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Das Blog


6. September 2019 | Von Redaktion

DGFP Congress 2019: Aufruf zur vernetzten Zukunftsgestaltung

Die Herausforderungen der neuen Arbeitswelt sind zu komplex, als dass Unternehmen sie alleine angehen sollten. Davon ist zumindest die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) überzeugt – und hat ihren diesjährigen Kongress unter das Motto #connectingHR gestellt. Dort wurde Anfang September nicht nur intensiv über Wege in die New Work diskutiert, sondern auch darüber, wie HR die Zukunft mitgestalten kann.

Ein Beitrag von Nicole Bußmann und Andree Martens

Am Ende der Session verteilt Catherine Marie Koffnit ihre Visitenkarte und die ihrer Kollegin Carola Garbe. Das Besondere daran: Es ist dieselbe Visitenkarte, auf der einen Seite steht Koffnits Name, auf der anderen der von Garbe. In ihrem Unternehmen, der DB Netz AG, sind die beiden nämlich eins. „Gemeinsam sind wir Chefin – zwei Frauen, ein Job“ – könnte das Modell der beiden HR-Leiterinnen überschrieben sein.

Die Session über dieses Jobsharing der besonderen Art – eine geteilte Führungsstelle – findet auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft der Personalführung Anfang September in Berlin statt, in einem der parallel laufenden Tracks. Garbe erklärt: „Shared Leadership ist unsere Antwort auf New Work“. Wobei die Betonung auf „unsere“ liegt. In der Session wird nämlich auch klar, was überall in den Vorträgen und Diskussionen auf dem Kongress anklingt und Keynoterin Janina Kugel dann so formuliert. „Die eine Zukunft der Arbeit gibt es nicht – und erst recht nicht den einen richtigen Weg.“

Vor allem um Anregungen und Hinweise zu erhalten, welche Wege für sie bzw. ihre Unternehmen am besten passen, sind die rund 300 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum Kongress des ältesten Personalerverbandes Deutschlands angereist. „In den Unternehmen gibt es aktuell viele Fragezeichen“, resümiert Norma Schöwe, aktuelle Geschäftsführerin der DGFP, am ersten Kongressabend. Entsprechend viele Fragen stellen die teilnehmenden Personalentwickler und HR-Verantwortlichen. In der Session von Garbe etwa diese: Wie hat das Team reagiert, als sie bekannt gaben, sich ihre Führungsstelle teilen zu wollen? Wie stimmen sich die beiden Chefinnen ab? Oder: Führen sie Mitarbeitergespräche allein oder zusammen?

Überhaupt sind es insbesondere die neuen Wege, an denen das Interesse groß ist. In der Session von Flavio Passaro von der ING Deutschland sind alle Plätze belegt. Passaro erzählt von der agilen Transformation der Bank, die dem Spotify-Modell folgt: Es gibt Tribes, Squads, Chapters, weniger Hierarchiestufen, aber nicht unbedingt weniger Führungsrollen (zum ausführlichen Nachlesen: Agilisierung bei der ING Deutschland). Lange am Stück kann Passaro nicht reden, immer wieder schnellen Hände nach oben, es hagelt geradezu Fragen: Wie wurden aus den alten Führungskräften Chapter Leads? Mit welchen Herausforderungen kämpft die Bank aktuell? Zeigt das agile Arbeiten schon Früchte? Wie ist die Stimmung? (dazu auch ein Artikel aus der SZ, aufgehängt an einer Bewertung der ING auf Kununu).

Die Teilnehmenden fragen aber nicht nur die Vortragenden aus, sondern sich auch gegenseitig. Manche bleiben nach den Sessions sitzen, um weiterzureden oder ziehen mit der Diskussion an die Kaffeetische: Was ist eure Erfahrung mit agilen Methoden? Wie geht ihr mit dem Thema Transparenz um? Habt ihr schon ein Leadership-Modell für die neue Zeit entworfen? Der Wunsch nach Austausch ist auf dem diesjährigen Kongress der DGFP stark zu spüren. Das Kongressmotto, abgebildet im Hashtag #connectingHR, daher gut gewählt. Zumal der gegenseitige Austausch alternativlos ist, wie sich Wilhelm Bauer, Geschäftsführer des Fraunhofer IAO und Mitglied des DGFP-Vorstands, in seinem morgendlichen Vortrag am zweiten Kongresstag überzeugt gibt: „Die Wege in die Zukunft sind zu komplex, um sie alleine zu meistern. Deswegen muss sich HR vernetzen.“

So intensiv der Austausch analog läuft, so wenig ist davon in den Social Media zu spüren. Lediglich ein gutes Dutzend der Teilnehmenden nutzt den Hashtag, um das Wissen zu teilen. Dabei gäbe es Input genug: nicht nur aus den Keynotes und parallelen Sessions, sondern auch aus den Podiumsdiskussionen, von den Innovation-Tours zu Berliner Denkfabriken und Zukunftslabs hiesiger Unternehmen zum Auftakt des Kongresses, oder aus den diesmal erstmals stattfindenden Vorstandstalks. In diesen können die Teilnehmenden mit Unternehmensvorständen auf Tuchfühlung gehen und in kleinerer Runde in die Diskussion eintauchen. Das dafür gewählte Setting ist passend wie heimelig: ein Seminar-Kahn, der direkt vor der Kongress-Location, eine im Industrial Charme umgebaute Lagerhalle im Berliner Westhafen, am Ufer vertäut ist.

Janina Kugel ist so eine, die sich in kleiner Talkrunde den Fragen stellt, und ohnehin so etwas wie der heimliche Star des Kongresses, wenn nicht gleich der gesamten Branche. Als kürzlich bekannt wurde, dass ihr Posten als Siemens-Personalvorständin dem Ende entgegen geht, hat das in den Social Media eine Welle des Bedauerns ausgelöst. Kein Wunder, denn Kugel ist präsent, klar, fresh und cool. Auf Instagram postet sie Fotos vom Urlaub, auf dem DGFP-Kongress steht sie im Sommerkleid auf der Bühne, bringt ihre Botschaften auf den Punkt – etwa: „Über Diversität muss man nicht reden, wie soll es dann auch anderes gehen?“ – und erklärt mit Verve, wieso Change immer Chance ist.

„Chance“ heißt aber immer auch, dass es die Möglichkeit gibt, es zu verbocken. Die St. Galler Leadership-Professorin Heike Bruch verdeutlicht das in ihrem Vortrag so: „Wir stehen vor einer Weichenstellung: Entweder wird die Arbeitswelt 2025 wunderbar werden – die Leute sind motivierter, inspirierter, können sehr frei arbeiten, und die Zusammenarbeit funktioniert sehr viel besser. Oder wir haben ein eher düsteres Szenario, wo die Mitarbeiter überfordert sind, wo wir Einzelkämpfer und Vereinsamung haben und auch sehr, sehr viele Jobs bedroht sind.“

Wie es wird, hängt – darin sind sich die Inputgeber auf dem Kongress einig – auch und wesentlich von HR ab. Ariane Reinhart, Vorstandsvorsitzende der DGFP und Personalvorstand bei Continental, bringt die allgemeine Überzeugung in ihrer Begrüßung selbstbewusst auf den Punkt: „Wenn nicht wir, wer dann kann die Geschicke des Landes in so anspruchsvollen und schweren Zeiten lenken.“ Wobei sie nicht nur auf die Transformation rekurrierte, sondern auch auf die drohende Wirtschaftskrise. Diese ist auf dem Kongress zwar kein Dauerthema, kommt aber gerade in den Plenumsvorträgen immer wieder aufs Tapet.

Hinweise, Ideen und Impulse, wie HR dazu beitragen kann, die Weichen auf eine positive Zukunft der Arbeitswelt zu stellen, gibt es an den beiden Kongresstagen. Eine Auswahl:

_ Eine Rolle rückwärts können sich die Unternehmen jetzt nicht leisten. Im Gegenteil: Die Unternehmen brauchen die neuen Arbeitsweisen und -modelle, um in der Krise bestehen zu können (Norma Schöwe, DGFP-Geschäftsführerin)

_ Gerade in harten Zeiten kommt es auf die soften Themen an. (Norma Schöwe)

_ Wir müssen den Regler in den Organisationen stärker auf Freiheit drehen. Je dichter das Regelwerk ist, umso stärker werden die Menschen zu Regelbefolgern sozialisiert. Was wir aber brauchen, sind Querdenker, Menschen, die aus dem Rahmen denken. (Anja Förster, Initiative Rebels of Work)

_ Es muss uns gelingen, dass jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeitern Innovation als immanenten Teil des eigenen Jobs betrachtet. (Anja Förster)

_ Menschen brauchen Zukunftsvisionen ihres Platzes in der Arbeitswelt. Ohne diese wird lebenslanges Lernen immer ein Buzzword bleiben. (Jörg Hofmann, IG Metall)

_ Es geht nicht nur darum, dass Führungskräfte lernen, Verantwortung an ihre Mitarbeitenden abzugeben. Es geht auch darum, dass Mitarbeitende lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Das ist mindestens genauso schwer. Darüber wird aktuell noch zu wenig gesprochen. (Daniel Vonier, SAP)

_ Aktuell findet mit Aussagen wie „Chefs abschaffen? Ja bitte“ ein Führungsbashing statt. Dabei brauchen wir Führung mehr denn je. Allerdings keine hierarchische. (Heike Bruch, Professorin für Leadership, Universität St. Gallen)

_ Gebt den Lernenden ihr Lernen zurück. Statt zu versuchen, den Lernprozess zu steuern – was ohnehin nicht geht –, sollten wir uns darauf konzentrieren, optimale Bedingungen für selbstgesteuertes Lernen im Unternehmen zu schaffen. (Karlheinz Pape, Corporate Learning Community)

Was in den Vorträgen und anderen Formaten immer wieder betont wird: Wichtig ist es, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Keine Angst vor radikalen Veränderungen zu haben – zumal diese nichts sind, was vorbeigeht, sondern vielmehr die neue Normalität beschreiben wie unter anderem Janine Kugel ausführt. Und auch keine Angst vor einer möglichen Krise zu haben. Der offizielle Stargast des Kongresses, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, drückt es in seiner Keynote in bester Politiker-Manier aus: indem er einen Politiker aus alter Zeit zitiert. „Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst“. Nicht sehr originell? Dafür war es das, was er nachschob und womit er für einige Lacher sorgte: „Die Aussage stammt von einem großen amerikanischen Präsidenten: Theodore Roosevelt. Ja, die USA hatte einmal große Präsidenten.“

Und keine Angst sollte auch die DGFP haben, sich mit ihrem Kongress in die Zukunft zu wagen. Viel hat sie auf ihren Kongressen in den vergangenen Jahren ausprobiert, um die Teilnehmenden mehr in die Kongressgestaltung einzubinden. Nicht alles davon hat gut geklappt, vielleicht der Grund dafür, dass es dieses Mal Input wieder hauptsächlich von vorne gibt. Symbolisch auch die Reservierungen der Plätze in den vorderen Reihen für Keynoter und Vorstand, die Teilnehmenden dahinter, programmatisch zurückgestellt. Sie mit ihrem Wissen nach vorne zu holen, aus den Teilnehmenden mehr Teilgebende zu machen, ist ein Programmpunkt, den die DGFP bei der Gestaltung des Traditionskongresses im Auge behalten sollte.

Foto 1: Janina Kugel von Siemens: „Über Diversität muss man nicht reden.“
Foto 2: Leadership-Professorin Heike Bruch (links) mit DGFP-Geschäftsführerin Norma Schöwe
Foto 3: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zitiert Roosevelt: „Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht.“
Fotoquelle: DGFP


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25. Februar 2019 | Von Nicole Bußmann

Trainerhonorare: Was Weiterbildner verdienen

Gute Konjunktur gleich gute Auslastung gleich steigende Honorare? Dass diese Gleichung in der Weiterbildung nicht aufgeht, belegt die gerade ausgewertete Honorarumfrage aus dem Verlag managerSeminare.

Eigentlich standen alle Zeichen auf Wachstum: Der deutschen Wirtschaft ging es gut, die Beschäftigungszahlen stiegen, die fortschreitende Digitalisierung schrie nach Orientierungshilfen. Und tut es noch. Gute Zeiten für Weiterbildner also? Sollte man meinen. Doch die Gleichung „gute Konjunktur gleich gute Auslastung gleich steigende Honorare“ geht nicht auf. Das belegt zumindest die Honorarumfrage des Verlags managerSeminare.

Rund 1.150 Weiterbildnerinnen und Weiterbildner ließen sich in ihr Portemonnaie gucken und gaben Ende 2018 per Online-Befragung Auskunft über ihre Verdienste im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das zentrale Ergebnis vorab: Honorarzuwächse auf breiter Basis, wie sie in der vergangenen Erhebung im Jahr 2015 zu Protokoll gegeben wurden, sind dieses Mal nicht vermeldet worden. Eher scheint es, dass die Honorare unter Druck geraten sind: Aktuell liegt der Durchschnittshonorarsatz bei knapp 1.300 Euro (bei Männern bei 1.480 Euro; bei Frauen bei rund 1.154 Euro), Honorarsätze jenseits der 2.000 Euro sind für Präsenztrainings zunehmend schwieriger durchzusetzen. Auch die Auslastung macht den Weiterbildnern zu schaffen: So geben über 30 Prozent der Befragten zu Protokoll, dass sie 2018 nicht mehr als 20 Präsenztage durchgeführt haben. Nur noch jeder Fünfte Befragte schaffte es auf über 80 Präsenztage.

Woran das liegt? Die Befragten nannten mehrere Gründe, die sie als belastend wahrnehmen:

_ Verkürzung der Seminar- und Trainingsdauer
Entscheidungsunsicherheit bei Autraggebern
Rückgang der Teilnehmerzahlen bei offenen Seminaren
_ Dumpingpreise durch Wettbewerber
_ Rabattforderungen der Auftraggeber


Ein Grund, der von den befragten Trainerinnen, Beratern und Coachs erstmals in vernehmbarer Deutlichkeit genannt wurde: die Verbreitung alternativer, vor allem digitaler Weiterbildungsformate. Jeder fünfte Befragte empfindet diese als Konkurrenz, die die eigenen Verdienstmöglichkeiten schmälert. Vor drei Jahren wurde die Konkurrenz durch digitale Weiterbildungsformate nur von jedem zehnten Befragten gesehen. So legt die Studie den Schluss nahe: Die Digitalisierung ist in der Weiterbildungsbranche angekommen, zumindest bei den Nachfragern. Wer daher als Trainerin, Berater und Coach die alternativen, vor allem digitalen Formate nicht anbieten kann und ausschließlich auf Präsenztage setzt, wird das Nachsehen haben. Zwar ist die Durchführung von Seminaren und Training neben Beratungstagen, Coachings und Speaker-Aktivitäten nur ein finanzielles Standbein, aber es ist für die meisten wohl das wichtigste: Laut Befragung investiert der durchschnittliche Weiterbildner 45 Prozent seiner Arbeitszeit in diesen Bereich.

*******
Die rund 100seitige Studie „WeiterbildungsSzene 2019 – Honorare und Gehälter in Training, Beratung und Coaching“ erscheint Anfang März bei managerSeminare (Preis: 99,50 Euro). Ein erster ausführlicher Bericht zu den Honoraren von Trainerinnen und Trainern und dem Einfluss von Berufserfahrung auf dieselben findet sich in der aktuellen Ausgabe von Training aktuell. In den kommenden zwei Ausgaben wird Studienautor Jürgen Graf die Verdienstmöglichkeiten durch Coaching und Speaking beleuchten sowie aufzeigen, wo Hebel zur Steigerung des Einkommens liegen. Leserinnen und Leser von Training aktuell bekommen die Studie als eBook übrigens kostenlos im Rahmen ihres Abonnements.


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22. November 2018 | Von Nicole Bußmann

Trainerhonorare: Was ist Weiterbildung aktuell wert?

Über Geld spricht man nicht? 3.792 Trainerinnen und Trainer, Coachs und Weiterbildungsanbieter konnten diesem vermeintlichen Tabu nichts abgewinnen. Sie beteiligten sich an den beiden vorangegangenen Honorarstudien des Verlags managerSeminare und gaben Auskunft über Honorarsätze, Auslastung und Gehaltshöhen. Und trugen damit dazu bei, dass das hochemotionale Thema Honorare mit soliden Daten „geerdet“ werden konnte.

Jetzt geht die Honorarstudie des Verlags in die dritte Runde. Nach 2012 und 2015 fragt Studienautor Jürgen Graf erneut nach: Was hat sich in den vergangenen drei Jahren geändert? Profitiert auch die Weiterbildungsbranche von der robusten wirtschaftlichen Lage in Deutschland? Was genau ist Weiterbildung aktuell wert?

Freilich sind Honorare in der Weiterbildungsbranche ein brisantes Thema. Die einen prahlen öffentlich mit astronomisch hohen Tagessätzen, die anderen beklagen sich bitter über das unnachgiebige Feilschen der Auftraggeber und das Nachverhandeln von Leistungen. Die Zahlen, die der Verlag managerSeminare mit seinen ersten Studien zur tatsächlichen Honorarsituation von Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern an die Öffentlichkeit brachte, waren zuweilen erschreckend, aber auch erhellend.

Die Umfrage unter diesem Link ist bis zum 7. Dezember 2019 scharf geschaltet. Selbstverständlich werden alle ermittelten Daten streng vertraulich behandelt, Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgen ausschließlich anonymisiert.

Als Dankeschön für die Mithilfe verlost der Verlag unter allen Teilnehmenden ein iPad mini sowie zehn Bücher aus der Edition „Training aktuell” (Wert: 49,90 Euro, Titel freilich nach Wahl). Alle Beteiligten erhalten zudem Ende Februar 2019 eine Kurzauswertung der zentralen Ergebnisse der Studie, gedacht als Schnell-Check, um sich selbst zu verorten.


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31. Oktober 2018 | Von Nicole Bußmann

Axel Gloger ist tot: managerSeminare trauert um seinen Autor

Eine sehr traurige Nachricht: Vergangenen Freitag, den 26. Oktober, verstarb unser geschätzter Kollege Axel Gloger. Der Wirtschaftsjournalist erlag kurz vor seinem 58. Geburtstag den Folgen einer schweren Erkrankung.

Axel Gloger gehört zu dem Verlag managerSeminare, seit ich denken kann. 1995, als ich beim Verlag begann, war er schon da und belegte als freiberuflich arbeitender Journalist ein kleines Büro in unserem Verlagsgebäude in Bonn-Endenich. Sein erster veröffentlichter Artikel bei managerSeminare stammt aus eben diesem Jahr, und viele weitere, über 200, sollten folgen.

Gloger hat Wirtschaft an der Universität Bonn studiert, seinen Abschluss machte er in Köln als Diplom-Volkswirt. Es folgten Stationen als Geschäftsführerassistent, Gründer von Startups, Vorstand einer AG, Chairman einer Denkfabrik, Aufsichtsrat und Beirat. Und immer war sein Fazit gleich: Als Unternehmer hast du Erfolg ohne, mit oder trotz BWL. Das Versagen der Betriebswirtschaftslehre war ein Herzensthema von ihm, seine ersten umfangreichen Recherchen zu diesem veröffentlichte er 2012 in managerSeminare („Das Ende der BWL“). 2016 folgte eine Buchveröffentlichung bei der Frankfurter Allgemeine Buch, zu der er zahlreiche Interviews gab. Auch in managerSeminare gab es anlässlich seines Buches eine Veröffentlichung zum Thema „Betriebswirtschaftsleere“.

Als Journalist und Autor war Gloger stets umtriebig. Außer für managerSeminare schrieb er für die Welt, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und war verantwortlich für den Unternehmer-Informationsdienst TrendScanner (vormals Trendletter) aus dem VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft. Auch mehrere Bücher zu Zukunftsfragestellungen stammen aus seiner Feder, etwa der Titel „Über_Morgen“, nach dem auch sein eigenes Blog benannt war. Schon seit den achtziger Jahren beschäftigte sich Gloger mit Zukunftsfragen, die Unternehmer bewegen, mit Trends, die Gesellschaft und Wirtschaft verändern. Der letzte Artikel von ihm in managerSeminare beschäftigt sich daher nicht von ungefähr mit der Zukunft des Recruiting, veröffentlicht gerade erst im September dieses Jahres.

Axel Gloger war ein geradliniger Journalist, der sein Handwerk beherrschte. Er hatte gute Kontakte zu einflussreichen Management- und Trenddenkern, er war daher immer am Puls der Zeit. Unsere Redaktion bereicherte er sowohl mit eigenen Themenideen als auch mit Insiderwissen und wachem Geist. Gloger war ein engagierter Journalist und Unternehmer, der in der Autorenkommunikation gern von sich selbst in dritter Person redete.

Gloger erkrankte schon vor einigen Jahren an Krebs, ein Umstand, der ihn aber nicht ermüden oder gar verzweifeln ließ. Er sah sich nie als kranken Menschen, er lebte mit der Krankheit, ohne je andere damit zu behelligen. Noch bis zuletzt hielt er Vorträge und schrieb Artikel.

Wir sind in tiefer Trauer. In vollem Mitgefühl für seine Frau Svenja und seine Tochter Johanna. Wir werden ihn sehr vermissen und immer in bester Erinnerung behalten.
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Foto: David Weimann


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6. März 2018 | Von Nicole Bußmann

Studie „WeiterbildungsSzene“: Wie VUKA-fit sind Managementtrainer?

Bildschirmfoto 2018-03-06 um 12.21.30Die Schlagworte der VUKA-Welt wirbeln auch die Arbeit von Trainern, Beratern und Coachs durcheinander. Angesichts des rasanten Wandels der Arbeitswelt müssen sie sich organisatorisch wie inhaltlich neu aufstellen. Doch so selbstverständlich wie Weiterbildner über die Digitalisierung reden, so wenig ist die Digitalisierung im Arbeitsalltag der Weiterbildner angekommen. Dieses Bild zeichnet die Befragung „WeiterbildungsSzene Deutschland“, die soeben erschienen ist.

Im Oktober 2017 titelte die Zeitschrift „Training aktuell“ mit dem Header „Personalentwicklung goes VUKA“. Die Redaktion nahm damit Bezug auf die Verleihung des Europäischen Preises für Training, Beratung und Coaching durch den Berufsverband für Training, Beratung und Coaching (BDVT). Denn die Gewinnerkonzepte zeigten, wie Personalentwicklung in der digitalen Transformation aussehen kann. Agil? – Selbstverständlich. Nur Training? – Keineswegs. Individuell? – Sowieso. Vernetzt? – Auf jeden Fall.

Doch so VUKA-fähig wie diese Konzepte scheint der Otto-Normal-Weiterbildner noch nicht unterwegs zu sein. Dieses Bild zumindest zeichnet die Online-Befragung von 1.169 Weiterbildnern durch den Verlag managerSeminare. Jährlich bittet Studienautor Jürgen Graf die Protagonisten der Weitbildungsbranche um ihre Einschätzung, dieses Jahr zu Trends und Themen der Weiterbildung. Im Vordergrund standen dabei Fragen zur inhaltlichen und organisatorischen Einbettung von Trainings in Unternehmen. Das Ergebnis: Das Gros der Trainer verhält sich zu VUKA wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange. Ziemlich bewegungslos.

Dabei werden Trainer, Berater und Coachs mit den Auswirkungen der VUKA-Welt durch ihre Teilnehmer, Klienten und Auftraggeber täglich konfrontiert. Diese erwarten Antworten, schließlich wird die Weiterbildungsbranche für ihren Know-how-Vorsprung engagiert und bezahlt. Was sind denn nun die Inhalte, Tools, Methoden und Konzepte, mit denen wir den Herausforderungen der VUKA-Welt erfolgreich begegnen können? Na?

Hier zeigt die Studie: Weiterbildnern ist sehr wohl bewusst, dass sich ihre Arbeit in nächster Zukunft grundlegend verändern wird. Als treibende Kraft oder in der Rolle eines Vorreiters agieren sie indes noch lange nicht. Vielmehr scheinen sie sich eher nolens volens mit dem Unvermeidlichen abzufinden und bisweilen sogar ihre Überzeugungen über Bord zu werfen. Beispiel: die immer kürzeren Planungshorizonte der Unternehmen. Nehmen wir das Training von Sozialkompetenzen: Das funktioniert auch in kurzen, halbtägigen Modulen, sagt die eine Hälfte der befragten Weiterbildner. Das geht nicht, sagt die andere Hälfte. Das Spannende daran: Bei der Vergleichsstudie aus dem Jahr 2015 war der Anteil der „Geht nicht”-Überzeugten noch deutlich größer…

Es kommt also einiges ins Wanken in der Weiterbildungswelt durch VUKA, schlussfolgert Studienautor Jürgen Graf: „Die Überzeugungen der Akteure sind immer auch (Verkaufs-)Argumente gegenüber Auftraggebern und Klienten. Wenn Weiterbildner mit ihren Überzeugungen hadern oder sie um Glaubwürdigkeit ringen, steht sogleich das Fundament ihrer Arbeit auf dem Spiel.“ Die VUKA-Welt stellt für Trainer, Berater und Coachs mindestens also eine doppelte Herausforderung dar: Sie müssen ihren Kunden Antworten liefern und zugleich ihre eigene Arbeit neu erfinden.

Mehr zu den Studienergebnissen gibt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Training aktuell sowie in den kommenden beiden. Für Abonennten ist die gesamte Studie „WeiterbildungsSzene Deutschland“ kostenfrei als E-Book abzurufen.


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