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Das Blog


7. Juli 2020 | Von Nicole Bußmann

Begriff Webinar geschützt: Was Weiterbildner tun können

„Begriff Webinar als Marke geschützt“ – seit einigen Tagen kursiert die Meldung im Netz und versetzt Weiterbildner in Aufruhr. Denn durch Corona und die geforderten Abstandregelungen sowie das Verbot größerer Veranstaltungen boomen virtuell veranstaltete Trainings wie Webinare. managerSeminare hat daher bei Markenrechtler Rolf Becker nachgefragt: Was bedeutet der Markenschutz? Und wie geht man am besten vor, wenn man Webinare weiterhin veranstalten will?

Aktuell kursiert in der Weiterbildungsbranche die Meldung, dass der Begriff „Webinar“ als Marke geschützt ist. Was ist dran an dieser Meldung?

Rolf Becker: Überall im Netz wird diese Meldung aufgegriffen. Sogar der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat ein Rundschreiben verfasst, die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung warnt, in der Weiterbildungsbranche hat der Bundesverband für Training, Beratung und Coaching (BDVT) informiert. Und ja: Tatsächlich ist der Begriff „Webinar“ als Marke geschützt, u.a. für die „Veranstaltung und Durchführung von Seminaren“, was ja unter Weiterbildnern aktuell für Furore sorgt.

Wie das? Der Begriff klingt so allgemeingebräuchlich…

Nach dem Markengesetz sind zwar solche Zeichen von der Eintragung in das Markenregister ausgeschlossen, „die ausschließlich aus Zeichen oder Angaben bestehen, die im allgemeinen Sprachgebrauch oder in den redlichen oder ständigen Verkehrsgepflogenheiten zur Bezeichnung der Waren oder Dienstleistungen üblich geworden sind“. Daran werden strenge Anforderungen gestellt. So ist die Aufnahme eines Begriffs in ein Lexikon (was beim „Webinar“ der Fall ist) nur ein Indiz für das Vorliegen einer üblich gewordenen Bezeichnung. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Bezeichnung „Webinar“ im Jahr 2003, als die Marke angemeldet wurde, schon so populär war wie heute. Eingetragene Marken bleiben zwar grundsätzlich rechtlich geschützt. Allerdings kann sich eine Marke nach ihrer Eintragung im Laufe der Zeit eben zu einem – nicht unterscheidungskräftigen – Gattungsbegriff entwickeln.

Wie kommt es denn jetzt zu Abmahnungen, wenn die Marke schon so alt ist?

Das kann u.a. damit zusammenhängen, dass aktuell, in Zeiten von Corona, vermehrt Webinare veranstaltet werden und der Begriff daher zurzeit besonders häufig benutzt wird. Möglicherweise ist der Markeninhaber jetzt auf die Idee gekommen, Abmahnungen auszusprechen. Mir sind allerdings solche Abmahnungen nicht bekannt. Auch eine Umfrage unter seriösen Kollegen ergab keinen einzigen Treffer. Im Netz gibt es zwar Berichte, dass Abmahnungen ausgesprochen worden sein sollen. Das könnte aber auch Marketing sein, vergleichbar mit den Berichten zu angeblichen Abmahnungen bei privat hergestellten Corona-Masken. Das stellte sich auch als Marketing heraus von Anwälten, die auf ihre Abwehrtätigkeit aufmerksam machen wollten. Wenn jemand wirklich eine Abmahnung erhalten hat, kann er die gerne (auch mit geschwärztem Namen) an mich oder die Redaktion senden.

Wer steckt denn eigentlich hinter der Marke?

Ursprünglich wurde die Marke im Jahr 2003 als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) durch die Mandatum Beteiligungsgesellschaft mbH (heute: MANDATUM SMPS GmbH) angemeldet. Sie wurde dann mehrfach auf andere Inhaber übertragen, zuletzt am 31.05.2019 auf den derzeitigen Markeninhaber Mark Keller, der seinen Sitz in Kuala Lumpur, Malaysia, hat.

Und was kann man jetzt tun?

Man hätte grundsätzlich einen Löschungsantrag wegen absoluter Schutzhindernisse stellen können. Es ist jedermanns Recht, einen Löschungsantrag für eine Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt zu stellen – etwa wie bei der umstrittenen Marke „Black Friday“, zu dieser liegen nach Berichten wohl schon 15 Lösungsanträge vor. Ein Antrag auf Löschung wegen absoluter Schutzhindernisse hätte bei der Marke „Webinar“ nach meiner Ansicht auch erfolgreich sein können. Allerdings muss ein solcher Antrag innerhalb von 10 Jahren nach der Eintragung der Marke gestellt werden. Die Frist ist daher im vorliegenden Fall bereits 2013 abgelaufen.

Aktuell gibt es aber noch die Möglichkeit, einen Löschungsantrag wegen Verfalls der Marke gem. § 49 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG zu stellen. Ein Antrag hat Aussicht auf Erfolg, wenn die Marke „zur gebräuchlichen Bezeichnung der Waren oder Dienstleistungen, für die sie eingetragen ist“ geworden ist. Zudem müsste dies „infolge des Verhaltens oder der Untätigkeit“ des Markeninhaber geschehen sein. Jedenfalls nach unserem aktuellen Wissensstand ist der Markeninhaber nicht gegen die Entwicklung als Gattungsbegriff vorgegangen. Zudem könnte man im Fall einer Abmahnung die Einrede der Nichtbenutzung erheben. Denn der Markeninhaber muss die eingetragene Marke auch tatsächlich benutzen. Kann er die Benutzung nicht nachweisen, stehen ihm Ansprüche auf Unterlassung, Schadensersatz etc. nicht zu.

Also sollten alle, denen der Begriff am Herzen liegt, einen solchen Antrag stellen? Oder ist es egal, wie viele Unternehmen/Personen sich melden? Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Grundsätzlich genügt schon ein einziger erfolgreicher Löschungsantrag, um die Löschung der Marke zu erreichen. Natürlich schadet es aber nicht, wenn mehrere Anträge mit dem gleichen Ziel gestellt werden, aber das Geld kann man sich auch sparen. Ich weiß definitiv von Kollegen, die schon vorsorglich einen Antrag gestellt haben. Insgesamt liegen bislang drei Verfallsanträge vor und ein Antrag, der sich auf Nichtigkeit wegen absoluter Schutzhindernisse stützt. Für die Stellung eines Antrags auf Verfallserklärung entstehen beim DPMA Kosten i.H.v. 100 Euro. Die Bearbeitung des Antrags erfolgt erst, wenn die Gebühr vollständig bezahlt wurde. Erfolgt ein Widerspruch gegen den Verfallsantrag und will der Antragsteller das Verfahren fortsetzen, muss eine Gebühr i.H.v. 300 Euro zur Weiterverfolgung des Verfallsverfahrens gezahlt werden. Hinzu können jeweils noch Rechtsanwaltskosten kommen, die von der jeweiligen Vergütungsvereinbarung abhängen.

Was raten Sie Weiterbildungsakademien und Trainern, die den Begriff aktuell nutzen?

Generell meine ich nach derzeitigem Sachstand, dass Angriffe des Markeninhabers gestützt auf die Marke nur sehr geringe Erfolgsaussichten haben. Trainer, die sich hier nicht irritieren lassen wollen, nutzen den Begriff weiter, können aber darauf achten, dass der Begriff beschreibend verwendet wird. Man veranstaltet also „ein“ Webinar oder „unser Webinar“ mit der Bezeichnung (Beispiel) „Die Fahrt zum Mond“ und nicht eine Veranstaltung mit der Bezeichnung „Webinar 2020“. Der Begriff sollte also möglichst nicht als Name für die Veranstaltung genutzt werden. Einen Disclaimer oder Ähnliches würde ich nicht nutzen, da man daraus auf einen Vorsatz bezüglich einer etwaigen Rechtsverletzung schließen könnte. Wer das verbleibende Restrisiko scheut, der verwendet statt Webinar einfach den Begriff „Web-Seminar“. Der ist nicht geschützt.

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Der Interviewte:
Rolf Becker (Foto) betreibt die Sozietät Wienke & Becker – Köln. Er ist seit mehr als 25 Jahren als Rechtsanwalt zugelassen, einer seiner Tätigkeitsbereiche ist das Markenrecht. Kontakt: www.kanzlei-wbk.de


Kommentare (2) | Kategorie: Lernen & Lehren, Markt & Meinung

16. Juni 2020 | Von Nicole Bußmann

Weiterbildungsverbände nehmen zum Konjunkturpaket Stellung

„Die Soloselbstständigen werden beim Konjunkturpaket übergangen“. Mit dieser Botschaft meldete sich der Verband der Gründer und Selbstständigen e.V. (VGSD) Anfang Juni. Gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV) startete er eine Bundestagspetition zur Fortführung der Soforthilfen und notwendigen mittelfristigen Maßnahmen. managerSeminare hat die Petition zum Anlass genommen, bei den Weiterbildungsverbänden nachzufragen: Was halten sie von dem Konjunkturpaket, wie geht es ihren Mitgliedern, und wie unterstützen sie sie?

Stellungnahme vom Vorstand des dvct e.V.:

Als größter Fachverband für Coachs und Trainerinnen im deutschsprachigen Raum bedauert der dvct mit seinen annähernd 1.600 Mitgliedern, dass das Konjunkturprogramm der Bundesregierung neben vielen richtigen und begrüßenswerten Maßnahmen zwei Webfehler enthält: Das Programm verkennt die schwierige Lage der Solo-Selbständigen und Kleinunternehmen, die auch bei geringen Betriebskosten durch gravierende Umsatzeinbußen in ihrer Existenz gefährdet sind. Zudem übersieht es den Bedarf und die Notwendigkeit für deutsche Unternehmen, sich mit Hilfe von Coachs, Trainerinnen und Beratern an neue Ausgangslagen und neue Normalitäten anzupassen. Wenn ein Konjunkturprogramm auf Nachhaltigkeit, Innovationsförderung und Effizienz ausgerichtet sein soll, müssten Initiativen für betriebliches Lernen, Changemanagement und Wandel der Unternehmenskultur ganz oben auf der Agenda stehen. Nur so können die Unternehmen schnell und angemessen auf die Herausforderungen durch Digitalisierung, Wirtschaftskrise und neue Geschäftsprozesse reagieren. Das Konjunkturprogramm schmälert die Wirkung von Coaching und Training als Impulsgeber und Begleiter für Neuausrichtungen.

Die Folgen von COVID-19 sind für nahezu alle Mitglieder des dvct spürbar – in der inhaltlichen Arbeit wie in der wirtschaftlichen Situation. Viele haben schnell reagiert und können ihren Kunden mit digitalen Tools und neuen Konzepten wichtige Unterstützung bieten. Der dvct e.V. unterstützt seine Mitglieder mit einer Reihe von Webinaren und Infopaketen. Bereits am 23. März erhielten die dvct-Mitglieder in Webinaren Rat und Auskunft von Expertinnen und Experten zu Rechts-, Technik- und Strategiefragen. Das Webinar-Angebot wird weiter fortgesetzt. Per Online-Webinar erhalten Coachs und Trainerinnen Tipps und Anregungen, wie sie geplante Präsenz-Trainings- und -Coachings adäquat und professionell in Online-Angebote umwandeln können. Eine spezielle Technik-Sprechstunde gibt individuelle Starthilfe für die Durchführung von Online-Seminaren in virtuellen Klassenräumen, wie Zoom oder Edudip. Besonders gefragt war die Online-Sprechstunde mit einem Rechtsexperten, der Soforthilfe für den Umgang mit Stornierungen und der Gestaltung von Neuverträgen im Zeichen von Covid-19 gegeben hat. Neben Webinaren zur schnellen Krisenbewältigung bietet das Programm des dvct auch Hilfestellung, um das eigene Coaching- und Trainingsangebot in der Krise und darüber hinaus bestmöglich zu vermarkten – zum Beispiel durch Anpassung und Optimierung der eigenen Website. Der dvct empfiehlt seinen Mitgliedern die Unterzeichnung der Petition des VGSD.

Statement des Vorstands des Deutschen Bundesverbandes Coaching e.V.:

Die Mehrheit unserer Coachs und Coaching-Experten im Verband sind direkt oder indirekt von den Auswirkungen der Pandemie betroffen – egal ob als (Solo-)Selbstständige, als Unternehmer oder als Angestellte. Alle mussten in den vergangenen Wochen und Monaten weiterdenken und zügig Veränderungen annehmen und umsetzen. Aber das ist auch die Stärke und Eigenschaft unseres professionellen Daseins: Veränderung ist das Kerngeschäft von Coaching. Es wäre ein Fehler, nach mehreren Monaten der Krise allein auf die aktuellen Unterstützungsangebote der Bundesregierung zu setzen. Dass das Konjunkturpaket der Bundesregierung keine konkreten Unterstützungsmaßnahmen für Soloselbstständige und die Weiterbildungsbranche beinhaltet, ist bedauerlich, jedoch nicht überraschend. Das Paket verzichtet weitestgehend auf Sonderregelungen für spezielle Branchen oder Unterstützung für konkrete Krisenkonstellationen. Die Überbrückungshilfen für Unternehmen als Zuwendungen (und nicht als Kredite) sind begrüßenswert – und auch für einige unserer Mitglieder wichtig. Ob deren zeitliche Schiene jedoch bis August ausreichend ist, ist fraglich. Und die Senkung der Mehrwertsteuersätze wird nur sehr bedingt eine Durchschlagkraft in der Coaching-Branche haben und löst unter Selbstständigen und Unternehmern der Branche mehr Kosten- und Arbeitsaufwand aus als dass ein konjunktureller Nutzen absehbar ist.

Für die Coaching-Branche und unsere Mitglieder bringt die Krise die Chance mit sich, uns schneller, tiefgreifender und umfangreicher digital umzustellen als vielleicht bisher gedacht. Allerdings: Online, Digital, Remote sind keine neue Themen auf dem Coaching-Markt. Und allen menschlichen Beharrungstendenzen zum Trotz passiert hier nun die eigentliche unumgängliche und beschleunigte Entwicklung – unabhängig vom Konjunkturpaket.

Vor diesem Hintergrund hat der DBVC e.V. mit Beginn der Krise im März konkrete Angebote ins Leben gerufen, die zum einen auf Befähigung im digitalen Bereich setzen und zum anderen Anstoß geben für gegenseitige Unterstützung unter den Mitgliedern. Dafür stellen wir unseren Mitgliedern kostenfrei einen Kanal für Videokonferenzen zur Verfügung und koordinieren aktuell Webinare, E-Dialoge, digitale Workshops, etc. für Mitglieder – mit dem Know-how von Mitgliedern in allen fachlichen und technischen Themenbereichen. Darüber hinaus arbeiten inzwischen über 60 Mitglieder als pro bono Coaches und bieten Führungskräften, Geschäftsführern, Freiberuflichen, Solo-Selbständigen und Privatpersonen, die sich durch die aktuelle Krise herausgefordert fühlen, eine kostenfreie Coaching-Sitzung via Telefon oder Videokonferenz an. Professionelles Coaching mit Win-Win-Charakter: Beanspruchte Personen können einen ersten kostenfreien Coachingtermin unverbindlich wahrnehmen. Abhängig von Situation, Bedarf und Interesse des Klienten kann das Coaching hier schon beendet sein oder aber es könnten sich weitere – auch kostenpflichtige – Sitzungen anschließen. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus positiv zu bewerten, dass das Konjunkturpaket auch digitale Ausrüstung beinhaltet. Jedoch sollte die Corona-Krise für diese Entwicklung kein Grund sein, aber so doch aktuell offensichtlich ein Beschleuniger.

Stellungnahme der International Coaching Federation Deutschland e.V.

Die ICF Deutschland vereint als Verband Coaches in unterschiedlichen Rollen unter ihrem Dach: Selbständige Einzelunternehmer genauso wie Coachs aus Coachingunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern und unternehmensinterne Coachs. Gerade für soloselbständige Coachs ist die Lage sehr schwierig, die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen können sie nicht beantragen. Generell ist es für Coachs im Moment ausgesprochen schwierig, ihren Job auszuüben: Nicht nur, dass viele Firmen das Betreten des Geländes durch Externe untersagt haben, Gruppencoachings und Workshops nicht möglich sind und 1:1 Treffen kaum stattfinden, auch die Ausgaben für Coaching und Weiterbildung waren und sind bei den Klienten unserer Coaches oft das erste, was in der Krise gestrichen wird, somit ist die Auftragslage oft prekär.

Die ICF beobachtet hier die Entwicklung genau und unterstützt die betroffenen Mitglieder durch regelmäßigen Austausch und aktuelle Informationen. Zusätzlich hat die ICF Deutschland Ende März 2020 das Pro-Bono-Programm „Coaches4Coaches“ ins Leben gerufen, um Coach-Kollegen und Kolleginnen in Nöten kollegial zur Seite zu stehen. Auch die internationale Homepage der ICF bietet einen eigenen Bereich für Coachs in COVID-19 Zeiten mit Informationen zu Hygiene und Wohlbefinden, Ideen für die eigene Coaching-Praxis, Ressourcen zur Unterstützung der Klienten und vielem mehr. Trotz all unserer Besorgnis angesichts der Probleme, vor die unsere Mitglieder gestellt sind, ist der Zweck der ICF weniger die Interessenvertretung der Coachs, sondern primär die Förderung von qualitativ hochwertigem und ethisch sauberem Coaching.

Stellungnahme der German Speakers Association e.V.

Als führender Berufsverband für professionelle Redner, Trainer und Coachs im deutschsprachigen Raum sind wir der Ansicht, dass das neue Konjunkturpaket der Bundesregierung mit den geplanten Überbrückungshilfen zumindest deutlich realitätsgerechter ist als die bisher gezahlten Soforthilfen. Die Akteure der Weiterbildungsbranche sind größtenteils Soloselbstständige und Kleinstunternehmen, denen mit einer Zahlung zum Betriebskostenausgleich nicht geholfen ist, wenn gleichzeitig massive Umsatzeinbußen die Existenz bedrohen.

Die Folgen von COVID-19 sind für alle unsere rund 800 Mitglieder spürbar. Durch den Shutdown und die Absage von Präsenzveranstaltungen sind Speakern, Trainern und Coachs bis zu 100 Prozent ihrer Aufträge weggebrochen. Dabei hat die Krise nicht nur einen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage unserer Mitglieder, sondern auch auf ihre inhaltliche Arbeit sowie die bisher genutzten Formate. Viele haben sogar hohe Summen investiert, um ihr Business nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch onlinefähig zu gestalten und sind auch thematisch in Richtung Krisenbewältigung umgeschwenkt, um ihren Kunden so bestmögliche Unterstützung bieten zu können. Vor allem technisch basierte Themen sind gefragt, erfordern aber eigene, professionell ausgestattete Studios, die im Falle einer Rückkehr zu Präsenzvorträgen nur schwach ausgelastet sein können. Neben dem Liquiditätsengpass kann der Shutdown also auch zu Investitionen führen, die sich als Fehlinvestitionen erweisen könnten.

Die German Speakers Association e.V. unterstützt ihre Mitglieder mit verschiedenen Online-Foren und Austauschformaten. Dazu zählt unter anderem ein wöchentliches Zoom-Meeting zu wechselnden thematischen Schwerpunkten sowie eine exklusive Membergruppe auf Facebook, in der die Mitglieder miteinander in Kontakt treten und sich vor allem in technischen, kunden- sowie vortragsbezogenen Aspekten des Remote Speakings weiterbilden und gegenseitig unterstützen. Darüber hinaus haben wir als Sofortmaßnahme bis voraussichtlich Ende Juli alle Mahnroutinen gestoppt, um Mitgliedern bei Liquiditätsproblemen etwas Erleichterung zu verschaffen. Die Unterstützung wird von unseren Mitgliedern sehr positiv angenommen, die Online-Maßnahmen verzeichnen Rekordbeteiligungen, und auch die Mitgliederzahl hat sich trotz Krise leicht erhöht.

Stellungnahme des BDVT – Der Berufsverband für Training, Beratung und Coaching e.V.

Die Branche der Trainerinnen, Berater und Coachs ist stark! Allerdings ist es eine sehr herausfordernde Zeit. Einige haben die Situation in den vergangenen Wochen genutzt, um ihre Geschäftsmodelle zukunftssicher weiterzuentwickeln. Erfolgreiche Kollegen und Kolleginnen haben in den vergangenen Jahren finanzielle Polster aufgebaut, die nun dafür sorgen, dass die Existenz zunächst gesichert ist. Es werden – in enger Partnerschaft mit den Kunden – attraktive Angebote entwickelt, vermarktet und umgesetzt. Wenn es gelingt, nicht nur analoge Inhalte in digitale Hüllen zu packen, ist dies ein Erfolgsmodell. Jetzt zeigt sich, wer wie gut mit Veränderungen umgehen kann.

Als Berufsverband vertreten wir einen Querschnitt der Branche. Die über 700 Mitglieder unseres Verbandes haben unterschiedliche Erfahrungshorizonte. So gibt es auch Kollegen und Kolleginnen, die sich erst vor kurzer Zeit selbständig gemacht haben. Diese warten noch vergeblich auf Hilfen, die den Kühlschrank füllen. Denn dafür sind weder die bisherigen Soforthilfen noch die neuen Überbrückungshilfen des Bundes glaubwürdig geeignet. Mit wenigen Ausnahmen (Bayern und Baden-Württemberg) dürfen die Hilfsmittel überhaupt nicht für die Lebenshaltung genutzt werden. So sehen wir die positiven Ansätze im neuen Konjunkturpaket der Bundesregierung, fürchten aber, dass es vielen Kollegen nur sehr eingeschränkt für die Lebenshaltung weiterhilft.

In einem Markt, dessen Wahrheit geprägt ist von Soloselbstständigen und Kleinunternehmern, kommen wesentliche Teile der Unterstützungsleistungen nicht an. Schon früh haben wir mit einer Petition (über 8100 Zeichner und Zeichnerinnen) auf die Thematik aufmerksam gemacht. In einem Austausch mit Bundes- und Landtagsabgeordneten der Grünen wurden Lösungsansätze entwickelt und unsererseits an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages weitergeleitet.
Die von einigen Kollegen und Kolleginnen angebotenen BAFA-Beratungen sind inzwischen ausgesetzt. Fördermitteln von 15 Millionen EUR standen Anträge von deutlich über 130 Millionen EUR gegenüber. Leider wurde erst viel zu spät darauf hingewiesen, dass die Mittel auch finanziell – und nicht nur zeitlich – limitiert waren. Die offenen Anträge bleiben unerledigt liegen.

Aktuell sind rund 90 Prozent unserer Mitglieder von deutlichen bis sehr deutlichen Umsatzeinbrüchen betroffen. Das wird unweigerlich nachhaltig zu einer Marktbereinigung auf der Anbieterseite führen. Eine zusätzliche Herausforderung ist der Versuch vieler Unternehmen, die Live Online-Trainings zu einem günstigeren Preis zu erhalten. Das halten wir für einen riskanten Angriff. Die trainerische Leistung und Qualität hat sich durch den medialen Wechsel ja nicht verringert, und langfristig betrachtet ist es unrealistisch, von dem Tiefpreis wieder auf ein qualitativ adäquates Honorarniveau zu transferieren. Insofern steht der BDVT e.V. weiterhin für Qualität – und für angemessene Honorare.

Neben unserer eigenen Petition haben wir unseren Mitgliedern auch die aktuelle Petition von VGSD e.V. und BAGSV zur Zeichnung empfohlen. Insgesamt unterstützen wir unsere Mitglieder, indem wir sie von innen stark machen. Durch kollegiale Lernangebote, Expertentalks, Austauschrunden und viele Informationen. Ergänzend engagieren wir uns politisch für unsere Kolleginnen und Kollegen und die Branche. Auch praktische Hilfestellungen sind dabei: So bieten wir Trainerinnen, Beratern und Coache aktuell eine Qualifizierung für die pandemiegerechte Umsetzung von Maßnahmen vor Ort an.

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Die aktuelle Petition findet sich hier und kann noch bis zum 25. Juni gezeichnet werden.


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9. Juni 2020 | Von Redaktion

Umfrageergebnis: Weiterbildner halten an ihrem Optimismus fest

Wie geht es den Weiterbildnern in Zeiten von Corona? Zum zweiten Mal nach Beginn der C-Zeit hat der Weiterbildungsmarktplatz Seminarmarkt.de ein Stimmungsbild eingeholt. Das Erstaunliche dabei: Trotz aller Widrigkeiten ist die Branche ungebrochen optimistisch. Nur bei dem Thema, wie es mit der Branche langfristig weitergeht, herrscht Uneinigkeit.

Ein Beitrag von Marie Pein

Rund acht von zehn Weiterbildnern sind im Hinblick auf ihre berufliche Lage derzeit optimistisch bis vorsichtig optimistisch. Das ist vor allem deshalb erstaunlich, weil den meisten von ihnen seit Beginn der Krise mindestens 70 Prozent ihrer Aufträge weggebrochen sind. Doch hier bestätigt sich der Eindruck, der bereits bei der ersten Umfrage von Seminarmarkt.de Mitte April deutlich wurde: Optimismus scheint eine „Berufskrankheit“ unter Weiterbildungsexperten zu sein. Etwa die Hälfte der Trainer, Beraterinnen und Coachs ist aktuell sogar überzeugt, gestärkt aus der Krise hervorgehen zu können, jeder dritte ist diesbezüglich noch unentschlossen. Nur etwa 16 Prozent sind sich sicher, eher geschwächt aus der Krise zu gehen. Auch dieses eher positive Stimmungsbild deckt sich mit den Ergebnissen aus der April-Befragung.

Die aktuellen Umfrageergebnisse offenbaren gleich zwei mögliche Gründe für den anhaltenden Optimismus. Zum einen scheinen sich die Lockerungen, die Bund und Länder in den vergangenen Wochen beschlossen haben, positiv auf die Lage der Weiterbildner auszuwirken. Bei immerhin 41 Prozent der Befragten führen die neuen, weniger strikten Corona-Regeln dazu, dass erste Aufträge wieder eingehen. 48 Prozent der Befragten merken allerdings noch keine Besserung.

Zudem scheinen Trainer und Co. Fortschritte in puncto Digitalisierung zu machen. Während fast niemand der Befragten 2019 hauptsächlich mit Online-Trainings und -Coachings seinen Umsatz erwirtschaftete, steigen nun die Auftragszahlen in diesem Bereich. Aktuell geben rund 36 Prozent der Befragten an, dass sie die meisten Aufträge im digitalen Bereich erzielen. Gleichzeitig nimmt – im Vergleich zu April – die Zahl der Beraterinnen, Coachs und Trainer ab, die derzeit gar keine neuen Aufträge erhalten. Das Weiterbildungsbusiness scheint also wieder anzulaufen – wenn auch vermehrt im Online-Umfeld.

Der Umzug ins Digitale ist für die meisten Befragten auch das wahrscheinlichste Szenario für die Zukunft der Weiterbildungsbranche. Rund 71 Prozent zeigen sich überzeugt, dass Seminare und Trainings in Zukunft bevorzugt virtuell stattfinden werden. Dennoch scheinen Präsenz-Angebote nicht völlig abgeschrieben zu sein: Gut 60 Prozent der Weiterbildner erwarten, dass diese weiterhin stattfinden – allerdings mit geringerer Personenzahl und gegebenenfalls auch mit Maske. Erstaunlicherweise ist sogar fast jeder fünfte Befragte überzeugt, dass sich langfristig gar nichts ändern wird und Trainings und Seminare bald wieder wie in Vor-Corona-Zeiten stattfinden können.

Besonders uneinig sind sich die Umfrageteilnehmenden, wie sich die wirtschaftlichen Verwerfungen langfristig auf die Branche auswirken werden. 43 Prozent befürchten, dass alle Weiterbildner noch lange mit wenigen Aufträgen zu kämpfen haben werden. Nur 16 Prozent der Befragten schätzen, dass sich alles wieder normalisiert, sobald auch die Wirtschaft wieder angekurbelt ist. Und 22 Prozent der Weiterbildner erwarten, dass der durch Corona beschleunigte Wandel der Arbeitswelt einen besonders großen Weiterbildungsbedarf hervorbringen wird – der die Branche beflügelt.

Weierbildungsthemen post-coronaEinig sind sich die Befragten darüber, wie sich die Arbeitswelt verändern wird. In ihren Augen wird sie vor allem digitaler, selbstorganisierter und klimafreundlicher. Thematisch erwarten Trainer, Beraterinnen und Coachs – wenig überraschend –, dass sie in nächster Zeit vor allem zu Führen auf Distanz und Krisenbewältigung gefragt sein werden. Aber auch die Trendthemen der Vor-Corona-Zeit – wie zum Beispiel Agilität und New Work – werden in ihren Augen wichtig bleiben.

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Über die Studie:

Der Weiterbildungsmarktplatz Seminarmarkt.de, ein Produkt der managerSeminare Verlags GmbH, hat im Zeitraum vom 28.5. bis 3.6.2020 eine Online-Blitzumfrage zur aktuellen Situation während der Corona-Krise von Anbietern im Weiterbildungsbereich durchgeführt – bereits zum zweiten Mal. Die erste Umfrage erfolgte sechs Wochen zuvor. Insgesamt haben 272 Trainer, Beraterinnen und Coachs an der neuen Umfrage teilgenommen.

Weitere Infografiken und Auswertungen zur aktuellen Umfrage gibt es hier.

Über Seminarmarkt.de:

Seminarmarkt.de ist eine unabhängige Plattform, auf der Weiterbildungsanbieter und Weiterbildungssuchende zueinander finden – ähnlich wie bei einem Vergleichsportal. Die stetig wachsende Datenbank bietet eine große Auswahl an qualifizierten Lehrgängen unterschiedlicher Seminaranbieter. Zudem sind rund 4.500 Weiterbildungsexperten mit maßgeschneiderten Trainings und individuellen Coachings verzeichnet. Passende Räumlichkeiten für Events und Veranstaltungen bietet der Tagungslocations-Bereich.


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30. April 2020 | Von Redaktion

Umfrage: Wie gehen die Weiterbildungsanbieter mit der Krise um?

Face-to-Face-Gespräche, Gruppenworkshops, Teambuildings, kurz: die Präsenz und Interaktion von Menschen – auf einen Schlag hat die Corona-Pandemie zunichte gemacht, wodurch sich viele Weiterbildungsangebote bisher ausgezeichnet haben. Stattdessen stehen Social Distancing, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote auf dem Programm. Viele Weiterbildner stürzt das in eine tiefe Krise. Wie sie diese wahrnehmen und wie sie ihre aktuelle Lage bewerten, haben 322 Trainer, Beraterinnen und Coachs in einer Online-Umfrage des digitalen Weiterbildungsmarktplatzes Seminarmarkt.de offenbart.

Ein Beitrag von Sarah Lambers

Dabei ist vor allem eines deutlich geworden: Die Zukunftsaussichten sind für viele Weiterbildungsanbieter alles andere als rosig. Drei Viertel von ihnen klagen darüber, dass in den vergangenen sechs Wochen 70 bis 100 Prozent ihrer Aufträge storniert wurden. Ein Drittel muss derzeit sogar ganz ohne Aufträge über die Runden kommen. Staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie Soforthilfe, Kurzarbeit und Steuerstundungen nehmen zwar mehr als zwei Drittel der Weiterbildungsanbieter in Anspruch, wirklich weiter helfen sie ihnen allerdings nur bedingt: 67 Prozent fühlen sich von der öffentlichen Hand gar nicht bis mittelmäßig gut aufgefangen.

Doch so schwer diese Zeit auch ist: Für viele Trainer, Beraterinnen und Coachs ist sie auch eine Chance – und zwar gerade weil der reale zwischenmenschliche Kontakt wegfällt. Über zwei Drittel der Weiterbildungsanbieter setzen sich nämlich genau aus diesem Grunde verstärkt mit digitalen Trainingsformaten und virtuellen Tools auseinander. Es kommt zu einer Art „Zwangsdigitalisierung“ – einem Schub in Sachen Anwendung von Technologie, der in der Weiterbildungsbranche längst überfällig war. Und dieser Wandel geht laut Umfrage schnell vonstatten: Hatten vor der Corona-Krise noch über die Hälfte der Weiterbildungsanbieter keine Online-Trainings, -coachings und -beratungen in ihrem Portfolio, haben zwei Drittel diese nun in ihr Angebot mit aufgenommen. Ein Fünftel arbeitet noch an der Integrierung virtueller Tools.

Dass Corona die Weiterbildung nachhaltig verändert, ist laut den Umfrageteilnehmern denkbar. Dass Präsenztrainings in Zukunft vollständig durch Online-Formate ersetzt werden könnten, glauben jedoch nur drei Prozent der Weiterbildner. 83 Prozent sind hingegen der Meinung, Coaching, Training und Beratung werden postcorona ein Mix aus Online- und Offline-Elementen sein. Denn die Vor-Ort-Präsenz und -Interaktion komplett aufzugeben – das hält die Mehrheit für nicht zweckdienlich. 77 Prozent der Weiterbildner sind der Meinung, dass einige ihrer Beratungsthemen physische Präsenz in Form von echten Face-to-Face-Gesprächen benötigen. Über die Hälfte ist zudem überzeugt davon, dass es online schwerer ist, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen – insbesondere zu Neukunden.

Doch schon die Auseinandersetzung mit neuen Formaten und technologischen Möglichkeiten sowie die Erwägung, Hybridmodelle zu entwickeln, zeigen: Weiterbildner können durchaus Change, wenn sie wollen. So machen sich etwa die Hälfte der Trainerinnen, Berater und Coachs derzeit nicht nur Gedanken über die eigene Digitalisierung, sondern auch über Innovationen sowie Ideen, die ihre Unternehmen weiterbringen. Ebenso viele sind zudem mit der Erneuerung ihrer Webseiten oder mit dem Schreiben von Artikeln bzw. Büchern beschäftigt. Schockstarre, Trübsal und Mutlosigkeit – das zeichnet aktuell die wenigsten Weiterbildner aus – ganz im Gegenteil: 88 Prozent der Weiterbildungsanbieter blicken optimistisch bis vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Rund die Hälfte ist sogar der Überzeugung, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Dass viele angesichts der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg eher gelassen bleiben, anstatt in Panik auszubrechen, könnte unter Umständen mit ihrer Berufserfahrung zusammenhängen. Über zwei Drittel der Befragten sind nämlich schon zehn oder mehr Jahre lang als Berufsoptimisten, Produzenten von Frohsinn und Erlebnissen, Glücksgefühlauslöser, Business-Optimierer, Erholungsspezialisten etc. unterwegs.

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Über die Studie:

Der Weiterbildungsmarktplatz Seminarmarkt.de, ein Produkt der managerSeminare Verlags GmbH, hat im Zeitraum vom 16. bis 23. April 2020 eine Online-Blitzumfrage zur aktuellen Situation (Corona-Krise) von Anbietern im Weiterbildungsbereich durchgeführt. Insgesamt haben 322 Trainer, Beraterinnen und Coachs an der Umfrage teilgenommen.

Über Seminarmarkt.de:

Seminarmarkt.de ist eine unabhängige Plattform, auf der Weiterbildungsanbieter und Weiterbildungssuchende zueinander finden – ähnlich wie bei einem Vergleichsportal. Die stetig wachsende Datenbank bietet eine große Auswahl an qualifizierten Lehrgängen unterschiedlicher Seminaranbieter. Zudem sind rund 4.500 Weiterbildungsexperten mit maßgeschneiderten Trainings und individuellen Coachings verzeichnet. Passende Räumlichkeiten für Events und Veranstaltungen bietet der Tagungslocations-Bereich.


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27. Februar 2020 | Von Nicole Bußmann

managerSeminare jetzt auf Umweltpapier und klimaneutral

Die gerade erschienene Ausgabe von managerSeminare ist die erste, die auf Umweltpapier gedruckt ist. Die Verwendung von Recyclingpapier ist ein weiterer Schritt zu einer nachhaltigen Medienproduktion, zu der wir uns als Verlag entschieden haben. Seit 2019 sind wir zudem klimaneutral. Ein Überblick, was wir machen und wollen.

Möglicherweise ist es dem einen Leser, der einen Leserin aufgefallen: Die aktuelle Ausgabe besteht aus einem anderen Papier. Es ist unser erstes Magazin, das auf Umweltpapier gedruckt wurde. Obwohl Recyclingpapiere längst nicht mehr qualitativ minderwertig sind, verhält sich das Papier beim Druck leicht anders als „normales“ Papier, was dazu führt, dass wir mit den Farben noch etwas experimentieren müssen. Wir bitten um Nachsicht.

Mit der Verwendung von Umweltpapier machen wir einen weiteren Schritt zu einer nachhaltigen Medienproduktion. Klimaneutral ist die managerSeminare Verlags GmbH ohnehin schon seit 2019: Das heißt, CO2-Emissionen, die wir verursachen (und nicht vermeiden können), gleichen wir seit 2018 durch Klimaschutzprojekte wieder aus.

Als klimaneutral gelten Unternehmen, Prozesse und Produkte, deren CO2-Emissionen berechnet und durch Unterstützung international anerkannter Klimaschutzprojekte ausgeglichen wurden. Wir arbeiten dergestalt mit Climate-Partner zusammen, der die CO2-Emissionsquellen unseres Verlages erfasst hat und jährlich unsere CO2-Bilanz erstellt. Unter www.climatepartner.com/13559-1910-1001 findet sich die Urkunde zu unserer Klimaneutralität. Ein Siegel im Impressum der Zeitschrift belegt den klimaneutralen Druck.

Unser Geld fließt in ein Waldschutzprojekt in Brasilien sowie in die Aufforstung und den Umbau deutscher Wälder. Da sich Treibhausgase wie CO2 gleichmäßig in der Atmosphäre verteilen, ist es unerheblich, an welchem Ort der Erde Emissionen verursacht oder vermieden werden. Es ist daher auch unerheblich, an welchem Ort der Ausgleich erfolgt. Hauptsache: Er erfolgt, und es handelt sich tatsächlich um zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen. Böse formuliert ist der Ausgleich der CO2-Emissionen nichts weiter als ein moderner Ablasshandel, besser natürlich ist es, so viele Emissionen wie möglich zu vermeiden. Weswegen wir beispielsweise auf Umweltpapier gewechselt haben.

***Unsere Maßnahmen im Einzelnen***:

Strom und Wärme aus erneuerbarer Energie
Seit 2019 bezieht der Verlag 100 Prozent Ökostrom von den Elektrizitätswerken Schönau. Im Sommer 2020 wird unsere derzeit noch mit Erdgas betriebene Heizungsanlage auf 100 Prozent aus Abfällen nachhaltig erzeugtem Ökogas der Bürgerwerke umgestellt. Der Umzug unserer externen Web-Server in ein mit Ökostrom betriebenes Servercenter ist ebenfalls für dieses Jahr geplant.

CO2-arme Mobilität
Der größte Anteil der CO2-Emissionen unseres Verlages entsteht durch den Arbeitsweg unserer Mitarbeitenden und durch Geschäftsreisen. Seit vielen Jahren schon stellt unser Verlag Job-Tickets zur Verfügung, um Pendeln per Bahn attraktiver zu machen, und richtet Homeoffice-Arbeitsplätze ein, um die Zahl der Anfahrten zum Arbeitsplatz zu reduzieren. Geschäftsreisen werden möglichst mit der Bahn gemacht, die Redaktion beispielsweise verzichtet komplett auf innerdeutsche Flugreisen.

Nachhaltige Medien-Produktion und papierlose Varianten
Unsere Zeitschriften und Bücher drucken wir klimaneutral (Siegel im Impressum). Mit managerSeminare ist unser erstes Produkt auf Recyclingpapier erschienen, die Zeitschrift Training aktuell folgt als nächstes. Auch die Bücher werden papiertechnisch umgestellt. Eine Alternative zum Papier bieten die digitalen Versionen unserer Fachmedien. Die meisten unserer Bücher liegen als E-Books vor. Und für die Zeitschriften gibt es seit Jahresbeginn auch ausschließlich digitale Abonnements, die wir – vielleicht etwas frech – „Klimaabonnement“ genannt haben. Das Abonnement der papierlosen Variante ist auch etwas kostengünstiger als das „Papierabo“.

Klimaneutraler Post- und Paketversand
Für unsere Medien- und Zeitschriften-Versendungen verwenden wir nachhaltiges Verpackungsmaterial mit hohem Altpapieranteil aus klimaneutraler Produktion, wir verzichten – wenn eben möglich – auf Kunststofffolien und -versandtaschen. Die Zustellung von Briefen, Büchersendungen, Paketen und Zeitschriften erfolgt in Deutschland klimaneutral durch den GoGreen-Versand der deutschen Post und DHL. Unsere Kunden in Österreich beliefern wir durch den ‚CO2 neutral‘-Dienst der Österreichischen Post AG.

Papierloses Büro
Die Redaktion verzichtet weitestgehend auf den Ausdruck von Büchern und Artikeln. Wir haben den Postverteiler digitalisiert ebenso wie die Medienproduktion inhouse. Das heißt zum Beispiel: Artikel werden zum Gegenlesen nicht mehr ausgedruckt, sondern am Bildschirm verarbeitet. In die Hände gespielt hat uns dabei die Umstellung auf eine komplett digitale Prozesskette durch die Publishing-Software Xpublisher und die Collaboration-Tools Humhub und Meistertask.

Klimaneutrale Veranstaltungen
Die Hauptveranstaltung unseres Verlages, die Petersberger Trainertage, sind zertifiziert klimaneutral (siehe Dokument). Das Steigenberger Grandhotel Petersberg, in dem die #PTT2020 stattfinden, nutzt das sogenannte Green-Meeting-Konzept. Dabei wird die CO2-Klimawirkung der dort abgehaltenen Tagungen kompensiert, um so den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Zum Green-Meeting-Konzept zählt unter anderem ein ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagement, ein zertifiziertes Abfall-Management-System, eigens aufbereitetes Trinkwasser aus speziell entworfenen Mehrwegflaschen u.v.m.. Für die anderen beiden Veranstaltungen, die der Verlag aktuell anbietet – das „TrainCamp“ in den Design Offices, Köln, und „Cube – Das Visu-Event“ im Bürgerhaus Stollwerk, Köln – übernimmt der Verlag den Ausgleich der CO2-Emissionen für die Teilnehmenden.

Entrepreneurs4Future und Fridays for Future
Wir haben uns der Bewegung „Entrepreneurs for Future“ angeschlossen. Unser Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Gerhard May hat die Stellungnahme unterschrieben und sich damit für ein klimafreundliches Wirtschaften ausgesprochen. Ebenso ich als Mitgesellschafterin und Prokuristin des Verlages. Der Verlag ermöglicht es zudem allen Mitarbeitenden, an den Fridays for Future-Demonstrationen teilzunehmen, ohne dafür Urlaub einzureichen oder einen Ausgleich der entgangenen Arbeitszeit vorzunehmen.

Sonderheft zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“
Den eigenen Verlag in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern, ist die eine Sache, auch andere dazu zu animieren, Klimaschutz & Co. ernst zu nehmen, eine weitere. Wir haben uns daher dazu entschlossen, im September eine Sonderausgabe zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“ herauszubringen. Darin soll es unter anderem darum gehen, was es überhaupt bedeutet, nachhaltig zu wirtschaften, welche Siegel es gibt und wie sie zu lesen sind, wo man sich in Sachen Sustainability weiterbilden kann, wo eventuelle Stolpersteine liegen und was man sonst so wissen können/sollte. Gern nehmen wir noch Themenvorschläge dergestalt entgegen.

Und da geht noch mehr…
… ganz sicher auch bei uns. Wir haben intern einen Space auf Humhub geschaffen, in dem unsere Mitarbeitenden ihre Ideen zu einem klimafreundlichen Verlag hinterlassen können. Bio-Milch, Bio-Kaffe, Bio-Tee… diese Ideen haben wir bereits umgesetzt. Die Vorschläge reichen aber auch bis weit ins private Leben hinein: vom Austausch von Adressen, wo Ökostrom zu beziehen ist, bis hin zu Tipps zum Kauf von gebrauchter Elektronik. Für unseren Verlags-Elektroschrott haben wir noch keine gute Lösung. Aber wir haben unseren local Food-Lieferanten, die Pauke, einen gemeinnützigen Partner der Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg und ein wichtiger Baustein der Bonner Suchthilfe, überzeugt, dass unser Essen to go auf Tellern mitgenommen werden kann. Geht man jetzt also mittags vorbei, sagen die Kellner gerne mal: „Sie sind doch eine von denen, die ihr Essen auf einem Teller mitnehmen möchte…“ Ja, genau, so eine bin ich. Und bringe den Teller dann auch brav zurück.

Es gibt nichts Gutes außer man tut es…
Diesen Beitrag habe ich geschrieben, weil mich Daniela Röcker, Mitgestalterin des diesjährigen #LATC, angefragt hatte, in Mannheim einen kleinen Vortrag zu unserem Umwelt-Engagement zu halten. Das tue ich zwar nicht, finde aber ihre Einschätzung interessant: Viele Unternehmen denken Umweltschutz zu groß und fangen dann gar nicht erst an. Vielleicht kann das Blogpost daher Inspiration sein, klein anzufangen. In diesem Sinne: Just do it!


Kommentare (0) | Kategorie: Management & Führung, Markt & Meinung

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