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Das Blog


15. November 2019 | Von Nicole Bußmann

Agilität als Organisationskonzept

Was ist Agilität? Die Frage klingt banal, die Antwort ist es nicht. Heutzutage scheint es schließlich kaum noch Begriffe zu geben, die nicht in Zusammenhang mit Agilität gebracht werden können: agile Methoden, Tools, Rollen, Strukturen, Projekte … ja, sogar Unternehmen. Doch halt: Taugt Agilität überhaupt als Organisationsmodell?

Das ist die Frage, die sich Thomas Würzburger in unserem diesmaligen Titelthema stellt. Seine Antwort lautet: Jein. So überzeugend und in sich stimmig das Konzept Agilität ist und so gut es in kleinen Einheiten funktioniert, so sehr stößt es als Modell für das größere Ganze doch an seine Grenzen. Dabei sind es nach Beobachtung des Organisationsentwicklers immer wieder die gleichen falschen Annahmen, immer wieder die gleichen Fallstricke, über die Unternehmen stolpern, wenn sie sich großflächig agilisieren wollen.

Dazu gehört etwa die oft ungeklärte Rolle der Führungskräfte. In der Theorie sind Führungskräfte in agilen Systemen nicht vorgesehen und auch nicht nötig. In der Praxis ist ihre Abschaffung schon deswegen nur begrenzt möglich, weil Organisationsmodelle nicht geltendes Recht aushebeln. Da es nicht ohne, aber irgendwie auch nicht mit ihnen geht, geraten Führungskräfte im Agilisierungsprozess häufig in eine Art undefiniertes Dazwischen: Auf der einen Seite fühlen sie sich weiterhin für die Prozesse verantwortlich, auf der anderen Seite wissen sie, dass sie sich heraushalten müssen, um Selbstorganisation und Selbststeuerung eine Chance zu geben. Über weitere Fallstricken und wie man sie umgeht, lesen Sie, liebe Leserinnen und Leser im Beitrag „Die Grenzen der Agilisierung“. Denn auch, wenn Agilität als Organisationsmodell Grenzen hat, heißt das nicht, dass sich Unternehmen nicht in Richtung Agilität bewegen können.

Was müssen Führungskräfte mitbringen, welche Eigenschaften brauchen die anderen Mitarbeitenden heutzutage, um sich selbst und andere zu führen? Nach Meinung von Anders Indset, einem der bekanntesten Gesellschafts- und Wirtschaftsdenker unserer Zeit, sind drei Skills zentral. Zwei davon dürften viele Führungsexperten auf dem Zettel haben – Empathie und die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis gelten schon lange als zentrale Führungseigenschaften –, den dritten kaum einer: Verletzlichkeit. Die braucht es nach Meinung des Wirtschaftsphilosophen aber unbedingt, damit die ersten beiden ihre Wirkung entfalten können. Mehr dazu im Beitrag „Die Top 3 der Leadership Skills“.


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6. November 2019 | Von Redaktion

Crowdwriting-Aktion „Briefe an den Chef“: „Falsche Wertschätzung ist schlimmer als fehlende“

„Schreibt eurer Chefin oder eurem Chef einen Brief – und schickt ihn uns.“ Mit diesen Worten hatte das Team vom Zukunftslabor CreaLab, einem Kreativitätsnetzwerk der Hochschule Luzern, eine Crowdwriting-Aktion gestartet. Eingesendet wurde eine Fülle von Briefen, die emotionale Einblicke in die Beziehungen von Mitarbeitenden zu ihren Führungskräften gewähren. Im Interview liefern drei Teammitglieder einen Blick aufs Ergebnisbild und hinter die Kulissen der Aktion.

Ein Beitrag von Andree Martens

Mit ihrer Aktion wollten Sie ein Schlaglicht auf die besondere Beziehung zwischen Mitarbeitendem und Führungskraft werfen. Welches Bild hat sich ergeben?

Patricia Wolf: Ein sehr differenziertes. Die Gefühle, die in den Briefen ausgedrückt wurden, sind extrem vielfältig und nuanciert. Man denkt ja immer, alle anderen würden genauso empfinden wie man selbst – unsere Ergebnisse zeigen, wie sehr man sich da irren kann. Es ist eben nicht so, dass die Mitarbeitenden ihren Führungskräften überall die gleichen oder ähnliche Gefühle entgegenbringen, es überall vergleichbare Beziehungen gibt.

Christine Larbig: Dass das Ergebnisbild so differenziert ausgefallen ist, hängt vor allem damit zusammen, dass die Briefautorinnen und -autoren mit dem Thema extrem selbstreflexiv umgegangen sind. Sie haben ganz offensichtlich nicht einfach drauflosgeschrieben, sondern sich Gedanken gemacht. Und zwar nicht nur über ihre Führungskraft, sondern auch über ihre eigene Rolle in der Beziehung zu dieser. Natürlich gibt es auch einzelne Briefe, in denen wenig Selbstreflexion deutlich wird, in den meisten ist das Maß an Selbstreflexion jedoch sehr hoch.

Trotzdem gibt es doch sicher bestimmte Gefühle, die eine besondere Rolle spielen, wenn man die eingegangenen Briefe in der Gesamtheit betrachtet …

Ursina Kellerhals: Viele Briefe zeigen Enttäuschung, in unterschiedlicher Ausprägung. Die dazugehörigen Geschichten erzählen vor allem von nicht erwiderter Loyalität und Scheinwerten, also Werten, die zwar propagiert, aber intern alles andere als gelebt werden. Aber auch positive Gefühle wie Dankbarkeit werden ausgedrückt – dafür, als Mensch wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden, fürs Zuhören, Ernstnehmen, Rückenfreihalten … Aber, wie gesagt, letztlich sind die ausgedrückten Gefühle doch sehr individuell.

Welche inhaltlichen Schlüsse zu der Beziehung zwischen Mitarbeitendem und Führungskraft ziehen Sie aus den Ergebnissen?

Christine Larbig: Gute Beziehungen entstehen vor allem dann, wenn die Führungskraft den Mitarbeitenden das – berechtigte – Gefühl gibt, einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Organisation zu leisten. Diese emotionale Form der Wertschätzung setzt ungeahnte Kräfte frei. Ich sage bewusst emotionale Wertschätzung, und zwar auch im Sinne von echter Wertschätzung. Worthülsen werden rasch erkannt. Das war auch eines der zentralen Themen in den Briefen. Eine als falsch enthüllte Wertschätzung ist schlimmer als fehlende.

Ursina Kellerhals: Gerade in einer Zeit, in der sich so Vieles so rasch und fundamental wandelt, ist emotionale Intelligenz in der Führung extrem wichtig. Die Briefe zeigen sehr schön, wie stark diese mit Vertrauen in Mitarbeitende, Mut und Rückgrat verbunden ist. Einige Briefe driften auch in Sarkasmus ab, weil eben die dazugehörige allgegenwärtige Leadership-Theorie und das, was seitens der Führungskräfte in der Realität erlebt wird, so krass auseinanderklafft. Aber um nicht nur schwarz zu malen: Es haben uns auch durchaus positive Texte erreicht, die aufzeigen, wie viel Energie und ja auch Glück durch eine positive Beziehung zur eigenen Chefin oder zum eigenen Chef freigesetzt werden kann.

Zur Gestaltung von Beziehungen gehören aber immer mindestens zwei …

Christine Larbig: Das stimmt. Natürlich sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich für die Qualität der Beziehung zu ihren Chefinnen und Chefs. Viel bewirkt es oft schon – das wird in den Briefen sehr deutlich – wenn sich die Mitarbeitenden den Gefühlen, die sie ihrer Führungskraft entgegenbringen, stellen und sich mit diesen auseinandersetzen. Je klarer sie sich ihrer entsprechenden Gefühle sind, desto mehr Möglichkeiten haben sie, die Beziehungsqualität zu verbessern. Allein schon insofern, dass sie der Führungskraft dann besser signalisieren oder klarer sagen können, was sie sich von ihr wünschen, was sie erwarten oder auch mit welchem Verhalten sie nicht gut umgehen können. Unsere eigenen Gefühle sind der beste Zugang zu uns selbst – zu unseren Erwartungen, Werten, Prinzipien –, den wir haben. Meistens nutzen wir ihn aber viel zu wenig. Das ist uns bei der Auswertung der Briefe noch einmal sehr klar geworden und hat auch mit uns selbst etwas gemacht: Wir alle haben angefangen, mehr über unsere eigenen Gefühle im Arbeitskontext nachzudenken. Selbst unserer Lektorin ging das so, die die Entstehung unseres Buches über die Aktion betreut hat.



Die Ergebnisse hätten Sie aber auch einfacher haben können. Warum haben Sie die Menschen nicht einfach nach ihren Gefühlen gefragt, die sie ihren Führungskräften entgegenbringen?

Ursina Kellerhals: Uns ging es darum, über das Schreiben als kreative Handlung an tieferliegende Beobachtungen und Erfahrungen heranzukommen. In einem Interview – wie sie ja auch in Mitarbeitendenzufriedenheitsstudien durchgeführt werden – kommt man solchen unterschwelligen Gefühlen und Wahrnehmungen selten auf die Spur.

Christine Larbig: Und wenn man ihnen in sozialwissenschaftlichen Studien doch auf die Spur kommt, büßen sie meist ihren besonderen Charakter ein. Die Darstellung von Emotionen und immanenten Erwartungen in Bulletpoints spricht unser Gehirn nicht emotional an und lässt uns kalt. Eine solche Darstellung würde – außer ein paar Fachexperten – kaum einen interessieren. Außerdem ist der Kontext sehr wichtig, um etwas zu verstehen bzw. sich damit auseinanderzusetzen. In den Briefen wird dieser Kontext geliefert – mittels Geschichten, Erfahrungen und Reflexionen, die unser Gehirn ansprechen und das Projektergebnis erlebbar machen. Deshalb haben wir auch nicht nur Auszüge der Briefe, sondern 30 Briefe in unserem Buch komplett veröffentlicht.

Werden Sie an der Crowdwriting-Aktion noch einmal anknüpfen?

Ursina Kellerhals: Die Perspektive ist ja mit Briefen an Führungskräfte sehr einseitig. An sich ist es unsere Aufgabe, nun auch „Briefe an die Mitarbeitenden“ in Angriff zu nehmen. Ein Brief in der Sammlung ist zufälligerweise schon mit dieser Sichtweise geschrieben. Auch dieser Text gibt einen guten Einblick, wie vielschichtig die Gefühlslagen – und auch Abhängigkeiten – auf der anderen Seite der Dyade Mitarbeitende-Chefin ist.

********

Das Team des CreaLab hat 30 der – natürlich anonymen – Briefe, die es im Rahmen der Crowdwriting-Aktion erreicht hat, samt den dazugehörigen Inhaltsanalysen im Buch „Briefe an den Chef“ veröffentlicht.

Foto 1 – Die Mitglieder des CreaLabs von links nach rechts: Ute Klotz, Patricia Wolf, Christine Larbig, Ursina Kellerhals und Jens Meissner.
Foto 2 – Fruzsina Korondi, die Grafikerin des Crea-Lab-Teams, hat die Auswertung der Emotionen als Landschaft visualisiert.


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5. November 2019 | Von Redaktion

#DigitalX: Vermenschlichte Daten, verdatete Menschen

Bunt, spektakulär, prominent besetzt: Die „Digital X“, mit der die Deutsche Telekom am 29. und 30. Oktober insgesamt 20.000 Besucher in die Messe Köln lockte, war das Finale einer Veranstaltungsreihe, mit der der Konzern bereits zum zweiten Mal durch die Republik tingelte und für die Weiterentwicklung der Digitalisierung – und die eigenen Leistungen – warb. In vielen Vorträgen ging es um das Verhältnis von Daten und Menschen, das es neu zu justieren gilt.

Ein Beitrag von Sascha Reimann

Von KI und Blockchain über 5G, Flugtaxis und selbstfahrende Autos bis hin zu Virtual Reality und Industrie 4.0 – es scheint keinen Trend zu geben, in dem Digitalisierung und Telekommunikation eine Rolle spielen, der auf der Digital X nicht beleuchtet wird. Wobei „beleuchten“ sogar fast zu bescheiden formuliert ist angesichts der Mischung aus Firmenevent, Konferenz und Popkonzert, bei der der Veranstalter an nichts gespart hat. Vor allem nicht am Line-up, zu dem keine Geringeren als der Erfinder des Internets, Tim Berners-Lee, der Gründer von Wikipedia, Jimmy Wales, und Richard Branson, seines Zeichens einer der bekanntesten Unternehmerfiguren der Welt, gehören. Dazu noch jede Menge Prominenz aus dem eigenen Konzern, Tim Höttges etwa, Berühmtheiten wie Wladimir Klitschko oder Carsten Maschmeyer, bekannte Keynoter wie Karl-Heinz Land, Jürgen Dahmen und Nicole Brandes sowie Vertreter renommierter Firmen und Startups, mit denen die Telekom zusammenarbeitet.

Doch bei aller Magenta-Selbstinszenierung – auch inhaltlich ist einiges geboten auf der Digital X. Im Zentrum vieler Beiträge steht das Verhältnis von Menschen und Daten, sowie die Chancen und Risiken, die sich aus dessen Veränderung ergeben. Dabei geht es um Fragen, wo und wie wir in digitalen Zeiten arbeiten, welche Werkzeuge wir nutzen können, um ein digitales Business zu gestalten. Und wie man Arbeit bewertet, wenn sie von überall und jederzeit stattfindet.

Welche Rolle Daten bei Letzterem spielen können, zeigt Harald Fladischer vom Startup „neXenio“ auf der „Future Stage“, die ringsum von Sitzwürfen und Baugerüsten umgeben ist. Die Berliner nutzen die Sensortechnik von Handys, um anhand von Bewegungsmustern ihre Träger eindeutig zu identifizieren und ihnen zum Beispiel an Schleusen automatisch Zugang zu gewähren. Künftig könne Sensortechnik auch dazu dienen, zu erkennen, ob der Träger gerade produktiv arbeitet, so Fladischer. Arbeitslohn könne dadurch mehr an der tatsächlichen Aktivität ausgerichtet werden als an eigentlich irrelevanten Messgrößen wie Anwesenheit in einem Büro.

Das immer intensivere Verhältnis von Daten und Menschen führt aber nicht nur zu Vereinfachungen, auch Überforderung und Wissensverlust sind eine mögliche Folge. Neurowissenschaftler und Psychologe „Volker Busch“ legt in der wie ein Basketball-Feld gestalteten „Disruption Stage“ dar, warum unser Gehirn der digitalen Informationsflut gar nicht gewachsen ist und Computer in vielen Bereichen besser Muster erkennen können. Was den Mensch aber unersetzbar macht, ist nach Busch, dass er nicht nur einen Kopf hat, sondern auch ein Bauchgefühl, das auf Erfahrung beruht, und das ihn zu etwas befähigt, was Computer nicht können: Sinn erzeugen, Hypothesen aufstellen, zwischen den Zeilen lesen und Entscheidungen treffen, die über bloße Korrelationen hinausgehen. Dieses Bauchgefühl ist aktuell jedoch durch das Sich-Verlassen auf Daten in Gefahr: Bei den Inuit etwa sei zu beobachten, dass ihr immenses traditionelles Orientierungswissen in Eis und Schnee seit der Verfügbarkeit von GPS-Daten schrittweise verloren geht – mit der Folge, dass die Zahl der Unfälle rapide steigt. Buschs Schlussfolgerung: Trotz oder sogar wegen der immer besseren Daten, müssen wir darauf achten, Erfahrungen zu sammeln und mit unserer Intuition in Kontakt zu bleiben.

Die technische Entwicklung scheint allerdings eher in eine andere Richtung zu gehen, weg von menschlicher Intuition hin zu künstlicher Intelligenz. Für das Verhältnis von Mensch und Maschine ist das nicht unbedingt vorteilhaft: Beraterin Ulla Coester etwa warnt vor den Möglichkeiten zur Überwachung und zum „Social Scoring“ durch KI. Die Autorin Alex Rosenblatt zeigt, wie Fahrdienstanbieter Uber die Technologie nutzt, um Mitarbeitende auf eine Weise zu steuern, die nach Freiheit aussieht, in Wirklichkeit aber gängelt. Viele Ängste, die sich um KI drehen, beruhen allerdings auf einem Missverständnis, wie „Armin Grunwald“, Leiter des Büros für Technikfolgeabschätzung beim Deutschen Bundestag erklärte. Die Vorstellung, dass künftig Maschinen entscheiden, stellt demnach eine unzulässige Vermenschlichung dar . Denn, so der Professor, was Künstliche Intelligenz tut, habe mit Entscheiden wenig zu tun. Vielmehr handele es sich um programmierte Reaktionen auf einen definierten Dateninput.

Während die Diskussion um KI also teilweise an der Realität vorbeigeht, gibt es weit drängendere Probleme mit dem aktuellen Umgang mit Daten, die zu wenig beachtet werden. So warnen die beiden Internetpioniere „ Tim Berners-Lee“, der vor 30 Jahren das World Wide Web erfunden hat, und „Jimmy Wales“, Gründer der Wikipedia, vor Fehlentwicklungen des Internets, dessen Ursprungsidee gewesen ist, Menschen miteinander und mit dem Wissen der Welt zu verbinden. Wales zufolge sind diese Errungenschaften in Gefahr, weil Fake News demokratische Institutionen aushebeln, was noch verschärft wird durch die Finanzierungssysteme des Internets, die Klicks belohnen, nicht Qualität. Berners-Lee sorgt sich zudem um die zunehmende Segregation des Netzes: Durch Social Networks wie Facebook, Instagram oder LinkedIn werden demnach Inseln im Netz geschaffen, zwischen denen es keine Verbindung und damit auch keinen Austausch gibt.

Um dieser – letztlich gesellschaftsbedrohenden – Zersplitterung zu begegnen, arbeiten Berners-Lee daran, wie sich der eigene Content an die Benutzer zurückgeben lässt. Seine Lösung heißt „Solid“. Hinter der Abkürzung, die für Social Linked Data steht, verbirgt sich eine Sammlung von Standards und Formaten, die es jedem User erlauben sollen, die eigenen Daten selbst zu speichern und in alle beliebigen Plattformen zu verteilen, statt sie Dienstleistern zu überlassen, die – der Facebook/Cambridge Analytica-Skandal lässt grüßen – sie zu eigenen Zwecken missbrauchen können. Wales‘ Ansatz für mehr Qualität im Netz ist ein News-Portal, das wie die Wikipedia auf Offenheit und Selbstregulation basiert. Die Community dazu ist noch im Aufbau, Interessierte können sich unter https://wt.social anmelden.

Das Ziel beider Projekte ist es, Menschen wieder mehr Einfluss auf ihre Daten zu geben. „Jowan Österlund“ spricht von digitaler Souveränität oder digital Ownership, die er seiner Firma Biohax ermöglichen will, wenn auch auf radikal andere Weise als die beiden Internetvordenker. Nämlich durch einen Chip, den man sich in die Hand implantieren lassen kann. Was sich wie eine weitere Entschmenschlichung bzw. Datafizierung des Menschen – Stichwort Cyborg – anhört, klingt bei Österlund ganz anders. Seiner Meinung nach ist unsere Identität zum großen Teil bereits digital, wobei die Beweise unserer Existenz in externen Geräten wie Handys oder in Kreditkarten stecken, ohne Verbindung zum physischen Selbst und der Nutzung von Fremdanbietern ausgeliefert. Für ihn ist es daher eine Frage der Ethik, digitale und physische Existenz wieder zusammenzuführen.

Das Verhältnis von Mensch und Daten wird sich, so lässt sich eine Quersumme vieler Vorträge auf der Digital X ziehen, in den nächsten Jahren stark verändern, wobei es darauf ankommen wird, es so zu gestalten, dass es dem Menschen nutzt. Dazu gehört auch der Faktor Umwelt, wie „Aya Jaff“ betont. Die 24-jährige Programmiererin, die im Forbes-Magazin zu den einflussreichsten Unter-30-Jährigen gezählt worden ist, nennt Zahlen, denen zufolge 2030 acht Prozent des weltweiten Energieverbrauchs für die Speicherung und Verarbeitung von Daten verwendet werden (zum Vergleich: der weltweite Flugverkehr verbraucht aktuell zwei Prozent). Für das künftige Verhältnis von Daten und Menschen müsse daher nicht nur darüber gesprochen werden, wie digitale Lösungen zu mehr Nachhaltigkeit beitragen können, sondern auch über die Nachhaltigkeit der digitalen Welt selbst.

Foto 1: Bunt und prominent besetzt – Die Digital X war nicht nur optisch aufwendig gestaltet
Foto 2: Neurowissenschaftler und Psychologe Volker Busch über die Notwendigkeit von Bauchgefühl und Intuition in digitalen Zeiten
Foto 3: Will Usern die Kontrolle über ihre Daten wiedergeben: Internet-Erfinder Tim Berners-Lee (links im Bild)
Bildquelle: Deutsche Telekom AG


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10. Oktober 2019 | Von Redaktion

1. Kongress Wirtschaft und Spiritualität: Mutige Mischung

Augenhöhe, Wertschätzung, Achtsamkeit, Purpose – um solche Dinge geht es bei vielen Veranstaltungen zum neuen Arbeiten und Wirtschaften. Und die Frage nach einem tieferen Sinn und höheren Werten klingt dabei immer mit an. Bisher allerdings hat es noch niemand gewagt, genau diese Frage so offensiv in den Mittelpunkt zu stellen wie es die Veranstalter der Kongresspremiere, die von 3. bis 6. Oktober 2019 in Kirchzarten bei Freiburg stattfand, taten: Hans-Jürgen Lenz, Chef der Balance Unternehmensberatung, und die IAK GmbH platzierten im Titel ihrer Veranstaltung einen Begriff, der im Business bisher vor allem Skepsis garantiert, und luden zum „1. Kongress Wirtschaft und Spiritualität“.

Ein Beitrag von Sylvia Lipkowski

„Ich bin nicht ganz sicher, ob ich hier richtig bin…“ So beginnt Claus Eurich seinen Eröffnungsvortrag im Kirchzartener Kurhaus. Der Philosoph und Kontemplationslehrer, der vor zwei Jahren Professor für Kommunikation und Ethik am Institut für Journalistik der TU Dortmund war, kann sein Publikum offenbar nicht so recht einschätzen. Ob er mit seiner Forderung nach einem „Aufstand für das Leben“ – so der Titel seines Vortrags wie auch des Buchs, in dem er Visionen für eine lebenswerte Erde vorstellt und Richtlinien für ein entsprechendes ethisches Handeln entwickelt – bei ihnen an der richtigen Adresse sein wird? Aus dem Titel der Veranstaltung lässt es sich nicht direkt ableiten: Denn was bedeutet eigentlich Spiritualität? Und wofür steht sie in Verbindung mit dem Begriff Wirtschaft?

Mit dieser Unsicherheit ist Eurich sicher nicht allein im Saal, in dem sich rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelt haben. Die Mischung ist bunt, und das nicht nur optisch: Sakkos sind ebenso zahlreich wie bunte Tücher, Turnschuhe stehen neben Pumps und Slippern – und die selbstständige Physiotherapeutin und der Organisationsentwickler neben der Inhaberin einer Handwerksfirma, dem Chef der Freiburger Uni-Klinik, dem Energieberater und dem Manager eines Motorsägenherstellers.

Jens Riese erstaunt die anwesende Vielfalt kaum. „Die Menschen haben eine Sehnsucht nach Spiritualität – in jedem Kontext, auch im Business“, meint der Coach und Leadership-Trainer aus München, der bis vor einigen Monaten Senior Partner bei McKinsey war. Dort betreut er noch immer das „Centred Leadership Program“ für Führungskräfte, das er mitentwickelt hat. Denn viele Menschen, so seine Erfahrung, tragen auch in ihrem Arbeitsalltag die Frage mit sich herum, ob sie „hier richtig“ sind.

Auf der Suche nach Antworten – auf diese wie auch alle anderen Fragen – scheitern sie dabei immer häufiger, da sie mit den gewohnten Ansätzen angesichts der enormen Dynamik unserer heutigen Welt an ihre Grenzen stoßen. „Nur durch Analyse lässt sich Komplexität nicht bewältigen“, erklärt Michael Böttcher, der sich bei der Lufthansa als Organisationsentwickler um die Unternehmenskultur kümmert.

Für beide Manager ist der Blick über den Tellerrand des Verstandes deshalb die logische Konsequenz. „Wir müssen unsere innere Komplexität erweitern, um mit der äußeren Komplexität zurecht zu kommen“, glaubt Führungskräfteentwickler Riese mit Blick auf die VUKA-Welt. Stabilität bietet hier die Orientierung an Werten und Ethik und das Streben nach persönlicher Integrität. Die stetige persönliche Weiterentwicklung ist für Riese deshalb ein entscheidender Aspekt von Spiritualität – auch wenn er den Begriff im Gespräch mit potenziellen Klientinnen und Klienten bisweilen lieber nicht sofort gebraucht.

Auch Böttcher wählt in seinem Job die eigenen Worte vorsichtig, um nicht in Esoterik-Verdacht zu geraten. Die zentralen Begriffe, die auf seinen Powerpoint-Folien stehen, heißen zunächst Innovation, Drive, Kollaboration und Empowerment – bereiten aber die Basis für Gespräche über Augenhöhe, Vertrauen und Verbundenheit. Erreicht hat er mit seiner Abteilung so die Entwicklung eines entsprechenden kulturellen Zielbildes. „Und wir haben auch die Führungskräfteentwicklung innerhalb der vergangenen drei Jahre einmal auf links gedreht“, berichtet Böttcher. Nun werden auch mal syrische Studenten als Impulsgeber eingeladen oder Führungskräfte in einem Seminar völlig ohne Agenda allein gelassen – und manchmal sogar zum Dialog mit einem Baum ermutigt.

Dabei nimmt der Psychologe, der als Student bei den Startbahn-Demos in den 1980er Jahren noch auf der anderen Seite stand, in Kauf, Ambivalenzen auszuhalten, mit denen er sich regelmäßig konfrontiert sieht. „Manche Dinge sind einfach nicht besprechbar“, räumt der Organisationsentwickler ein. Post-Wachstumsideen etwa oder die Frage, ob Geschwindigkeit wirklich ein so zentraler Erfolgsfaktor ist. Aufgeben will Böttcher, der ganz offensichtlich stolz ist, schon seit 20 Jahren zur Fluggesellschaft zu gehören, trotzdem nicht – sondern weiterhin „lernträchtig irritieren“ und als Brückenbauer zwischen dem Bewährten und dem Neuen agieren. Er zumindest scheint die Frage, ob er richtig ist, wo er ist, für sich beantwortet zu haben.

Wahrscheinlich folgt der Organisationsentwickler damit sogar dem ökologischen Imperativ von Hans Jonas, der im Eingangsvortrag von Eurich als handlungsleitend empfohlen wurde. Der 1993 verstorbene Philosoph hatte schon 1979 in seinem Hauptwerk „Das Prinzip Verantwortung“ versuchte, eine Ethik für die technologische Zivilisation zu entwickeln, und in Anlehnung an Immanuel Kants kategorischen Imperativ den Leitsatz formuliert: „Handle stets so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“ Ein langsameres, tieferes Denken in Unternehmen zu bringen, ist da möglicherweise kein schlechter Ansatz.

Denn gerade dort gibt es entscheidende Hebel, um die notwendigen Veränderungen für eine lebenswerte Zukunft einzuleiten, ist Peter Quick überzeugt. „Wirtschaftsunternehmen sind die einzige Kraft, die schnell etwas bewegen kann, weil sie in weniger Zwängen stecken als die Politik“, meinte der Chef der Promega GmbH, der deutschen Tochter eines amerikanischen Biotechnologie-Unternehmens. Bei Promega setzt man deshalb u.a. auf nachhaltig verträgliches Wachstum, etwa beim Bau einer energieeffizienten neuen Deutschlandzentrale, und auf ein ausdrückliches Bekenntnis zur UN-Menschenrechtscharta in Zusammenarbeit mit Partnern weltweit.

Gefördert wird aber auch die persönliche Bewusstseinsbildung der international 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise mit Achtsamkeit und Intuitionstrainings in regelmäßigen Bootcamps. „Das ist gerade für Naturwissenschaftler schon eine ziemliche Herausforderung“, so Quick. Immerhin 130 der Life Science Researcher haben sie im vergangenen Jahr freiwillig angenommen und unterstützen nun, so ist man bei Promega überzeugt, nicht nur eine intensivere Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens, sondern tragen ihre Erkenntnisse auch in den Rest der Gesellschaft hinein.

Die zentralen Inhalte, die im ProMindful genannten Programm bei Promega transportiert werden, sind Respekt, Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber, Empathie und Menschlichkeit. All diese Elemente aber sind – das wird im Laufe der vier Kongresstage deutlich – auch zentral für die Definition von Spiritualität. Letztlich nämlich läuft fast jeder Beitrag und jedes Gespräch in Kirchzarten darauf hinaus, dass alles miteinander zusammen– und voneinander abhängt. Ob in der Quantenphysik, der „transrationalen“ Intelligenz, im Buddhismus, bei Gemeinwohlbilanzen oder in der Ökologie: Nichts kann isoliert verstanden oder verändert werden, ohne dass etwas anderes davon beeinflusst wird.

„Wer ein 10-Liter-Auto fährt, bekommt Klimaflüchtlinge, wer Waffen verkauft, Bürgerkriege“, fasst es Theologe und Buchautor Franz Alt in seiner Keynote zusammen. Diese Zusammenhänge müssen wir begreifen, wenn wir nicht von der Erde verschwinden wollen, so sein Appell: „Denn nur mit ganzheitlichen Ansätzen lassen sich unsere Probleme heute noch lösen.“ Damit das gelingt, sind Offenheit und eine gewisse Klugheit nötig, vor allem aber – und hier zitiert Alt den Dalai-Lama – „ein gutes, menschliches Herz.“ Denn wer das hat, wird sich immer am richtigen Platz fühlen und wissen, was zu tun und was zu unterlassen ist. Das kann man dann effiziente Komplexitätsverarbeitung, Centered Leadership oder praktische Ethik nennen. Oder – wenn man ganz mutig ist – eben auch Spiritualität.

Fotos: S. Lipkowski; Graphic Recording in Bild 2 von Mathias Weitbrecht, Visual Facilitators, Hamburg


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7. Oktober 2019 | Von Redaktion

Glücklich in 90 Minuten: Denkanstöße von der Bühne

Mit dem Theaterstück und Musical „Glücklich in 90 Minuten“ hat sich der Hamburger Trainer und Coach Thomas Birkhahn einen Lebenstraum erfüllt, nämlich das Thema persönliche Entwicklung als einprägsames Musical auf die Bühne zu bringen. Aktuell ist das Stück rund um die Sinnfrage von Job und Leben in Hamburg zu sehen.

Beitrag von Andrea Bittelmeyer

Vor wenigen Minuten noch ist Carl-Christian Blau, dynamischer Manager in einer Capital Venture Firma, dem großen Geschäft hinterhergejagt, hat seine Konkurrenten und seinen Chef mit Spott bedacht. Jetzt kann er nicht einmal mehr sein Büro verlassen. Eigentlich muss er zum Flughafen, um in Peking ein Investment in Millionenhöhe abzuschließen. Kaum will er jedoch durch die Tür treten, plagen ihn Atemnot und Herzrasen. Er fasst sich an die Kehle, ringt nach Luft, nichts geht mehr. Blau ist gefangen. Die Angst hält ihn im Griff. Hatte Blau kurz zuvor am Telefon erklärt: Er komme „wann Sie wollen – ein Wink von Ihnen und ich sitze im Flieger.“ Wollte er gerade noch beim „Kickoff Meeting performen“ und den „Deal closen“, sitzt er nun in seinem Büro fest.

Carl-Christian Blau ist die Hauptfigur in dem Theaterstück und Musical „Glücklich in 90 Minuten“, das der Coach und Trainer Thomas Birkahn in Kooperation mit den Hamburger Kammerspielen produziert hat, wo es in diesem Herbst auf dem Spielplan steht. In dem Stück dreht sich alles darum, was uns in einer Welt, in der wir frei sind wie noch nie, glücklich und zufrieden macht. „Was erwarten wir vom Leben?“ ist auch die Frage, die ganz zu Anfang von Blaus Coach gestellt wird, der die Geschichte des Managers nüchtern analysierend begleitet: ein toller Job, Geld, Segelyacht, die Villa im Hamburger Nobelstadtteil Blankenese? Man ahnt es schon, all das ist es nicht.

Gezeigt wird dies in einer temporeichen Mischung aus Schauspiel, Vortrag und Musik von vier Schauspielern, die zum Teil in wechselnde Rollen schlüpfen. Die Songs – geschrieben und komponiert von dem Schauspieler, Drehbuchautoren und Komponisten Jan-Christof Scheibe – werden live von einem Gitarristen und einem Percussionisten begleitet. „Wenn du denkst, du bist inside, ich bin insider. Wenn du denkst, du hast den Check, Du irrst Dich leider“, singt Blau selbstverliebt zu Beginn. Später kommen nachdenkliche Töne: „Mein Kumpel Angst – da ist er ja wieder.“ Oder die bange Frage: „Kann es sein, verdammt, bin ich die ganze Zeit in die falsche Richtung gerannt?“

Seinen Schabernack treibt Scheibe, der das gesamte Stück mit viel Ironie und Augenzwinkern geschrieben hat, mit den alltäglichen Anglizismen im „Office“. „Der Chef will Sie sprechen: A – S – A – P“, sagt die Sekretärin. Die Mitarbeiter sollen auf „Core Values comittet“ werden und zwar „across-the-board“. Blaus Konkurrent ist jetzt – im Gegensatz zu ihm – ein echter „Gamechanger“. Und natürlich ist die Firma „keine Charity Veranstaltung“, erklärt der größenwahnsinnige Firmenchef per Videokonferenz und verschwindet zum Kurzurlaub auf die Malediven – „solange es die noch gibt“.

Blau, der gefangen in seinem Büro sitzt, hat – so konstatiert der nicht minder von sich selbst überzeugte Coach – 1.000 Möglichkeiten. Der von Panik getriebene Manager selbst sieht allerdings nur eine, will nur schnell wieder aus dem Büro heraus, um es seinem Chef zu beweisen und um doch noch Partner in der Firma zu werden. „Das Gedankenkarussell dreht sich unermüdlich, lässt sich nicht abschalten“, erklärt der Coach süffisant.

Nur langsam merkt Blau, dass er auch vor seiner plötzlichen Panikattacke alles andere als frei war. Getrieben von Zahlen, einem gnadenlosen Chef und dem Markt, auf dessen Entwicklung nicht nur seine Branche so gebannt starrt. Denkanstöße kommen von seiner Tochter, dem Fahrradkurier und dem pakistanischen Putzmann, die nach und nach in seinem Büro auftauchen. „Schade für Dich“, singt die Tochter und meint damit nicht nur den Abi-Ball, den ihr dieses Mal sogar im Wortsinn nicht aus dem Büro kommender Vater an diesem Abend verpasst hat, sondern die permanente Abwesenheit Blaus in ihrer Kindheit. Sie erinnert sich nur an die gemeinsame Zeit mit ihrer Mutter, die längst ausgetauscht ist gegen die „aktuelle Lebenspartnerin“, ungefähr so alt wie die Tochter. Der Fahrradkurier berichtet, dass er auf Weingütern gearbeitet und in Buenos Aires gelebt hat – beides Träume von Blau.

Wie der Einzelne sein Glück finden kann, lässt das Stück offen. Blau schleicht am Ende ratlos aus dem Saal und auch die Erörterungen des Coachs über das Unterbewusstsein, Glück und Zufriedenheit liefern – wie in 90 Minuten eben doch unmöglich – die Lösung nicht. Dennoch ist es amüsant, sich das im Wirtschaftsleben immer wieder abspielende Drama anzusehen, und in den vielen aufgeworfenen Fragen findet jeder Zuschauer die passende für sich selbst. Schließlich hat jeder seinen wunden Punkt, an dem er alten Mustern folgt, sich gefangen fühlt, es eigentlich lieber anders machen würde. Und wenn man dann am nächsten Morgen seine E-Mails liest, kann man den Bezug zum eigenen Leben nicht verleugnen. Denn da sind sie schon wieder, die Anglizismen, über die man am Abend noch gelacht hat.

Der Hamburger Trainer und Coach Thomas Birkhahn jedenfalls ist seinen eigenen Anregungen zum Glück gefolgt und hat sich mit dem „Coachical“ (kreative Wortschöpfung des Hamburger Abendblatts) einen Lebenstraum erfüllt, den er schon 30 Jahre lang mit sich trug: den Stoff Bildung und persönliche Entwicklung als einprägsames Musical auf die Bühne zu bringen. Die Besucher des Stücks will Birkhahn zum Weiterdenken anregen, für Firmen bietet er dazu die passenden Workshops an. Im November gibt es für „Glücklich in 90 Minuten“ weitere Termine in den Hamburger Kammerspielen, auch für das kommende Jahr sind Aufführungen geplant, zudem soll das Stück auf Deutschlandtournee gehen.

*********
Fotos: Was ist Glück? Auf der Bühne performen Lara – die Geliebte (Schauspielerin: Madeleine Louw), Carl-Christian Blau – der Manager (Schauspieler: Mario Ramos) und David Lautenschläger – der Coach (Schauspieler: Tim Grobe). Im Hintergrund die Musiker: Gitarre: Johannes Wennrich, Percussionist: Yogi Jockusch
Fotoquelle: Christine Weiland


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