gibt es als kostenloses E-Book für die Abonnenten von Training aktuell. Käuflich zu erwerben ist sie natürlich auch.


Kommentare (0) | Kategorie: Lernen & Lehren, _erforscht

29. November 2017 | Von Nicole Bußmann

Fucked up und nun? Veit Lindau über das Kooperieren mit Krisen

„Fucked up. Wie du aus Sch… Kompost machst“ – unter diesem Titel hat Veit Lindau publiziert. Normalerweise ist er als Erfolgstrainer unterwegs, doch in seinem neuen Büchlein beschreibt Lindau, der sich selbst als Businesspunk und moderner Mystiker bezeichnet, sein eigenes Scheitern. Ein Kurzinterview.

Bildschirmfoto 2017-11-29 um 14.09.25Herr Lindau, Sie lehren zu den Themen Erfolg und Glück, nun aber hat Sie etwas richtig abgefuckt…

Veit Lindau: Wir hatten mit unserer Company Human Trust für fünf Jahre einen Run. Wir wuchsen exponentiell und entwickelten uns sehr schnell. Dabei ist – rückwirkend ist man immer schlauer – die Pflege der Basis zu kurz gekommen. Wir haben Fehlentscheidungen getroffen – geschäftlich und privat. Irgendwann hat Murphys Gesetz zugeschlagen und die Sch… ist uns in vielen Bereichen um die Ohren geflogen. Wir haben sehr viel Geld und vor allem (das tut viel mehr weh) Zeit verloren, ich bin knapp am Burnout vorbei geschlittert, habe menschliche Enttäuschungen erlebt, und gekrönt habe ich das noch mit einer Lungenentzündung. Gefühlt waren es zwölf Monate transformative Waschmaschine.

In der Trainer-, Berater-, Coachszene redet man nicht gern übers Scheitern, zumindest nicht, wenn es um das eigene geht. Warum haben Sie sich dazu entschieden, Ihre Flopgeschichte zu erzählen?

Meine Frau und ich haben uns vor zwanzig Jahren geschworen, nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Freunden und Klienten gegenüber radikal ehrlich zu sein. Ich empfinde es als unfair, wenn ich den Menschen, die sich uns in Coachings und Seminaren anvertrauen, nur den heilen, strahlenden Veit verkaufe. Das erschafft ungesunde Projektionsspiele, und die Menschen beginnen selbst zu glauben, Leben wäre immer Licht und fühlen sich dann falsch, wenn es bei ihnen nicht immer bergauf geht. Ich glaube daran, dass ein Coach, Lehrer, Mentor viel kraftvoller unterstützen und inspirieren kann, wenn er auch seinen Dreck und sein Ringen auf den Tisch packt.

Wie haben Sie es geschafft, wieder auf die Füße zu kommen?

Es waren viele innere und äußere Elemente. Es ist enorm wichtig, sich erst einmal einzugestehen, dass man gescheitert ist. Alle Gefühle und dunklen Gedanken müssen raus. Der Eiter muss abfließen. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht im Selbstmitleid zu versumpfen, sondern wieder aufzustehen. Nicht hauruckmäßig, sondern möglichst sanft. Da ich einen therapeutischen und meditativen Erfahrungsbackground habe, konnte ich auf viele kleine, hochwirksame Methoden zurückgreifen, die ich auch alle im Buch vorstelle. Die Kernidee des Buches lautet: Wir können und müssen die Krisen des Lebens gar nicht vermeiden. Doch wir können lernen, mit ihnen zu kooperieren.

Was haben Sie aus Ihrer Krise gelernt?

Demut, Demut, Demut.
Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen.
Ich bin ein Vollblut-Praxislehrer. So durfte ich in diesem Tal alles, was ich meinen Klient*innen und Leser*innen erzähle, selbst noch einmal auf einer sehr intensiven Ebene zu prüfen. Ich habe sehr viel über echte Freundschaft gelernt, und ich durfte die innere Essenz sehr tief erfahren, die wir alle in uns tragen und die von nichts berührt werden kann. Ach und noch etwas: Ich genieße gerade die kleinen Momente des Lebens – hier und jetzt – viel mehr. Also letztlich ein großes Geschenk!

Hat sich durch Ihre Krise, durch Ihre Erfahrung mit dem Scheitern Ihr Coaching verändert? Gehen Sie anders auf Ihre Klienten zu? Mit anderen Interventionen oder einer anderen Haltung?

Ja. Ich erlebe mich als sanfter, geduldiger und humorvoller. Ich hoffe, die Menschen, die zu uns kommen, sehen das auch so.
*****

Der Interviewte:
Veit Lindau ist Teacher, Speaker und Autor, er versteht sich als Experte für die integrale Selbstverwirklichung.


Kommentare (0) | Kategorie: Lernen & Lehren

17. November 2017 | Von Nicole Bußmann

Beweglich bleiben – VOPA als Antwort auf VUKA

MS237_TitelVon dem, was Führungskräfte einmal gelernt haben, scheint vieles nicht mehr gültig zu sein. Akribische Informationsrecherche vor einer Entscheidung? Bringt nicht viel, wenn Marktumfelder immer unklarer werden. Langfristige Planungen, in Business-Pläne gegossen? In Zeiten rasanter Veränderungen unsinnig. Sequenzielle Produktentwicklung? Angesichts sich laufend verändernder Umfeldbedingungen und Kundenbedarfe schwierig.

Manche Führungskraft kapituliert angesichts der Herausforderungen, die eine VUKA-Welt – gemeint ist ein Business-Umfeld, das von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität geprägt ist – mit sich bringt: Kann sie überhaupt noch etwas Sinnvolles tun? Dabei ändern sich die grundlegenden Tätigkeitsbereiche der Führung gar nicht. Führungskräfte müssen auch weiterhin Ziele bestimmen und Orientierung geben. Sie müssen weiterhin die Kommunikation in der Organisation sicherstellen und Zusammenarbeit organisieren. Und sie müssen weiterhin die Voraussetzung für Innovationskraft schaffen.

Der Unterschied ist: Sie müssen diese Aufgaben anders lösen als bisher. Dabei geht es nicht darum, den Kräften der VUKA-Welt etwas entgegenzusetzen, sondern vielmehr, mit ihnen mitzuschwingen. Das zumindest ist die Überzeugung des Autors unseres diesmaligen Titelthemas. Willms Buhse hat bereits vor drei Jahren eine Formel entwickelt, die das möglich machen will. Seine Antwort auf VUKA lautet VOPA und ist aktueller denn je: Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität. Seine Botschaft: Wenn Führungskräfte die Furcht vor diesen Prinzipien ablegen, dann müssen sie auch die VUKA-Welt nicht mehr fürchten. Den Wegweiser zu neuen Werten, die Führungskräfte im Internetzeitalter erfolgreich machen, liefert das diesmalige Titelthema von managerSeminare.

Ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich erfolgreich durch die VUKA-Welt bewegt, liefert indes Trivago. Die Tech-Firma, die ein gleichnamiges Vergleichsportal für Hotels betreibt, ist binnen weniger Jahre von einer Drei-Mann-Programmierer-Bude zu einem Unternehmen mit vierstelliger Mitarbeiterzahl angewachsen. Das Erstaunliche dabei: Das Unternehmen wurde mit dem Wachstum nicht etwa behäbig, sondern hat sich im Gegenteil die Lernfähigkeit und Agilität eines Startups bewahrt. Wie das Betriebssystem für Beweglichkeit aussieht, erfahren Sie in dem gleichlautenden Beitrag.


Kommentare (0) | Kategorie: Management & Führung

13. November 2017 | Von Redaktion

Akademie für Führungskräfte lässt Kunden Seminar der Zukunft entwickeln

Was kommt dabei heraus, wenn nicht der Anbieter, sondern die Zielgruppe selbst das Angebot entwickelt? Die Akademie für Führungskräfte (Überlingen) hat das Experiment gewagt: Auf ihrem Jahres-Symposium am 10. November in Stuttgart entwarfen Personalentwickler „Seminare der Zukunft“ und stimmten übers beste Konzept ab. Die Akademie hatte im Vorfeld erklärt, den Sieger-Entwurf 2018 auf den Markt zu bringen. Dessen Arbeitstitel: „Break the Silos“.

Ein Gastbeitrag von Lars-Peter Linke

Design-Thinking-Szene „Das ist ja cool: Die laden uns ein, lassen uns arbeiten und können uns dann Ideen anbieten, die wir selbst erarbeitet haben“, stellt eine Teilnehmerin schmunzelnd fest. Wie man es von Personalentwicklern und Trainingsexperten erwarten kann, lassen sie sich nicht lange bitten. Die Challenge, Seminare der Zukunft zu entwickeln, nehmen sie sofort an, auf die dazu gewählte Methode des Design Thinkings und deren Prämissen stellen sie sich schnell ein: gemeinsames Brainstorming, klare Ausrichtung auf Bedürfnisse und Erfahrungen der Kunden, schnelle Umsetzung von Ideen unter Zeitdruck ohne Anspruch auf Perfektion.

Vor allem beim An- und Vordenken neuer Methoden zeigen die rund 80 Personaler Lust am Erfinden, Querdenken und Ausprobieren. An guten Ideen ist kein Mangel: vom Lernen mit Comics über Lernen mit und aus Shitstorms bis zum „Undercover-Trainer“, der vor dem offiziellen Seminarstart die Teilnehmer am Arbeitsplatz inkognito beobachtet. Sichtbar mehr Mühe verlangt die Verdichtung zum Seminar und die Verknüpfung der Teilnehmer- und Kundenbedürfnisse mit neuen Ansätzen.

Eine Gruppe widmet sich jungen Führungskräften, die erst wenige Tage in der neuen Rolle und Position sind. Mit spielerischen Methoden und ihrem eigenen Avatar sollen sie mit Lernen „on demand“ und am Arbeitsplatz unmittelbare Unterstützung erhalten. Die neuen Lernformen, die in der „Avatar Academy“ zum Einsatz kommen sollen, sind aber mehr als digitale Spielerei: Das Handy und das Tablet der Teilnehmer sind in unserer Zeit ein wichtiger persönlicher und passwortgeschützter Raum für Teilnehmer, in dem sie Hilfe annehmen, reflektieren und lernen können, wenn die Situation es verlangt.

Die zweite Gruppe beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das Silodenken in den Unternehmen aufbrechen und überwinden lassen kann. Sie entwirft ein Seminardesign zur Förderung des agilen Denkens und einer offenen Geisteshaltung. Neuen Medien sollen hier vor allem zur Transfersicherung eingesetzt werden – in Form einer Whats-App-Gruppe. Im Training selbst sollen Brettspiele und Selbsterfahrungsübungen ebenso zum Einsatz kommen wie „Fail Pitches“: Teilnehmer berichten von ihren kleinen und großen Pannen und Katastrophen, um sich gegenseitig die Angst vorm Scheitern zu nehmen.

Es mag Zufall oder Koinzidenz sein – auch wenn die Akademie-Studie2017-11-10-16.26.58 2017 auf dem Symposium nicht Thema ist, knüpfen die Seminarkonzepte direkt an die Umfrage-Ergebnisse an: Gut 55 Prozent der rund 290 befragten Führungskräfte sehen ihr Unternehmen bislang weit davon entfernt, agil zu sein. Als Hauptblockade nennen 71,8 Prozent der Befragten das Silodenken im Unternehmen: Bereiche arbeiten nicht miteinander, sondern gegeneinander, der Informationsfluss stoppt an Abteilungsgrenzen und Mitarbeiter sind nicht nur räumlich getrennt, sondern auch im Marktverständnis. Genau an diesem Punkt setzt das Seminarkonzept „Break the Silos“ an, das in der „Applaus-Probe“ knapp vor der „Avatar Academy“ gewinnt.

Wie das Seminar jetzt umgesetzt wird – und ob es sich erfolgreich vermarkten lässt, wird die Zukunft zeigen. Das Experiment ist mit dem Abschluss des Akademie-Symposiums nicht zu Ende, wie Lucia Sauer Al-Subaey, Geschäftsführerin der Akademie für Führungskräfte, betont: „Mit Hilfe des Design Thinking-Prozesses sind die Personalentwickler zu Co-Autoren geworden. Jetzt können sie in Echtzeit verfolgen, wie Ideen, Markt und Nachfrage zusammenspielen. Wenn man einmal die Rollen getauscht hat und für einen Tag auf die Seite des Anbieters von Training und Weiterbildung gewechselt ist, gewinnt man einen anderen Blick auf die eigenen Ansprüche, Anforderungen und Strategien“, ist sie sich sicher.

Für das Siegerkonzept sieht sie gute Erfolgschancen: „Agilität als Zeichen der Zeit fordert uns alle heraus. Nachdem sich Agilität ebenso als Ziel wie als Grundvoraussetzung für Erfolg etabliert hat, merken Führungskräfte und Unternehmen, dass sie eben diese Agilität nicht kaufen, programmieren oder befehlen können. Viele entdecken jetzt gerade, wie wichtig Mensch und Menschlichkeit für jede Nuance des Wirtschaftens sind. Deshalb ist es gut und richtig, dass die Workshop-Teilnehmer Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen stellen – und nicht Methoden und Instrumente.“

Fotos: Akademie für Führungskräfte


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